Montag, 26. September 2016

Sexballaden 007

Herbstlust

Ist es mit der Lust wie im Jahr
Reift sie erst mit der Zeit ganz
Hast du mit jungen eher Tanz
Als guten Sex weil noch ungar

Die Lust am Herbst der Frauen
Zeugt von erfahrenem Vertrauen
Genießt aufrichtiges Begehren
Hier muss keiner mehr lehren

Wer je mit einer Älteren geschlafen
Weiß wie sie es genießen können
Zugleich dir dabei alles auch gönnen
Es waren die Besten die sich trafen

Die Lust am Herbst der Frauen
Zeugt von erfahrenem Vertrauen
Genießt aufrichtiges Begehren
Hier muss keiner mehr lehren

Wie der Sex im Herbstwald auch
Wo die ihn lieben es nun tun sollen
Trägt diesen Sex immer ein wollen
Weil beide es wissen aus’m Bauch

Die Lust am Herbst der Frauen
Zeugt von erfahrenem Vertrauen
Genießt aufrichtiges Begehren
Hier muss keiner mehr lehren

Es gibt dabei viel weniger Spiele
Dafür mehr gelassenen Genuss
Alles kann dabei und nichts muss
So kommt die Lust zum Ziele

Die Lust am Herbst der Frauen
Zeugt von erfahrenem Vertrauen
Genießt aufrichtiges Begehren
Hier muss keiner mehr lehren

Wo beide wissen was sie wollen
Sich dennoch offen können hingeben
Weil Freiheit lieben lehrte das Leben
Werden sie wie Kinder dabei tollen

Die Lust am Herbst der Frauen
Zeugt von erfahrenem Vertrauen
Genießt aufrichtiges Begehren
Hier muss keiner mehr lehren

Die große Freiheit der Gelassenheit
Eröffnet sich viele Wege zum Glück
Muss nicht erledigen wie am Stück
Liegt lange jenseits aller Eitelkeit

Die Lust am Herbst der Frauen
Zeugt von erfahrenem Vertrauen
Genießt aufrichtiges Begehren
Hier muss keiner mehr lehren

Es mögen die jungen weniger Falten
Oder Spuren des Lebens noch tragen
Entsprechend wenig wollen sie wagen
Genießen wir lieber gelassen die Alten

Die Lust am Herbst der Frauen
Zeugt von erfahrenem Vertrauen
Genießt aufrichtiges Begehren
Hier muss keiner mehr lehren

Es ist ein Gerücht dass Lust sich verlöre
Im Gegenteil weiß erst wer sie ganz kennt
Zu genießen ohne dass da etwas wegrennt
Weil er alles ignoriert was nur dabei störe

Die Lust am Herbst der Frauen
Zeugt von erfahrenem Vertrauen
Genießt aufrichtiges Begehren
Hier muss keiner mehr lehren

Das Ideal mädchenhaft nackter Schönheit
Wie es Werbung und Medien vorgauckeln
Ist ein mit falschen Idealen verschaukeln
Erst reife Frauen sind zum Genuss bereit

Die echte Lust am Herbst der Frauen
Zeugt von Erfahrung und Vertrauen
Genieße lieber aufrichtiges Begehren
Die es schätzen wo wir sie verehren
jens tuengerthal 26.9.2016

Herbstballaden 001

Wenn sich im Herbst die Bäume lichten
Der Wind noch schneller um die Häuser
Weht bleibt wenig Raum für Duckmäuser
Die in Löchern warten wer sie wird richten

Oh Herbst du warst immer mein Frühling
In Vorfreude auf dich ich das Jahr verbring
Wo manche nur das Sterben noch sehen
Fühle ich Herbstwinde bunter noch wehen

Dann geh ich raus und ziehe durch die Wälder
Sammle Kastanien und Blätter oder denke es
Nur bestaune wie schön des Welten Endes
Anfang jedes Jahr ist über abgemähte Felder

Oh Herbst du warst immer mein Frühling
In Vorfreude auf dich ich das Jahr verbring
Wo manche nur das Sterben noch sehen
Fühle ich Herbstwinde bunter noch wehen

Herbst und Winter wär alles was ich bräuchte
Könnte ich das Jahr mir wählen auch wenn
Den Frühling und Sommer ich nehme nun denn
Nie die Tage so wie nun ich bunt fühlen leuchte

Oh Herbst du warst immer mein Frühling
In Vorfreude auf dich ich das Jahr verbring
Wo manche nur das Sterben noch sehen
Fühle ich Herbstwinde bunter noch wehen

Zur Farbe kommt wachsende Dunkelheit
Als Kontrapunkt schrumpfender Tage die
In langen Nächten ich liebe wie noch nie
Cordhosen und Flanellhemden es ist Zeit

Oh Herbst du warst immer mein Frühling
In Vorfreude auf dich ich das Jahr verbring
Wo manche nur das Sterben noch sehen
Fühle ich Herbstwinde bunter noch wehen

Was zu Ende geht in schönsten Farben
Nimmt Angst vor dem Ende als Höhepunkt
Ist Sterben der Natur dazwischen gefunkt
Oder Rückblick voller Lust ohne zu darben

Oh Herbst du warst immer mein Frühling
In Vorfreude auf dich ich das Jahr verbring
Wo manche nur das Sterben noch sehen
Fühle ich Herbstwinde bunter noch wehen

Was soll ich mich grämen vor dem Tod
Es zeigt die Natur in größter Schönheit
Sterbend erst sind wir ohne alle Eitelkeit
Lebe meines Lebens Herbst ohne alle Not

Oh Herbst du bleibst immer mein Frühling
In Vorfreude auf dich ich das Jahr verbring
Wo manche nur die Natur sterben noch sehen
Will ich im geliebten Herbst wo ich kam gehen
jens tuengerthal 26.9.2016

Sexballaden 006

Nah und Fern

Wollen wir den guten Sex sehen
Oder machen wir gerade dann
Wenn wir sind am Kommen dran
Die Augen zu lassen uns gehen

Sind nah und fern der Maßstab
Den die Lust zu messen uns gab
Braucht der Sex Details ganz nah
Macht heißer was ich nicht sah

Schöne Wäsche betont die Formen
Zeigt noch nichts und lässt zugleich
Alles ahnen provoziert so erfolgreich
Das sind beim Vorspiel die Normen

Sind nah und fern der Maßstab
Den die Lust zu messen uns gab
Braucht der Sex Details ganz nah
Macht heißer was ich nicht sah

Kommen wir uns beim Sex oral näher
Sehen wir im Detail genau was dort
Wir lecken am empfindlichsten Ort
Sind mit Augen und Nase da Späher

Sind nah und fern der Maßstab
Den die Lust zu messen uns gab
Braucht der Sex Details ganz nah
Macht heißer was ich nicht sah

Vergleicht die Erinnerung das was
Wir am schönsten bei wem fanden
Relativiert dann schon beim landen
Die Lust an der Natur und alles das

Sind nah und fern der Maßstab
Den die Lust zu messen uns gab
Braucht der Sex Details ganz nah
Macht heißer was ich nicht sah

Freue mich am Anblick eines Schoß
Genieße die Unterschiede voller Lust
Doch erzeugt was offensichtlich Frust
Macht Scham erst die Erregung groß

Sind nah und fern der Maßstab
Den die Lust zu messen uns gab
Braucht der Sex Details ganz nah
Macht heißer was ich nicht sah

Liebe es ganz in Frau einzutauchen
Die Zunge voran sie überall zu lecken
Um größte schönste Lust ihr zu wecken
Doch heiß macht mich dabei ihr fauchen

Sind nah und fern der Maßstab
Den die Lust zu messen uns gab
Braucht der Sex Details ganz nah
Macht heißer was ich nicht sah

Der Blick unter den Rock erregt mehr
Als die erstrebte Blöße als Ziel kann
Wo wir kurz davor noch träumen dann
Ist reizvoller was zu erlangen schwer

So sind nah und fern nur der Maßstab
Den die Lust zu messen uns wohl gab
Doch braucht der Sex Details kaum nah
Macht viel heißer was ich noch nicht sah

Den Reiz im Spiel uns noch zu erhalten
Ist wohl die hohe Kunst des Verlangen
Das größer wird wo wir darum bangen
Statt bekanntes nur noch zu verwalten
jens tuengerthal 25.9.2016

Sonntag, 25. September 2016

Sexballaden 005

Sex und oder Liebe

Einst tönte ich noch ganz gewagt
Sex sei nur mit Liebe wirklich schön
Wo wir wissen es ist echt das Gestöhn
Doch war ich wohl noch zu verzagt

Will guter Sex immer auch Liebe
Oder folgen wir schlicht dem Triebe
Kommt es mehr auf das Kommen an
Als die  Gefühle dabei dann und wann

Doch wollte ich nicht verleugnen all jene
Mit denen ich es ohne große Liebe tat
Nicht stecken blieb im emotionalen Salat
Sondern folgte dem Programm der Gene

Will guter Sex immer auch Liebe
Oder folgen wir schlicht dem Triebe
Kommt es mehr auf das Kommen an
Als die  Gefühle dabei dann und wann

Lassen es uns besser die Hormone tun
Wenn wir nur noch Körper ganz sind
Folgend der Leidenschaft steifen Wind
Oder sind wir nur wo wir im Gefühl ruhn

Will guter Sex immer auch Liebe
Oder folgen wir schlicht dem Triebe
Kommt es mehr auf das Kommen an
Als die  Gefühle dabei dann und wann

Muss eins das andere je ausschließen
Oder ergänzen sich sich meist vollkommen
Glauben an nur Gefühl allein die Frommen
Geht es doch allein um das genießen

Will guter Sex immer auch Liebe
Oder folgen wir schlicht dem Triebe
Kommt es mehr auf das Kommen an
Als die Gefühle dabei dann und wann

Wer Leidenschaft ganz genießen will
Sollte sich ihr dabei mehr widmen noch
Als Gefühle zu ranken um das nur Loch
Sonst steht sie bei jedem Problem still

Will guter Sex immer auch Liebe
Oder folgen wir schlicht dem Triebe
Kommt es mehr auf das Kommen an
Als die Gefühle dabei dann und wann

Natürlich ist vollkommen erst was wir
Ganz fühlen im Körper wie im Geist
Was immer das für wen auch heißt
Sind wir im Gefühl auch Körper hier

Will guter Sex immer auch Liebe
Oder folgen wir schlicht dem Triebe
Kommt es mehr auf das Kommen an
Als die  Gefühle dabei dann und wann

Es schließt das eine nie das andre aus
Was manche Herz und Seele nennen
Ist im Körper nur der Hormone rennen
Gefühl ohne Körper abergläubischer Graus

Will guter Sex immer auch Liebe
Oder folgen wir schlicht dem Triebe
Kommt es mehr auf das Kommen an
Als die  Gefühle dabei dann und wann

Wissen wir also je was klar dazu gehört
Können wir Gefühl vom Rest unterscheiden
Lässt uns solche Trennung nicht nur leiden
Weil gut ist was die Lust fördert nicht stört

So will guter Sex immer wohl auch Liebe
Egal ob wir es so nennen oder nur Triebe
Kommt’s zum Kommen nie auf Gründe an
Was jeder wie’s gefällt dann nennen kann
jens tuengerthal 25.9.206

Sexballade 004

Sonntagssex

Sex haben kannst du jeden Tag vielleicht
Nur selten so gelassen wie am Sonntag
Was weniger an seiner Heiligkeit lag
Als durch fehlende Pflichten erreicht

Das Ineinanderstecken ist immer nett
Nur Sonntags liegen wir länger im Bett
Reiben uns ausgeschlafen aneinander
Als gäbs nichts schöneres miteinander

Die Zeit spielt beim Sex keine Rolle
Bist du erst mal dabei steht sie allein
Wo nicht ließen wir es eh besser sein
Mit Stoppuhr dabei ist nicht so dolle

Das Ineinanderstecken ist immer nett
Nur Sonntags liegen wir länger im Bett
Reiben uns ausgeschlafen aneinander
Als gäbs nichts schöneres miteinander

Doch lehrt die Erfahrung nur zu oft doch
Dass der Sonntagssex im allgemeinen
Eher überschätzt wird unter den reinen
Beziehungserotikern neurotisch noch

Das Ineinanderstecken ist immer nett
Nur Sonntags liegen wir länger im Bett
Reiben uns ausgeschlafen aneinander
Als gäbs nichts schöneres miteinander

Viel heißer bleibt stets in Erinnerung dabei
Das spontane Vögeln an unmöglichen Orten
Wo wir klopften an sonst verschlossene Pforten
Das entspannte Liebemachen zieht eher vorbei

Das Ineinanderstecken ist immer nett
Nur Sonntags liegen wir länger im Bett
Reiben uns ausgeschlafen aneinander
Als gäbs nichts schöneres miteinander

Was wir haben können weil Zeit dafür ist
Verliert dialektisch den Reiz schon vor Beginn
Darum macht Vögeln zu planen wenig Sinn
Am heißesten war es oft bei engster Frist

Das Ineinanderstecken ist immer nett
Nur Sonntags liegen wir länger im Bett
Reiben uns ausgeschlafen aneinander
Als gäbs nichts schöneres miteinander

Sex braucht mehr Reiz als Entspannung
Warum der Sonntagssex meist überschätzt
Es wird zuviel dazu von allen geschwätzt
Heiß immer ist die spontane Überraschung

Das Ineinanderstecken ist immer nett
Nur Sonntags liegen wir länger im Bett
Könnten jederzeit und verlieren die Lust
Erwarteten wir weniger gäbs keinen Frust

Genießen was ist macht glücklicher meist
Als etwas zu wollen nur weil’s grad passt
Schnell wird die nur Gewohnheit gehasst
Sex mit Ankündigung nur Impotenz verheißt

Das Ineinanderstecken ist manchmal nett
Nur Sonntags läsen wir besser nur im Bett
Reiben uns zwar ausgeschlafen aneinander
Doch verbieten grundsätzlich das ineinander

Wir könnten uns dann wohl sicher sein
Die Lust stiege unermüdlich immer weiter
Als trieben wir’s auf der Himmelsleiter
Weil was nicht geht da wollen wir rein

Das Ineinanderstecken ist immer nett
Nur Sonntags verbieten wir es im Bett
Reiben uns lieber in Gedanken mehr
Die unnahbare Lust reizt doch so sehr
jens tuengerthal 25.9.2016

Unruhetag

Der Sonntag ist der Ruhetag
Da sollen sie dem Herrn gedenken
Darum machen hier viele so
Viel um nur nicht zur Ruhe
Zu kommen
Zum nachdenken

Vermutlich ist es gut so
Was würde aus dem
Fernsehen oder Bild
Gar der Bundesregierung
Dächten die Leute mehr

Wer dächte begänne zu fragen
Was das mit den Göttern soll
Ein zwei viele oder dreieinig
Könnte sie infrage stellen alle

Kenne keine Götter drum
Sind mir alle Tage gleich
Ruhe nehme ich wann ich will
Habe sie darum immer
Weil nichts der Unruhe wert
Glück Ruhe genießen heißt

Nichts rührt mich mehr an
Während draußen längst die
Hubschrauber um den Marathon
Kreisen frage ich mich wozu nur
Menschen in Massen rennen
Wenig läge je mir ferner

Was ist etwas wert und warum
Außer zur Befriedigung der Triebe
Begeben wir uns in Gesellschaft
Will ich sagen und denke doch
An den Flaneur der vom Beobachten
Immer sich nährt außer Sonntags

Da gibt es nichts zu sehen außer
Leute die angestrengt sich damit
Beschäftigen wie sie nun nicht tun
Mehr oder weniger zumindest
Auch wenn nichts mehr wäre
Für die meisten endlich mal

Wer die Würde des Menschen achtet
Wird die wenigsten beim Nichtstun
Beobachten wollen um nicht alle Illusionen
Vom vernunftbegabten Wesen zu verlieren
Noch weniger sich fragen was sie wohl
Dabei denken immer beschäftigt noch
jens tuengerthal 25.9.2016

Liebesballaden 003

Liebe und Freundschaft trennen wir
Messen es an der Leidenschaft nur
Als gäbe es das eine oder andre pur
Was verzaubert uns das Leben hier

Wir träumen von der großen Liebe
Folgen dazu dem üblichen Triebe
Suchen Nähe Vertrauen und mehr
Fühlen uns danach oft wieder leer

Die Liebe wollen wir immer begehren
Uns am besten auf den ersten Blick
Schon sicher sein als sei es ein Klick
Damit wir uns nacheinander verzehren

Wir träumen von der großen Liebe
Folgen dazu dem üblichen Triebe
Suchen Nähe Vertrauen und mehr
Fühlen uns danach oft wieder leer

Die Freundschaft hat für uns zumeist
Keinen Sex ansonsten alles was auch
In einer Beziehung gewöhnlich Brauch
Das scheint uns dabei nicht mal dreist

Wir träumen von der großen Liebe
Folgen dazu dem üblichen Triebe
Suchen Nähe Vertrauen und mehr
Fühlen uns danach oft wieder leer

Ob wohl viele glücklicher wären
Trennten sie die Welten weniger
Fragt sich auch ein Bedürftiger
Als müssten wir das vorher klären

Wir träumen von der großen Liebe
Folgen dazu dem üblichen Triebe
Suchen Nähe Vertrauen und mehr
Fühlen uns danach oft wieder leer

Vielleicht sollten ich Freundschaft trauen
Da kann es immer alles miteinander geben
Wie zwei es dann gerade zusammen leben
Es nicht mit Beziehungserwartung versauen

Wir träumen von der großen Liebe
Folgen dazu dem üblichen Triebe
Suchen Nähe Vertrauen und mehr
Fühlen uns danach oft wieder leer

Doch ist die Freundschaft mit Sex dann
Noch eine oder natürlich etwas anderes
Weil wir natürlich hoffen auf was höheres
Die Natur Grenzen zeigt was jeder kann

Wir träumen von der großen Liebe
Folgen dazu dem üblichen Triebe
Suchen Nähe Vertrauen und mehr
Fühlen uns danach oft wieder leer

Was passiert wenn wir uns dabei verlieben
Können wir dann noch einfach Freunde sein
Oder wäre das für einen immer nur gemein
Sollten wir uns fragen bevor wir es trieben

Wir träumen von der großen Liebe
Folgen dazu dem üblichen Triebe
Suchen Nähe Vertrauen und mehr
Fühlen uns danach oft wieder leer

Kann es auch das große Wunder geben
In dem sich Freunde als solche haben
Genießen mit allen natürlichen Gaben
Nie nach mehr als sie haben streben

Wir träumen noch von der großen Liebe
Folgen dazu meist dem üblichen Triebe
Suchen Nähe Vertrauen und viel mehr
Dabei wäre Freundschaft weniger schwer

Nicht mehr je wollen als wir haben nun
Hielte das Schöne ohne Probleme wach
Hoffentlich wird keiner dabei schwach
Wie schön wäre es sich nur gut zu tun

Wir träumen von der großen Liebe
Folgen dazu dem üblichen Triebe
Suchen Nähe Vertrauen und viel mehr
Fühlten uns mit Freundschaft nie leer
jens tuengerthal 24.9.2016

Samstag, 24. September 2016

Atheismusglaube

“Hast du dieses erkannt, so wird hinfort die Natur dir
Frei erscheinen und fern von der Herrschaft stolzer Gebieter,
Alles bewirkend durch sich, ohne allen göttlichen Einfluss.”
Lukrez, De rerum natura (Die Dinge der Natur)

So schrieb es einst Lukrez in seinem
Großen Gedicht über die Natur die
Alles sei weil nichts außer ihr wäre
Wie wir Teil von ihr notwendig sind

Warum er darum den Tod fürchten solle
Gefragt wenn alles endlich sei dann ende
Mit diesem einfach das vorher nur Leben
Es komme nichts mehr was wir auch täten

Den Tod fürchtete er logisch nicht weil
Dieser nie mit ihm irgendwo zugleich
Wäre da er nur entweder ist oder nicht
Wo er nicht mehr ist alles egal sein kann

Begründet diese Sicht die später erst noch
Materialismus genannt werden sollte mit
Scharfer Beobachtung der Natur die doch
In allem so tröstlich dass jeder ihn lesen sollte

Nicht in einem erfundenen Jenseits für das es
Keine Beweise gibt als die Annahme von Göttern
Die keine Natur braucht um einfach zu sein sondern
Im natürlichen Sein begründet er dies logisch

Wie sein gedanklicher Lehrmeister Epikur lässt er
Auch die Möglichkeit von Göttern zu die aber wenn
In einer Welt lebten die uns nicht tangiere so wenig
Unser Sein diese irgend je umtreibe sie sein egal

Es gab in den ersten 1400 Jahren nach Lukrez
Wie über 1650 Jahren nach Epikur viele Versuche
Die beiden vergessen zu machen die längst schon
Erkannt hatten Götter sind Quelle der Unfreiheit

Rom ließ sie verbieten und überschreiben wie
Zugleich durch Hieronymus und andere noch
Verleumden als Selbstmörder wie stets sündige
Prasser die nur für die Wollust gelebt hätten

Doch scheiterten die Versuche die Suche
Der Menschen nach dem Glück künstlich
Auf Dauer mit erfundenen Göttern auf den
Aberglauben allein zu beschränken bald

Kaum war der Text des Lukrez wieder
In einem Kloster entdeckt worden als
Er bald seine Runden zog in Italien die
Renaissance beginnen ließ viel freier

Von Montaigne bis zu den Enzyklopädisten
Über Friedrich den Großen zu Kant auch
Bei Einstein und bis heute zeigte der Text
In seiner wunderschönen Form Wirkung

Es ist albern sich höhere Wesen auch nur
Zu erfinden die unser Leben lenken sollen
Schlimmer nur wird es wo diesen noch
Dazu Allmacht zugesprochen wird immer

Was mächtiger ist als alle Menschen zwingt
Logisch diesen zum Gehorsam unterwirft
Gläubige zuerst denen die sich als Stellvertreter
Jener erdachten höheren Wesen gerieren

Es ist so offensichtlich wie unsinnig zu glauben
Dennoch tun es viele um darin ihr Glück noch
Zu finden auf das sie jenseitig hoffen das Jetzt
Gestärkt im Glauben zu überstehen solange

Wenn aber gut ist was den Menschen gut tut
Fragt sich ob für jene die sich freiwillig also
Der Unfreiheit erdachter höherer Wesen lieber
Unterwerfen die Freiheit noch ein Glück wäre

Immer wieder hören Atheisten sie sein doch
Genauso Gläubige die eben an die Natur als
Schaffende Kraft glaubten für die doch auch
Ein Gott als moralische Instanz stehen könnte

Doch stimmt diese Behauptung überhaupt je
Glaubt wer die Dinge nimmt wie sie sind um
Nichts dazu zu erfinden sondern wissen zu wollen
Was geschieht um es immer weiter zu verstehen

Nach der Brechung der geistigen Macht von Rom
Die in der Renaissance begann weiter durch die
Reformation wenn auch genauso gläubig ging war
In der Aufklärung Raum für die Rückkehr zur Freiheit

Luther sprach von der Freiheit des Christenmenschen
Der selbst den Weg zu Gott finde und suche was doch
Ein Fortschritt gegenüber vatikanischer Ablassallmacht
Immerhin war aber den Grundgedanken verkannte

Ob darum die Revolution im zersplitterten Reich das
Sich in Nachfolge Roms sah und zugleich deutsch sein
Wollte nie zum Umbruch führte wäre wohl der Frage wert
Führte nur zum atheistischen Glauben nicht irgend weiter

Glaube ist eine feste Überzeugung die nicht auf Fakten
Sondern auf dem Gefühl beruht darum hat der Glaube
Eine Metaphysik die sich mit den nicht erfahrbaren wie
Erkennbaren Dingen beschäftigt als Grund oder Sinn

Dagegen beschäftigt sich der Atheist auf den Spuren
Von Lukrez und damit Epikur mit der Natur wie sie ist
Es geht um die Physik der Dinge wie sie eben sind
Warum Erkenntnis aus Beobachtung resultiert immer

Entsprechend waren die meisten der Enzyklopädisten
Atheisten weil sie die Natur und was ist erklären wollten
Auch wenn sie es zu ihrer Zeit nur im kleinen Kreis so
Sagen konnten um nicht bestraft zu werden wieder

Der Atheist fragt nach keinem Sinn des Lebens weil
Dies einfach Natur ist und nicht mehr sein muss es
Geht nur darum es so sehr wie möglich zu genießen
Was allen Gläubigen wahnsinnig vorkommen muss

Wo alles sinnlos erscheint liegt es also nahe einen
Glauben an das Nichts zu behaupten welches wohl
Der Atheist über alles stellte als quasi göttliche Instanz
Allmächtiger Natur die für ihn alles regeln solle

Die Konsequenz ist aber nur konsequent für jene
Welche annehmen der Glaube sei Wahrheit die
Für den Atheisten nicht existiert der einzig nach
Möglicher Erkenntnis über die Natur noch strebt

Die Wahrheit ist darum den Atheisten auch wenn
Er die Möglichkeit wahrer und falscher Aussagen
In der Naturwissenschaft anerkennt als logisch
Immer die Erfindung eines Lügners am Ende

Dies weil Wahrheit nicht nur eine wahre Aussage
Zu einer konkreten Frage betrifft sondern meint
Es gäbe eine umfassende höhere Wahrheit die
Alles erkennen ließe wie der mittelalterliche Gral

Glaubt aber nicht logisch immer wer nicht weiß
Sondern nur Aussagen nach seinem Horizont
Macht die bloß seiner individuellen Weltsicht
Entsprechen und nie die Wahrheit sein können

Relevant ist diese Frage nur für jene noch die
Meinen es bräuchte eine Wahrheit die alles
Umfasst und es genügte uns nicht eine klare
Erkenntnis dessen wie die Wirklichkeit eben ist

Kenne keine Wahrheit kann nur versuchen zu
Verstehen was ist und in einem beweisbaren
Meinem Horizont zugänglichen Zusammenhang
Steht von mehr werde ich nie wissen können

Wenn ich aber nicht weiß was der Ursprung ist
Könnte ich genauso gut einen Gott als Verursacher
Etwa des Urknalls annehmen auch wenn dieser
Danach alles ungestört logisch ablaufen ließe

Der Gedanke der Schöpfung steht damit gegen
Die nur Kausalität der Natur die doch auch irgend
Einen Ursprung haben muss wenn etwas sein soll
Doch folgt aus nicht wissen nicht logisch ein etwas

Nur weil ich nicht weiß was welche Kausalität zuerst
Auslöste ob Huhn oder Ei zuerst waren oder sich nur
Gemeinsam zu weiteren Formen entwickelten folgt
Daraus nicht was ist folgte einer höheren Kraft dann

Wer glaubt wird dies annehmen und hat diese Freiheit
Wer nicht glaubt wird weiter suchen um die Ursache
Der freigesetzten Energie zu finden die den Grund der
Bewegung im Kosmos weiter nach hinten verschiebt

Die Ursache in der Natur der Materie zu sehen die
Sich abstößt und anzieht um gemeinsam ihren Weg
Zur Form zu finden die ihrer Natur folgt sich daraus
Einfach entwickelt wie es ihr entspricht macht frei

Es ist diese Freiheit des selbstbestimmten Lebens
Das sich auch sein Ende nehmen kann wenn es so
Gefällt die den Epikuräer vom Gläubigen unterscheidet
Der dazu den Geboten einer höheren Macht folgt

Es mag auch Gläubige Atheisten geben die einfach
Aus Widerstand gegen Institutionen den einen Gott
Verleugnen um ihn durch einen Marx oder Hitler nur
Zu ersetzen doch unterscheidet sie nichts von Gläubigen

Viele fragten sich und fragen sich noch ob das Volk
Diese Freiheit je verträgt oder nicht Schranken braucht
Für eine Ethik die erst Freiheit miteinander geben kann
Weil deren Gebote gegenseitige Achtung sicherten

Spätestens seit Kants Begründung des kategorischen
Imperativs aber ist dies überflüssig geworden ein bloß
Autoritäten höriges beschränktes Argument ohne jede
Logik da moralisch nur handelt wer genau das will

Dieser Wille so zu handeln dass dein Handeln zugleich
Gesetz für jedermann sein könnte aber ist Freiheit die
Nichts über sich anerkennen kann außer als Toleranz
Den anderen gegenüber die also aufgeklärt ist

Aufklärung aber ist wie Kant mit schärfster Logik einst
Bis heute unwiderlegbar begründete die Befreiung aus
Der selbstverschuldeten Unmündigkeit und also eben
Die Freiheit sich unabhängig zu entschließen

Es mag sehr ethisch handelnde Gläubige geben
Dennoch hat ihr Handeln solange ethisch keinerlei
Wert wie sie glauben höheren Geboten noch zu folgen
Solange sie den Gedanken der Freiheit denken können

Selbstverschuldet war die Unmündigkeit nach Kant
Nämlich wenn sie nicht aus dem Mangel an Verstand
Sondern der Unfähigkeit ihn zu benutzen resultiert womit
Mündig ist wer sich seines Verstandes selbständig bedient

Es braucht keine Debatten über den ersten Grund mehr
Dieser ist wie weit wir auch immer die Kausalität noch
Zurückverfolgen können völlig irrelevant für die Freiheit
Mit dem was ist so glücklich wie möglich zu sein

Aufgabe der Naturwissenschaft ist weiter danach
Zu forschen wie das All entstand und sich entwickelte
Während es Aufgabe der Philosophie ist unser Sein
In dem was natürlich ist glücklich sein zu lassen

Wenn ich aber weiß eine Ethik ist nur dann moralisch
Wo der Einzelne aufgeklärt handelt muss alles Streben
Eines Staates darauf gerichtet sein diese Freiheit durch
Mehr Bildung statt Glauben zu fördern als Grund

Dies muss unabhängig gelten von den zufälligen nur
Produktionsbedingungen oder Besitzverhältnissen die
Nichts über den Wert unserer Handlungen aussagt je
Warum Marx Atheismus nur ein neuer Aberglaube war

Warum die Menschen diese Freiheit die ihnen schon
Ein Grieche vor 2250 Jahren verkündete der in seinem
Garten diese glückliche bescheidene Gemeinschaft lebte
Mit Männern und Frauen vergaßen scheint fraglich

Vielleicht gibt einen Hinweis dass Lukrez schon am Ende
Der römischen Republik lebte die im Kaiserreich aufging
Das sich später im christlichen Aberglauben auflöste der
Wiederum alles tat die Glückssucher zu verleugnen

Menschen die begriffen es geht um nichts als Zufriedenheit
In der kurzen Phase des Lebens nach dem nichts ist werden
Sich weniger bereitwillig absoluter Macht noch unterwerfen
Oder ihr irdisches Leben für höhere Ziele noch riskieren

Es ist auch wenig Staat zu machen mit den Freien die wie
Kant es schrieb jedes Gesetz an ihrem Gewissen messen
Sie werden die Relativität des Gesellschaftsvertrages bald
Infrage stellten um ihren Weg zum Glück zu gehen

So ist verständlich warum alle glauben sollten und auch
Den Gläubigen alle Atheisten als Gläubige an das Nichts
Erscheinen mussten was sie nicht sind auch wenn zuvor
Sekten wie Faschismus und Kommunismus dies predigten

Doch folgt logisch aus dem Mißbrauch eines Begriffes
Durch Gläubige die ihrerseits andere Gläubige als nur
Gegenbeispiel zitieren nicht die Gleichsetzung dessen
Der die Natur beobachtet zu dem der mehr in ihr sieht

Nun scheint der Unglaube der Atheisten in Freiheit
Als Ausdruck seiner Freiheit logisch bewiesen warum
Es an der Zeit ist diese Verse zu schließen um sich
Wieder Lust und Liebe mehr zuzuwenden als Glaube
jens tuengerthal 24.9.2016

Terrorgefahr

In Deutschland stieg die Terrorgefahr
Jedoch fast nur durch Deutsche die
Ihr Land vor Krimigranten schützen wollen
Dafür alle Werte verratend Gewalt fördern

Das Gewaltproblem in Deutschland steht rechts
Es wird von rechten Parteien gefördert die den
Bürgern Angst machen und damit die Stabilität
Im Land gefährden terroristisch wirken

Wer etwas gegen Gewalt Angst und Terror tun will
Muss dort anfangen vor allem in ländlichen Regionen
Des Ostens dem Kern des Problem schon lange
Wer das Problem nicht benennt kann nichts ändern

Null Toleranz gegenüber rechter Gewalt zuerst
Danach Bildung Bildung und nochmal Bildung
Das Spiel mit der Angst ist zu gefährlich darum
Ist es Zeit auf die echte Gefahr hinzuweisen

Gewalt und Unruhe kommt von rechts während
Die Zahl krimineller Ausländer sogar zurückging
Nennen wir die Dinge beim Namen damit sich
Endlich etwas dort ändert wo es nötig ist
jens tuengerthal 24.9.2016

Seinsonett

Sitze so vor dem Café am Platz
Höre die Musik im Hintergrund
Eine Ex nebenan quasselt wund
Sie ist die gleiche in jedem Satz

Allein den anderen hier lauschen
Als Flaneur inmitten der so vielen
Unbeteiligt ohne auf etwas zu zielen
Macht frei bleibt nur ein Rauschen

Worauf kommt es im Sein wirklich an
Ist Einsamkeit genossen mehr wert
Als leeres Gerede was jeder so kann

Wächst erst im Gespräch was begehrt
Oder ist nur an Gedanken was dran
Die Ex sich nach ihrem Neuen verzehrt
jens tuengerthal 23.9.2016

Freitag, 23. September 2016

Sexballaden 003

Sich beim Sex tief die Augen schauen
Verwirrt manche schon beim Gedanken
Sie würden sich über von hinten bedanken
Empfinden tiefe Gefühle als ein Grauen

Wie wir es auch miteinander tun wollen
Fragt sich mancher nach dem sollen
Geht es stets nur um größte Lust dabei
Was sie weckt macht uns geil und frei

Andere wollen es nur mit viel Gefühl
Halten Schmusen für wichtiger noch
Als das artistische Ringen ums Loch
Werde beim Sex statt heiß eher kühl

Wie wir es auch miteinander tun wollen
Fragt sich mancher nach dem sollen
Geht es stets nur um größte Lust dabei
Was sie weckt macht uns geil und frei

Wer einmal hintereinander erwacht
Voll Lust sogleich den Tag begann
Fragt sich sehnsüchtig nur noch wann
Es wieder so miteinander wird gemacht

Wie wir es auch miteinander tun wollen
Fragt sich mancher nach dem sollen
Geht es stets nur um größte Lust dabei
Was sie weckt macht uns geil und frei

Wer sie sich vor sich dazu bücken ließ
Freien Weg ins Zentrum aller Lüste fand
Egal wo rein sie sich dort lustvoll erkannt
Findet von hinten gar nicht mehr fies

Wie wir es auch miteinander tun wollen
Fragt sich mancher nach dem sollen
Geht es stets nur um größte Lust dabei
Was sie weckt macht uns geil und frei

Auch wo sie auf allen Vieren kniet
Wie es die Viecher ganz natürlich tun
Wird es nie wieder als niedrig abtun
Wenn er spürt was beide geschieht

Wie wir es auch miteinander tun wollen
Fragt sich mancher nach dem sollen
Geht es stets nur um größte Lust dabei
Was sie weckt macht uns geil und frei

Es zählt weniger der je Eingang dabei
Als der Winkel in dem sie sich fanden
Um gemeinsam am Höhepunkt zu landen
Ohne sich anzusehen war es vorbei

Wie wir es auch miteinander tun wollen
Fragt sich mancher nach dem sollen
Geht es stets nur um größte Lust dabei
Was sie weckt macht uns geil und frei

Männer gleichen sich in vielem dabei
Frauen sind eher alle ganz verschieden
Darum hat manche von hinten gemieden
Ohne je kommen zu können nebenbei

Wie wir es auch miteinander tun wollen
Fragt sich mancher nach dem sollen
Geht es stets nur um größte Lust dabei
Was sie weckt macht uns geil und frei

Offen für den Weg zum großen Glück
Zählt nie die Richtung immer die Lust
Ohne Befriedigung bleibt nur Frust
So spürt sie von hinten mein gutes Stück

Wie wir es auch miteinander tun wollen
Fragt sich mancher nach dem sollen
Geht es stets nur um größte Lust dabei
Was sie weckt macht uns geil und frei

Die Wissenschaft hat uns dazu gelehrt
Das Lust vom Klitoris Nerv allein geweckt
Von wo immer wer dazu tief in ihr steckt
Es zählt nur dass der Nerv dabei geehrt

Wie wir es auch miteinander tun wollen
Von hinten erreichen wir was wir sollen
Machten wir uns von Vorurteilen frei
Hätten wir eher Höhepunkte noch dabei
jens tuengerthal 23.9.2016

Sexballaden 002

Am Ende führt der Sex noch immer
Zum irgendwie ineinander voller Lust
Als hätte wir’s nicht vorher gewusst
Nur ohne wär es noch schlimmer

Das Lied vom Sex singt übers reiben
Aneinander wenn wir es dazu treiben
Es handelt wohl von höchster Lust
Auch wo sie so oft endet im Frust

Wer dabei nie zusammen kam
Treibt nur Gymnastik zu zweien
Sollte es nicht der Liebe weihen
Sich dabei opfern bleibt lahm

Das Lied vom Sex singt übers reiben
Aneinander wenn wir es dazu treiben
Es handelt wohl von höchster Lust
Auch wo sie so oft endet im Frust

Wenn sich ein steifer Schwanz erregt
Den Weg zum Ziel der Lüste sucht
Ist das natürlich keinesfalls verrucht
Manch Eingang dennoch bleibt belegt

Das Lied vom Sex singt übers reiben
Aneinander wenn wir es dazu treiben
Es handelt wohl von höchster Lust
Auch wo sie so oft endet im Frust

Es wird viel Wort und Wind gemacht
Um dieses ganz natürliche Geschehen
Als würds um mehr als Befriedigung gehen
Zu selten wird dabei darüber noch gelacht

Das Lied vom Sex singt übers reiben
Aneinander wenn wir es dazu treiben
Es handelt wohl von höchster Lust
Auch wo sie so oft endet im Frust

Gelegentlich kommts schon beim Lecken
Was doch zum Vorspiel eigentlich gehört
Wobei befriedigt das doch keinen stört
Ist das Sex oder diente es andern Zwecken

Das Lied vom Sex singt übers reiben
Aneinander wenn wir es dazu treiben
Es handelt wohl von höchster Lust
Auch wo sie so oft endet im Frust

Warum wohl manche sich noch sagen
Sie würden sich dem andern schenken
Als könnte noch reizen was wir lenken
So geben Geschenke Grund zu klagen

Das Lied vom Sex singt übers reiben
Aneinander wenn wir es dazu treiben
Es handelt wohl von höchster Lust
Auch wo sie so oft endet im Frust

Erobern wollen wir beim Sex viel eher
Als sicher haben was wir schon kennen
Drum entzieht sich was wir reizvoll nennen
Es ist die nur Dialektik ohne ist nichts mehr

Das Lied vom Sex singt übers reiben
Aneinander wenn wir es dazu treiben
Es handelt wohl von höchster Lust
Auch wo sie so oft endet im Frust

Wo wir in’ner Beziehung länger leben
Verliert der Sex im Alltag sich schnell
Häufiger bleibt nur missgünstig Gebell
Keiner will sich noch etwas vergeben

Das Lied vom Sex singt übers reiben
Aneinander wenn wir es dazu treiben
Es handelt wohl von höchster Lust
Auch wo sie so oft endet im Frust

Wer das auf Dauer verhindern will
Sollte sich beim Sex genau bedenken
Statt mit Liebe davon bloß abzulenken
Sonst wird es dabei ganz schnell still

Das Lied vom Sex singt übers reiben
Aneinander wenn wir es dazu treiben
Es handelt wohl von höchster Lust
Auch wo sie so oft endet im Frust

Die große Lust kommt von allein
Wo sie fehlt hilft auch kein jammern
Lieber nie an verlorenes klammern
Fliegen lassen wird erst befreien

Das Lied vom Sex singt übers reiben
Aneinander wenn wir es dazu treiben
Es handelt wohl von höchster Lust
Auch wo sie so oft endet im Frust

Genieße die Lust wo sie sich mal zeigt
Erwarte nichts mehr als das immer reiben
Sehe es sportlich will mich nicht entleiben
Zu oft mit Gefühl den Sex sich vergeigt

Das Lied vom Sex endet diesmal offen
Als würd ich auf ein Wunder noch hoffen
Das ist wohl die Natur der höchsten Lust
So endet es ausnahmsweise ohne Frust
jens tuengerthal 23.9.2016

Liebesballaden 002

Wie hoffte ich so oft vergebens
Auf große Liebe gleich für immer
Als hätte ich noch keinen Schimmer
Von Frauen und dem Gang des Lebens

Die Liebe finden ist ein Traum
Zu teilen unseren Lebensraum
Verwechsle keiner je es mit Beziehung
Die Disziplin braucht keine Empfindung

Trennte ich die Liebe von all den Versuchen
Sie miteinander noch irgendwie zu leben
Wäre ich vermutlich schon längst vergeben
So war ich stets dabei die Wahre zu suchen

Die Liebe finden ist ein Traum
Zu teilen unseren Lebensraum
Verwechsle keiner je es mit Beziehung
Die Disziplin braucht keine Empfindung

Unvernünftig wie Werther noch lieben
Werfe ich mich mit großem Gefühle
Ins unübersichtliche Liebesgewühle
Überrascht was am Ende blieb liegen

Die Liebe finden ist ein Traum
Zu teilen unseren Lebensraum
Verwechsle keiner je es mit Beziehung
Die Disziplin braucht keine Empfindung

Erwacht aus diesem schönsten aller
Träume entäuschte mich jede Liebe
Spätestens mit befriedigtem Triebe
Zeigte sich auch die war kein Knaller

Die Liebe finden ist ein Traum
Zu teilen unseren Lebensraum
Verwechsle keiner je es mit Beziehung
Die Disziplin braucht keine Empfindung

Ob darum manch Aberglaube noch
Die Keuschheit predigt in der Ehe
Damit er sie voll Lust noch sehe
Nicht nur das nasse schlappe Loch

Die Liebe finden ist ein Traum
Zu teilen unseren Lebensraum
Verwechsle keiner je es mit Beziehung
Die Disziplin braucht keine Empfindung

Wer auch danach noch will hat wohl
Ein schlechtes Gewissen oder mehr
Erhofft als es je wird mit der Begehr
Der Stamm aller Lust ist am Ende hohl

Die Liebe finden ist ein Traum
Zu teilen unseren Lebensraum
Verwechsle keiner je es mit Beziehung
Die Disziplin braucht keine Empfindung

Weil wir verschieden sind in allem so
Ist sich auf Dauer gleich zu verbinden
Auch ein Widerstände noch überwinden
Wer ohne Konflikt das schafft sei froh

Die Liebe finden ist ein Traum
Zu teilen unseren Lebensraum
Verwechsle keiner je es mit Beziehung
Die Disziplin braucht keine Empfindung

Mir ist das auch bei mehr als einer nie
Gelungen vielmehr hab ich noch immer
Mit ihr wie gerungen mit viel Gewimmer
So nahm ich’s hin ich bin ich und sie ist sie

Die Liebe finden ist ein Traum
Zu teilen unseren Lebensraum
Verwechsle keiner je es mit Beziehung
Die Disziplin braucht keine Empfindung

Doch was alle Vernunft mir noch sagte
Erreichte das erste Gefühl doch nie
Halb sank ich hin halb zog ich sie
Mal aus mal hin solang keiner verzagte

Die Liebe finden ist kein Traum
Ein Alp dringt in den Lebensraum
Hoffe keiner noch auf eine Beziehung
Die beendet Lust wie jede Empfindung
jens tuengerthal 23.9.2016

Sexwissen 018

Lied von wilder Lust

Von wilder Lust getrieben geben wir
Gern alle Kontrolle miteinander auf
So lassen wir der Natur ihren Lauf
Dass sich jeder im anderen verlier

Sex ist einfach natürlich schön
Auch das immer nur Gestöhn
Scheint als stets neue Sache
Das Feuer in uns entfache

Was erst mit der Berührung beginnt
Wandert zum sich überall begreifen
Während wir uns Kleider abstreifen
Sind wir längst auf das eine gesinnt

Sex ist einfach natürlich schön
Auch das immer nur Gestöhn
Scheint als stets neue Sache
Das Feuer in uns entfache

Kreisen mit den Händen um die
Immer gleichen Stellen voller Lust
Als wäre Wiederholung kein Frust
Scheint uns die Welt schön wie nie

Sex ist einfach natürlich schön
Auch das immer nur Gestöhn
Scheint als stets neue Sache
Das Feuer in uns entfache

Manchmal sogar denken wir noch
Dabei wie wir was neues tun können
Damit wir dabei mehr Lust gewönnen
Und sehnen uns doch nur ins Loch

Sex ist einfach natürlich schön
Auch das immer nur Gestöhn
Scheint als stets neue Sache
Das Feuer in uns entfache

Wir suchen miteinander Höhepunkte
Nach denen wir völlig erschlaffen
Als hätten wir echt was geschaffen
Zumindest wenn es richtig funkte

Sex ist einfach natürlich schön
Auch das immer nur Gestöhn
Scheint als stets neue Sache
Das Feuer in uns entfache

Manche bleiben immer unter Spannung
Was als ewige Lust zuerst noch fasziniert
Bleibt doch endlos hinterlässt uns frustriert
Vermutlich haben die davon keine Ahnung

Sex ist einfach natürlich schön
Auch das immer nur Gestöhn
Scheint als stets neue Sache
Das Feuer in uns entfache

Allen die dabei zusammen kamen
Wird das übrige unwichtig erscheinen
Wer es nicht wertschätzt ist zum weinen
So führt nur Sex manchmal zu  Dramen

Sex ist einfach natürlich schön
Auch das immer nur Gestöhn
Scheint als stets neue Sache
Das Feuer in uns entfache

Wo wir befriedigt beieinander liegen
Glücklich uns im Arm noch halten
Werden Gefühle nicht schnell erkalten
Davon könnt ich nie genug wohl kriegen

Sex ist einfach natürlich schön
Auch das immer nur Gestöhn
Scheint als stets neue Sache
Das Feuer in uns entfache

Was einseitig getrennt dabei noch bleibt
Lässt unbefriedigt zurück macht einsam
Weil wieder nur jeder für sich dabei kam
Schnell fragt sich was noch dazu treibt

Sex ist einfach natürlich schön
Auch das immer nur Gestöhn
Scheint als stets neue Sache
Das Feuer in uns entfache

Wo die Natur sich so nicht findet
Erinnert der Sex eher an Sport
Wir treiben es einfach hier wie dort
Gut trainiert wobei sich jeder windet

Sex ist manchmal natürlich schön
Auch das irgendwie nur Gestöhn
Scheint als stets neue Sache
Das noch was in uns entfache

Liebe und Sex gehen manche Wege
Nicht immer treffen sie zusammen
Dann erinnert es an Dampframmen
Mit der sich einer auf den anderen lege

Sex ist nicht immer natürlich schön
Dann nervt auch das immer Gestöhn
Scheint als stets die gleiche Sache
Die kein Feuer mehr wird entfache

Am Ende lassen wir es mit der Liebe
Es blieb nur noch mechanischer Sex
Mit der dann vermutlich längst Ex
Wir folgen dann dem neuen Triebe
jens tuengerthal 22.9.2016

Donnerstag, 22. September 2016

Liebosophie 004

Das alte Lied von der Sicherheit

Hab wohl so manche wilde Nacht
Mit schönen Frauen wild durchritten
Danach nicht selten schwer gelitten
So dass ich wissen könnte was es bracht

So litt ich schon um viele wohl
Auch wenn die Hälfte eher hohl
Wär ich vernünftig längst wohl weiter
Unter der Haube gut situiert und heiter

Doch kaum je war ich klüger als zuvor
Nicht nur weil sich die Schönen gleichen
Es ist so bei den Armen wie bei Reichen
Verliebte mich bedingungslos ich Tor

So litt ich schon um viele wohl
Auch wenn die Hälfte eher hohl
Wär ich vernünftig längst wohl weiter
Unter der Haube gut situiert und heiter

Doch wollt ich stets die große Liebe
Träumte von sogleich geteilter Ewigkeit
Als wäre wer dazu wirklich noch bereit
Fesselte mich selbst folgend dem Triebe

So litt ich schon um viele wohl
Auch wenn die Hälfte eher hohl
Wär ich vernünftig längst wohl weiter
Unter der Haube gut situiert und heiter

Damit nicht allein zu sein tröstet sehr
Es ist die Hoffnung wohl noch immer wach
Da käme eine zu bleiben unter meinem Dach
Sich einsam zu wähnen ein Leben zu schwer

So litt ich schon um viele wohl
Auch wenn die Hälfte eher hohl
Wär ich vernünftig längst wohl weiter
Unter der Haube gut situiert und heiter

Mit heißer Liebe und großem immer Gefühl
Stürzte ich mich in jeden Beziehungsversuch
Als gäbe es die eine noch ohne Trennungsfluch
Wieder in das große sehnsüchtige Liebesgewühl

So litt ich schon um viele wohl
Auch wenn die Hälfte eher hohl
Wär ich vernünftig längst wohl weiter
Unter der Haube gut situiert und heiter

Nun scheint mir hätt ich doch was gelernt
Warte ruhig ab was passiert und sich zeigt
Suche nichts bin nur nicht völlig abgeneigt
Aber wo der Trieb treibt ist Vernunft entfernt

So leid ich noch um viele wohl
Auch wenn die Hälfte eher hohl
Wär ich vernünftig längst wohl weiter
Unter der Haube gut situiert und tot
jens tuengerthal 22.9.2016

Sexwissen 017

Wovon wir nichts wissen dazu
Sollten wir schweigen warum es
Beim Sex besser wäre zu schweigen
Um nicht was logisch ist preiszugeben

Wüssten wir wäre was ist weniger
Aufregend weil uns der Kitzel treibt
Außer in Beziehungen da ist es
Einfach Natur oder Gewohnheit

Ob wir in Beziehungen mehr wissen
Scheint fraglich wir kennen es nur
Tun es wie gewohnt weiter egal ob
Wir wissen oder nur erfühlen dabei

Ob das nur zum Gefühl ein weniger
Oder ein mehr ist weiß ich nicht
Nur ist Wissen ohne Gefühl beim Sex
Weniger wert als ahnungslose Lust

Ob die Lust nach der Natur einfach ist
Oder die Erfahrung immer mitspielt
Wird nur wichtig wo es daran mangelt
Umgekehrt wird sich keiner fragen

Manchmal kann Wissen helfen wenn
Natur nicht will wie Gefühl gerne wollte
Doch meist sollten wir uns lieber auf
Die Natur verlassen die ihren Weg geht

Wann wir natürlich Lust haben oder nicht
Wissen manche nicht mehr ohne es so
Zu nennen sind sie sich dessen sicher
Obwohl Gefühl Natur überwinden soll

Ergründen zu wollen warum wer keine
Lust mehr hat ist so müßig wie Probleme
Zwischenmenschlich zu suchen wenn es
Um Lösungen zuerst gehen sollte dabei

Wichtiger wäre zu fragen was Lust macht
Wie wir dahin kommen wo es lustvoll
Wieder miteinander ist wie es einmal war
Oder zumindest gemeinsam geträumt wurde

Kommen lassen ist dabei ein guter Ratschlag
Um dem anderen dem die Lust fehlt auch
Eine Chance zu geben sie wieder zu finden
Wenn beide das tun passiert nichts mehr

Die Lust kann Krisen in der Liebe heilen
Zumindest so gut verdecken dass wir sie
Manchmal vor Glück wieder vergessen
Umgekehrt wird es meist komplizierter

Sich damit beschäftigen zeugt zumindest
Vom Bewusstsein für einen Mangel dem
Damit abgeholfen werden könnte was
Angesichts des Nichts immer mehr wäre

Manche spielen Lust vor was andere dann
Nicht mal bemerken weil beide sich fern sind
Was diese beiden über die Lust noch wissen
Scheint fraglich zumindest fragt sich was ist

Lust haben ohne Lust zu haben ist widerwillig
Ob gegen den Willen auch wieder besseres
Wissen ist weiß ich nicht zu beantworten
Weil ich es noch nie lustlos miteinander tat

Dabei sollte die Lust ob sie nun nur in den
Von Hormonen gesteuerten Nerven anfängt
Oder im Hirn wurzel nie mit der nur Funktion
Der genutzen Organe verwechselt werden

Was weiß ich schon von der Lust als
Dass ich sie manchmal bemerke auch
Wenn es nicht unbedingt dann ist wenn
Lust ausgelebt wird sondern mehr davor

So wissen wir vielleicht nicht einmal wann
Die Lust am größten ist und ob das davor
Lustvoller als das dabei sein kann weil die
Vorfreude die schönste Freude sein soll

Glücklich befriedigt hat sich die Lust oft
Vorerstmal erledigt bis sie wieder wächst
Wie schnell das geht sagt manchmal viel
Über die Beteiligten oft auch das Gegenteil

Die Art der Wertschätzung nach der Lust
Verrät viel über die Zuneigung zueinander
Wie das Wesen des anderen überhaupt
Auch jenseits von Lust und Liebe

Wer sich nie bei der Lust erschöpft
Kennt keine Höhepunkt der Hingabe
Hat keinen Sex sondern eher etwas
Wie paarweise Dehnungsübungen

Darum kann wer angeblich immer kann
Meist nie wirklich was keinem Beteiligten
Dauerhaft Lust bringen kann zumindest
Fehlt das Glück erschöpfter Befriedigung

So scheint die Erfahrung nahezulegen
Das Sex immer auch dialektisch ist
Wo Lust immer ist wird sie nie sein
Was unerreichbar ist reizt nur darum

Ob Liebe diese Natur überwinden kann
Weiß ich nicht so genau weil guter Sex
Von zu vielen Faktoren abhängt als das
Ein Gefühl allein dafür genügen könnte

Wovon ich nichts weiß darüber sollte ich
Nun wirklich schweigen weil es ohnehin
Immer anders ist und es daher mehr darauf
Ankommt zu genießen als zu wissen warum
jens tuengerthal 21.9.2016

Liebosophie 003

Solange die Liebe glücklich ist
Brauchts nie philosophischen Mist
Scheint es um sie zu genießen
Anders wird es in den Krisen

Nie sind Menschen so grob wie
Wenn sie meinen es verletzt sie
Dann ist auch jedes Mittel recht den
Andren zu verletzen und erniedrigen

Auch diese Dialektik scheint noch
In unserer Natur zu liegen doch
Können wir sie zumindest versuchen
Zu überwinden statt zu verfluchen

Wer vorher an das Ende auch denkt
Verhält sich dabei weniger gelenkt
Bleibt Herr der gefühlvollen Sinne
Statt zu bereuen die vorher Minne

Das größte was Philosophie kann schenken
Ist das Bewusstsein in Freiheit es zu lenken
Gelassenheit auch in den sicher irgendwann
Krisen zu behalten was wertvoller sein kann

Liebe kommt und Liebe geht wie wir wissen
Dennoch belastet was war unser Gewissen
Dabei mit sich im reinen zu sein hilft mehr
Auf Dauer denn jede Trennung ist schwer

Verliebt an die mögliche Trennung denken
Ist wie sich Särge zum Geburtstag schenken
All unsre Natur will das Glück für immer halten
Doch hält länger dieses wo wir vorsichtig walten

Es ist natürlich der Leidenschaft zu folgen wenn
Sie uns ergreift das tun wir von allein halten denn
Können wird sie im ersten Sturm nur wo wir auch
Erfahren überlegt reagieren nicht aus dem Bauch

So zeigt sich in der ersten Krise schon schnell
Was bleibt von der Euphorie im lauten Gebell
Mit dem sich die Liebenden beglücken dann
Wie zuverlässig einer in der Not noch sein kann

Wer diese mit Macht um zu siegen missbraucht
Füchtet mehr um sich und die Liebe ist verraucht
Gut wer dies nüchtern wieder bemerkt am Ende
Weil leichter wohl keiner den Abschied fände

Drum prüfe sich im Streit wer sich auf Dauer
Binden will wie jemand ist zeigt sich sauer
Noch am klarsten und so rettet uns die Not
Mit Vernunft geläutert nach der Liebe Tod

Sogar gereimt wohl eher etwas gebogen
Lässt die Vernunft erkennen was verlogen
Philosophie wie Liebe achten die Freiheit
Alles andere spielt nur mit seiner Eitelkeit

Wir können Gefühle wohl nicht durchdenken
Doch entscheiden wir wie sehr sie uns lenken
Wer dabei vorher in Ruhe nachzudenken wagt
Ist auch in größter Aufregung weniger verzagt

Das wird uns wohl nie immer gut gelingen
Wer aber wollte die Liebe schon erzwingen
Doch hilft der Vorsatz dabei höflich zu bleiben
Wenn die Gefühle uns zum äußersten treiben
jens tuengerthal 21.9.2016

Mittwoch, 21. September 2016

Kulturgeschichten 0365

Von Deutscher Republik

Alles geht irgendwann zu Ende
Auch das Jahr täglichen Erzählens
Aus der Geschichte der Welt die so
In Versen dem Leser zulächelte

Was kommt ist ungewiss wie vieles
Mehr Lesen und neues Schreiben
Lasse mich überraschen und wünsche
Mit den letzten Versen gute Lektüre

Wann fing das uneinige Deutschland an
Republik zu sein also Sache des Volkes
Wer stärkte sie und wer kämpft dagegen
Oder ist die Republik der Stämme Ursprung

Waren die Völker natürlich Republiken bevor
Sich welche zu Häuptlingen oder Monarchen
Noch aufschwangen weil sie gemeinsam das
Entschieden was der Natur nach nötig war

Weiß es nicht doch spricht mehr für diese
Ganz natürliche Vergangenheit die sich neben
Dem Recht des Stärkeren um Kompromisse
Auch bemühte sobald sie eine Kultur wurde

Dies Sache des Volkes zu nennen und so
Auch in Regeln niederzuschreiben fingen
Vermutlich die Griechen an und gaben es an
Die Römer weiter von denen es zu uns kam

Bis in Deutschland von Republik die Rede war
Dauerte fast zweitausend Jahre seit dem dann
Untergang des römischen Reiches mit Christus
Dessen Institution jede Demokratie behinderte

Am 21. September 1848 riefen Gustav Struve
Mit seiner Frau Amalie im Rathaus von Lörrach
Die Deutsche Republik aus als Teil der badischen
Revolution die mit dem Heckeraufstand begann

Auch am Heckeraufstand im März der ganz Baden
Erschütterte und Teil der revolutionären Bewegung
Des Jahres 1848 war hatte das Ehepaar bereits
Zusammen teilgenommen voller Hoffnung

Gustav Struve wurde als ein von Struve geboren
Legte den mit Privilegien im Ständestaat verbundenen
Titel jedoch bereits 1847 ab um frei zu sein als Autor
Publizist und Rechtsanwalt schließlich auch Politiker

Seine Familie stammte aus dem magdeburgischen
Der Vater war Diplomat in russischen Diensten sein
Sohn studierte Jura in Göttingen und Heidelberg
Wurde dabei bald Burschenschaftler hier wie dort

Als Attaché in herzoglich oldenburgischen Staatsdiensten
Wurde er mit der Bundestagsgesandschaft nach Frankfurt
Geschickt um danach Landgerichtsasessor in Jever noch
Für einige Zeit zu bleiben nachdem es schon Ärger gab

Seine Ansichten waren für einen Diplomaten schon damals
Schlicht zu radikal und so versuchte er zunächst noch eine
Akademische Laufbahn in Göttingen und Magdeburg einzuschlagen
Als diese aber scheiterte wurde er in Mannheim Rechtsanwalt

Natürlich irgendwann gelangweilt vom juristischen Schreiben
Wandte er sich mit Leidenschaft der Phrenologie zu welche
Bestimmte Hirnregionen für Eigenschaften verorten wollte
Wurde Redakteur und Herausgeber der Phrenologiezeitung

In Reaktion auf die konservative Politik in Baden wandte
Sich Struve der Politik zu unterstützte liberale Abgeordnete
Durch journalistisches Engagement wurde wieder Redakteur
Diesmal des bereits stark zensierten Mannheimer Journals

In dieser Zeit heiratete er Elise Ferdinandine Amalie Düsar
Die Tochter eines Sprachlehrers und diese nicht standesgemäße
Hochzeit führte zum Bruch mit der Familie worauf er sich mit
Seiner Frau auch vom Protestantismus abwandte

Beide befürworteten sie eine lebensreformerische Haltung
Die sie zur Deutsch-Katholischen-Kirche konvertieren ließ
Welche die Vereinigung von Protestantismus Katholizismus
Judentum mit moderner Wissenschaft erstrebte

Auch dass er 1847 seinen Adelstitel ablegte gilt als Beleg
Für den starken Einfluss den seine für die Zeit ungewohnt
Selbstbewusste und gebildete Frau auf ihn hatte den sie
Ihr Leben lang behalten sollte als Teil der Frauenbewegung

Frau Struve war an allen Teilen der sich in Ausläufern noch
Bis 1849 hinziehenden badischen Revolution aktiv beteiligt
Vom Heckerzug bis zu seiner Niederschlagung von Rastatt
Bis Lörrach und blieb auch im Exil in den USA eine Feministin

Sie war ursprünglich die uneheliche Tochter eines adeligen
Offiziers derer von Sickingen wurde aber später von ihrem
Stiefvater dem Sprachlehrer Düsar adoptiert der ihr wie dem
Bruder eine damals ungewöhnlich gute Ausbildung ermöglichte

Sie arbeitete als Erzieherin und trug später auch als Lehrerin
Zum Unterhalt der Familie bei blieb zeitlebens politisch aktiv
Kehrte aber nach der Flucht nicht mehr aus den USA zurück
Wo sie im Alter von 37 Jahren verstarb und ihr Mann allein blieb

Während des Vormärz der sich gegen die metternichsche
Politik der Restauration aus Wien und im Reich wehrte wurde
Struve gemeinsam mit Hecker zum Kopf der badischen Revolution
Bei der er die USA als föderatives demokratisches Vorbild sah

Bereits im April 1848 hatte Hecker in Anwesenheit von Struve
In Konstanz die Republik ausgerufen warb Freischärler an um
Mit diesen in die Landeshauptstadt Karlsruhe zu marschieren
Lehnte Hilfe von Herweghs Deutscher Demokratischer Legion ab

Wie an anderer Stelle bereits erzählt wurden die Truppen der
Revolutionäre im Schwarzwald schnell von regulärer Armee
Die gut ausgebildet war aufgerieben und Hecker und Struve
Waren in die Schweiz gerade noch geflohen mit ihren Frauen

Am 21. September 1848 war Struve von Basel kommend mit
Einem Trupp von 50 Mann in Lörrach eingezogen ließ am Markt
Die rote Fahne der Revolution hissen und versprach vom Balkon
An das Deutsche Volk sogleich Wohlstand Bildung Freiheit für alle

Unter Hochrufen der gebannt lauschenden Bevölkerung verkündete
Struve sogleich die Deutsche Republik mit diesem Struve-Putsch
Den der Volksmund bald Struwwelputsch auch nannte der nun mit
4000 Freischärlern gen Karlsruhe weiterziehen wollte für die Freiheit

Sie kamen jedoch nur bis Stauffen wo 800 Großherzogliche Soldaten
Genügten den Struwwelputsch aufzureiben und zu beenden wobei
Struve und seine Frau verhaftet wurden und anschließend in der
Festung Rastatt eingekerkert wurden bis dort die Truppen revoltierten

Vor dem Aufstand der Truppen in Rastatt den Struves Frau maßgeblich
Aus der Haft mit verursacht und inszeniert hatte floh der Großherzog
Ins Elsaß warum bald die Republik unter Führung von Lorenz Brentano
Ausgerufen wurde mit der es nur Wochen später zum Bruch kam

Den radikalen Reformern unter Struve und Hecker genügte der Plan
Von Brentano nicht vor allem beteiligte er die Linksradikalen klar nicht
An der Regierung worauf diese den Club des entschiedenen Fortschritts
Gründeten als Opposition gegen Brentano der Kompromisse suchte

Die Revolutionäre in Baden sollten dann von den Preußen unter dem
Kartätschenprinz Wilhelm dem späteren Kaiser Wilhelm I. zur Räson
Gebracht werden da sie dieser geschulten Armee nichts entgegen
Setzen konnten flohen die Führer mal wieder in die Schweiz

Mit der Übergabe der Festung Rastatt an preußische Truppen war
Die badische Revolution endgültig gescheitert worauf sich die
Revolutionäre überlegen mussten wo sie dauerhaft bleiben wollten
Sich vielfach für die USA entschieden dort politisch aktiv blieben

Nach dem Tod seiner Frau 1862 und der folgenden Amnestie
Für alle 48er in Baden kehrte Struve in die Heimat zurück wo er
Als Publizist zwischendurch wieder im Gefängnis landete dafür
Als Vegetarier Vorkämpfer der vegetarischen Bewegung wurde

Sein Werk ‘Pflanzenkost - die Grundlage einer neuen Weltanschauung’
Hat diese Bewegung maßgeblich mitbeeinflusst und heiratete mit 62
Noch einmal starb aber trotz veganen Leben 1870 mit 65 Jahren in
Wien wo sonst wo der badische Revolutionär auch begraben liegt

Die ersten deutschen Republiken waren also noch kurzlebiger
Als die von Weimar die immerhin 15 Jahre gewollt überlebte
Auch von innere Kräfte zerstört die alles taten sie zu schwächen
Wie durch Radikalisierung schließlich endgültig zu zerstörten

Auf den Wert von Republik und Freiheit gerade heute wieder
Verstärkt zu achten scheint nötiger denn je wo Populisten
In Europa die Geistlosen und Verlierer einsammeln um sie
Zu einer Bewegung voll Hass ohne Perspektive zu formen

Struve hat durch seine radikal linken Anschauungen auch
Die Chance eines Kompromisses zerstört wie ihn Brentano
Noch gesucht hätte der eher eine Mehrheit gefunden sowie
Dauerhafter bestehen könnte was er erst spät einsah

So ist das Bemühen der Antifa sicher ehrenwert gegen die
Rechtsradikalen in Sachsen zu protestieren doch scheint es
Eher geboten staatlich einen Mittelweg zu finden statt den
Radikalen Volkskräften von egal welcher Seite nachzugeben

Auch wenn uns Struves Forderungen heute als gemäßigt
Noch erscheinen sind sie radikaler damals noch gewesen
Realpolitik ist eben die Kunst des Kompromisses während
Revolutionäre nur Unruhen wohl anstiften keinen Frieden

Sofern die Revolutionäre ihre Frieden finden mit den von
Ihnen erkämpften Verhältnissen wird eine neue Generation
Wiederum diese infrage stellen um eine neue Zukunft sich
Die Welt nach ihrem Bild zu formen was natürlich scheint

Manche bedauern das Nachlassen der revolutionären Energie
Bei den Jungen die sich lieber um ihre Karriere kümmern als
Eine neue Weltrevolution anzuzetteln noch die irgendwie auch
Keiner mehr wirklich will denn es fragte sich immer wozu

Die Kunst des Machbaren und die Alternativlosigkeit lässt
Neben den rasant sich verändernden Anforderungen im Beruf
Vieles attraktiver heute scheinen als die Weltrevolution noch
In genau Struves Dreiklang Wohlstand Frieden Freiheit erst

Dies könnte als schwach und wenig engagiert bewertet werden
Oder als relativ weise und gelassen um sich nicht weiter in den
Überflüssigen Kämpfen und Schlachten zu verbrennen weil es
Am Ende im Leben um nichts geht als es zu genießen

Wo dies geht und was gut tut ist also gut was nicht nicht
Wann es sich lohnt zu kämpfen bedarf keiner Ansagen
Sondern einer Güterabwägung des eigenen Nutzens
Leben ist zum Genießen da sterben werden wir allein
jens tuengerthal 21.9.2016

Sexwissen 016

Wann macht Sex glücklich
Kommt es auch immer auf
Das Gefühl dabei an weil
Glück auch ein solches ist

Kann so etwas überhaupt je
Allgemein gesagt werde oder
Ist das für jeden anders warum
Es logisch immer anders wäre

Dennoch ist das Glück beim Sex
Sich insoweit ähnlich dass zwei es
Von sich sagen wenn es schön war
Dabei zählt nur das Gefühl danach

Ob wild oder zart schmutzig oder keusch
Ist dabei völlig egal solange beide dabei
Das gleiche auf gleiche Art genießen
Sie sich danach glücklich fühlen

Manchmal befriedigt Sex nur einen dann
Ist das Glück zumindest kein geteiltes
Auch wenn einige meinen darauf käme
Es weniger an als die Nähe an sich

Wer nur die Nähe beim Sex genießt
Als Form konzentrierter Zuwendung
Sich unabhängig voneinander dann
Nur nebenbei befriedigt hat keinen

Das Glück der Befriedigung danach
Tritt dann auch ein aber eben nicht
Zusammen gesucht sondern separat
Gefunden was der Onanie entspricht

Wollte früher nicht glauben wie vielen
Es dabei so geht hielt es für eine eher
Überholte Ausnahme aus anderer Zeit
Welch Irrtum wie die Praxis lehrte

Eigentlich haben diese keinen Sex
Der Sachen nach miteinander sondern
Vollziehen nur sexuelle Übungen dabei
Zur je getrennten Befriedigung für sich

Sofern aber diese es für Sex halten
Damit glücklich sind fragt sich ob es
Darauf für alle ankommt oder einige
Anderes für Sex halten als was es ist

Wer die Erfahrung geteilter Höhepunkte
Kennt wird nie mehr halbe Sachen
Ganzes nennen noch glücklich sein
Wenn Sex keine geteilte Erfüllung findet

Fraglich ob die Erfahrung dieses Glücks
Die Chance es ganz zu genießen mindert
Weil es eben nur ein Teil kann oder es auf
Die richtige Paarung immer nur ankommt

Die Wege dazu sind rein physisch eben
Verschieden darum sollte gemeinsam
Nach der größtmöglichen Befriedigung
Gesucht oder es gelassen werden

Um der Liebe wegen ist es verpönt
Eine Beziehung nur an der Qualität
Des Sex zu messen der doch nur
Die schönste Nebensache sein soll

Doch würden wir uns vermutlich viele
Qualen ersparen wenn wir uns darauf
Genauso konzentrierten wie auf das
Gefühl was noch weniger greifbar ist

Wer mit solch halbem Sex glücklich ist
Soll es bleiben denn was mehr als das
Glück glücklich zu sein können wir je
Erringen und wer sollte darüber urteilen

Vermutlich ähnelt diese Frage des Glücks
Der die einem Blinden Farben erklären als
Schönstes Glück der Natur die er nicht sieht
Fraglich nur ob dann die Suche noch lohnt

Sehr schnell ist dabei zu merken ob beide
Das große Glück der geteilten Lust kennen
Gemeinsam danach streben und dennoch
Geben wir uns der Liebe willen Illusionen hin

Je länger diese Täuschung dauert in der wir
An der Hoffnung es könnte noch klappen
Festhalten desto größer die Frustration wenn
Es wie meist natürlich nicht eintritt

So wäre es vermutlich klüger schnell zu
Entscheiden was passt oder eben nicht
Um sich nach den ersten Monaten nicht
Länger falscher Hoffnung hinzugeben

Der Sex ist keine Nebensache sondern
Ausdruck der gegenseitigen Leidenschaft
Die eben miteinander Erfüllung findet oder
Nicht so dass es reicht Freunde zu bleiben

Das muss nicht beim ersten mal sein
Kann sich ruhig Zeit lassen oder erst
Gemeinsam entdeckt werden was noch
Zauberhafter es machen kann wo wir wagen

Vielleicht ist es bei der Suche nach Glück
Noch wichtiger auch ehrlich zu sich zu sein
Um sich nicht länger einer Illusion hinzugeben
Lieber keine Beziehung als halben Sex

Wer das Gefühl hat es ist alles gut so
Sollte es einfach genießen statt sich
Weitere Fragen zu stellen wer aber
Unzufrieden ist sollte es lieber ändern

Die Illusion großer Liebe die über allem
Steht verführte mich zu leicht dazu der
Natur die natürlich reagiert nicht zu trauen
Dabei ist sie immer der beste Spiegel

Der Glaube es könnte anders werden
Ließ mich immer wieder warten oder
Probieren wo ich eigentlich wusste
Es ist wie es ist und ändert sich nie

Doch stirbt die Hoffnung stets zuletzt
Warum wir lieber nicht aufgeben was
Uns als Liebe scheint auch wenn es
Im Bett nicht gleich so gut klappt

Geduld kann dabei sicher helfen
Liebe im Umgang miteinander auch
Doch schaden dafür Illusionen um so
Mehr weil sie uns unnötig fesseln

Nicht jeder muss zum Glück Erfüllung
Beim Sex miteinander finden doch wird
Wer es kennt nie mit weniger zufrieden
Sein können was den Kreis beschränkt

Es ist natürlich beim Sex nach dem
Höchsten möglichen Glück zu streben
Wer mit weniger glücklich ist mag es
Bleiben alle übrigen suchen weiter

Dabei stellt sich die Frage ob dabei
Mehr Bescheidenheit glücklicher machte
Mit der wir jeden auf seine Art glücklich
Sein lassen statt mehr zu wollen

Sicher erhöhten geringere Ansprüche
Die Chance glücklich mit weniger zu sein
Doch ist es unsinnig sich noch weiter
Zu bescheiden wo es nicht glücklich macht

Natürlich finden sich zwei nicht nur des Sex
Wegen sondern es kommt immer auf viel
Mehr noch an doch wo einer nur irgendwie
Halb glücklich bleibt ist es natürlich zu gehen

Ob wir das Glück mit anderen wieder finden
Ist dabei offen warum viele auch lieber den
Kompromiss des mäßigen Sex schließen statt
Ihrer Natur zu folgen und unglücklich sind

Es scheint also gut beim Sex nach dem
Größtmöglichen Glück geduldig zu streben
Manchmal findet es sich dann wieder nicht
Geben wir uns keinen Illusionen dabei hin
jens tuengerthal 20.9.2016

Dienstag, 20. September 2016

Liebosophie 002

Wo wir feststellten dass nachdenken
Gut für die Liebe sein kann fragt sich
Wie wir es tun sollten um dabei so
Glücklich wie möglich zu werden

Die Liebe sucht das große Glück
Selten erreicht sie es auf Dauer
Doch das könnte an der Haltung
Wie der immer Erwartung liegen

Eine Philosophie die dies bedächte
Sollte also von Erwartung befreien
Um diesen Trennungsgrund vorab
Zumindest zu vermeiden zu suchen

Sich auf das Glück konzentrieren hilft
Dabei weiter als sich mit Problemen
Zu beschäftigen weil es dann immer
Um Lösungen geht was mehr bringt

So ist der Konstruktivismus sicher die
Richtigen Haltung glücklich zu sein
Fragt sich nur wie er Probleme löst
Die unweigerlich immer auftauchen

Der Konstruktivist beschäftigt sich
Mit Lösungen nicht mit Problemen
Die dazu da sind gelöst zu werden
Was zur Suche nach Glück passt

Sich vorzunehmen in jeder Situation
Die beste Lösung für die Liebe noch
Zu suchen bringt eine Haltung die
Lieber sich sucht also konstruktiv ist

Selten gelingt dies wenn die Gefühle
Aus Eifersucht oder Verletzung wallen
Doch haben wir dann zumindest den
Vorsatz es zu tun was eine Hilfe ist

Sobald sich zwei nur noch über Probleme
Unterhalten die sie lösen wollen bevor sie
Sich auf die Suche nach der Liebe machen
Können sie den Versuch meist aufgeben

Dennoch passiert genau das in Beziehungen
Wenn es nur mehr darum geht sich dabei
Durchzusetzen weil von eigenem Recht völlig
Überzeugt mit dem erwartbaren Ergebnis

Darüber vorher nachzudenken hilft zumindest
In der Situation nicht völlig unvorbereitet zu sein
Da wenn zwei sich mit Gefühl finden es immer
Irgendwann zu den üblichen Konflikten führt

Es zu durchdenken um nicht nur dem Gefühl
Voller Zorn oder Enttäuschung ausgeliefert
Zu sein hilft vernünftiger zu reagieren wenn
Sonst alle Vernunft eher gefühlig aussetzt

So gesehen kann die Vernunft die Liebe
Zumindest in einer Beziehung eher retten
Auch wenn es paradox klingt dass Logik
Gefühl hilft spricht die Erfahrung dafür

Was zu dem Punkt führt ob es in einer
Beziehung nicht nur um Liebe geht
Sondern immer auch um Kompromisse
Die sich vernünftig eben leichter finden

Ist die Idee von der großen Liebe nur
Als Ideal schön aber in der Realität
Selten tauglich eine Beziehung zu
Führen weil zuviel Gefühl dabei stört

Die arrangierten Ehen früherer Zeiten
Hielten zumindest durchschnittlich viel
Länger als die heutige Suche nach der
Großen Liebe die oft enttäuscht

Die weit verbreiteten Institute zur
Anbahnung von Partnerschaften geben
Darum Suchkriterien die wir vorab prüfen
Um aus dem Meer passende zu fischen

Doch auch da hoffen wir auf die Liebe
Wenn nicht auf den ersten Blick so doch
Zumindest als Grund sich zu verbinden
Was alle vorher Logik hinfällig macht

Es ist müßig zu überlegen ob wir uns
Lieber mit weniger Liebe verbinden
Weil wir dem Gefühl natürlich folgen
Wollen wenn es sich zeigt gegen alles

Die Erfüllung in einer Partnerschaft die
Von Liebe getragen ist wird noch immer
Deutlich höher sein als in einer die nur
Vernünftig geschlossen wird meinen wir

Fraglich ob dies der Realität entspricht
Oder eine Illusion ist bedenken wir wie
Hoch das Konfliktpotential in einer nur auf
Gefühl aufgebauten Beziehung immer ist

Viele Gründe sprächen dafür dies mal
Infrage zu stellen um nicht in der immer
Gleichen Falle des Gefühls hier auf den
Leim zu gehen die so viel leicht zerstört

Doch spricht alle Erfahrung gegen diese
Sehr vernünftige Idee weil wir gerade in
Der Liebe lieber dem so unvernünftigen
Gefühl der Natur nach folgen wollen

So gehen wir sogar so weit die Liebe
Wo sie auch vernünftig ist nicht für
Echt zu halten warum die Gefahr des
Konfliktes logisch immer wieder kommt

Angenommen diese Illusion wäre auch
Völlig natürlich und wir müssten einfach
Mit ihr leben stellt sich logisch die Frage
Wie wir das Risiko minimieren können

Gefährlich ist es den Verstand dabei
Völlig zu verlieren weil das Gefühl
Jenseits der ersten Verliebtheit selten
Geeignet ist Lösungen zu suchen

Wer also philosophisch konstruktivistisch
Orientiert ist was sich als geeignet erwies
Sollte einen Kompromiss suchen zwischen
Der emotionalen Natur und der Vernunft

Nicht Opfer der eigenen Gefühle zu werden
Die reflexartig im Streit zerstören was wir lieben
Könnte bei der Suche nach Lösungen helfen
Weil es der Vernunft mehr Gewicht gibt

Fraglich ob das zwischen Mann und Frau je
Funktionieren kann oder immer Illusion bleibt
Die Herangehensweise zu unterschiedlich ist
Logik das Missverständnis nur noch erhöht

Die Gefahr besteht sicher als läge sie in der
Eben unterschiedlichen Natur angelegt doch
Kann so zumindest eine Seite möglichst gut
Dem Risiko auf seine Art noch vorbeugen

Ob die eigene vernünftige Haltung immer
Mitgeteilt werden muss scheint dagegen
Aller Erfahrung nach mehr als fraglich
Weil nicht alles einfach logisch funktioniert

So bleibt die Philosophie der Liebe die
Sicher helfen kann eine gute Haltung
Zu finden um Konflikte zu vermeiden
Manchmal ein Geheimnis von einem

Dies spricht weder gegen ihre Logik
Noch gegen die Vernunft überhaupt
Ist nur an der bestmöglichen Lösung
Orientiert die sich real finden lässt

So scheint es am Ende klug über die
Liebe konstruktivistisch nachzudenken
Weil Philosophie der Liebe helfen kann
Nur manchmal klüger darob zu schweigen
jens tuengerthal 20.9.2016

Kulturgeschichten 0364

Schlachtenglück

Am vorletzten Tag der historischen Reise
Durch Ereignise des Jahres frage ich mich
Ob diese einer gewissen Quantendynamik
Gehorchen oder dies doch nur Zufall ist

Am 20. September 331 vor Christus überschritt
Alexander der Große zur Eroberung Persiens
Den Tigris aufgrund der dabei Mondfinsternis
Glauben die Perser künftig an ein böses Omen

Am 20, September 52 vor Christus unterlag die
Gallische Armee unter Vercingetorix in der Schlacht
Bei Alesia Julius Cäsar und den römischen Truppen
Ganz Gallien ist nun besetzt - gut fast ganz Gallien

Am 20. September 451 schlägt der römische Heermeister
Aetius in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern die
Hunnen unter Attila gemeinsam mit den Westgoten warum
Die Schlacht als Verteidigung Europas vor den Hunnen gilt

Früher zumindest wurde sie von Historikern so bewertet
Heute wird da differenzierter geurteilt weil auf beiden Seiten
Der etwa 45.000 Mann starken Heere ein buntes Gemisch
An Völkern und Stämmen um eigene Interessen kämpfte

Am 20. September 1187 begann Saladin mit der Belagerung
Von Jerusalem der da noch Hauptstadt des Königreichs
Jerusalem die wie bekannt zum Erfolg führt danach kam bis
Zur Britischen Mandatszeit nie wieder eine christliche Eroberung

Am 20. September 1792 bis zu dem noch einige unwichtigere
Schlachten auch stattfanden kam es zur Kanonade von Valmy
Während des Ersten Koalitionskrieges die zur ersten Niederlage
Preußens und Österreich gegen das revolutionäre Frankreich führte

Goethe der seinen Herzog der die preußische Kavallerie führte dort
Begleitete schrieb darüber von hier und heute geht eine neue Epoche
Der Weltgeschichte aus und ihr könnt sagen ihr seid dabei gewesen
Was sich auf den ersten Sieg der Revolutionstruppen bezog

Die Schlacht hatte vor allem einen hohen symbolischen Wert
Sie wurde nicht ausgefochten aber die Koalition gegen das
Revolutionäre Frankreich hatte sich zurückgezogen worauf
Am nächsten Tag in Paris die Republik ausgerufen wurde

Die Absetzung des Königs war der Beginn einer neuen Epoche
Welche zwar durch den Terreur unter Danton und Robbespierre
Getrübt wurde aber ein neues Zeitalter in Europa einläutete
Das Volk hatte gegen gottgewollte Fürsten allein gesiegt

So ist Goethes Äußerung zu diesem besonderen Tag auch
Als eine Verbeugung vor der Revolution zu sehen auch wenn
Er als Begleitung des Herzogs natürlich auf der anderen Seite
Stand wahrlich kein Revolutionär war zeigte er Sympathie

Am 20. September 1819 nach Napoleon und dem Sieg der
Kräfte der Reaktion die dennoch Völkerschlacht gegen den
Französischen Ursupator hieß bestätigt der Bundestag des
Deutschen Bundes die Karlsbader Beschlüsse

Damit war Zensur und Kontrolle wie willkürlichen Verhaftungen
So sehr das Tor geöffnet wie dem Verbot der Turnvereine oder
Burschenschaften die sich gegen Napoleon noch so wacker
Geschlagen hatten womit Metternich sein Gesicht zeigte

Am 20. September 1854 errangen die Briten in der Schlacht
An der Alma im Bündnis mit den Franzosen ihren ersten Sieg
Im Krimkrieg mit doppelter Trupppenstärke gegen die Russen
Bei Verlusten von in Summa über 9000 Mann

Am 20. September 1863 führt die Schlacht am Chickamauga
Im Amerikanischen Bürgerkrieg zu einem Sieg der Konföderierten
Der wie bekannt nur kurzzeitig Erfolg für die Südstaaten gegen
Die heute noch Union brachte dafür starben weit über 30.0000

Gewaltfrei aber auch kämpferisch begann am 20. September 1932
Mahatma Gandhi im Gefängnis von Pune mit seinem Hungerstreik
Es dauerte dann noch einige Jahre die Gandhi zum Glück überlebte
Bis es endlich um Mitternacht in die Freiheit ging für Indien und Pakistan

Ein altes Schlachtross gab dagegen am 20. September 1949 nach
Seiner Vereidigung als Bundeskanzler seine erste Regierungserklärung
Der neuen Bundesrepublik nach dem verlorenen Weltkrieg ab
Es folgten noch einige bis Konrad Adenauer dann abtrat

Am 20. September 1972 stellte Willy Brandt als Bundeskanzler
Vor dem Deutschen Bundestag die Vertrauensfrage die dabei
Abschlägig beantwortet wird worauf vorgezogene Neuwahlen
Stattfinden nach denen die SPD weiterregiert er bis 1974 blieb

Am 20. September 2001 kündigte US-Präsident George W. Bush
Als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September gleichen
Jahres den Krieg gegen den Terror an der kein Ende finde in dem
Nach konservativer Auslegung bisher weit über 1 Millionen starben

Hoffen wir dass der 20. September noch einmal Frieden findet
Der die Menschen glücklich leben und lieben lässt denn nach
Nichts sonst sehnt sich der Mensch bei Verstand in Ruhe um
Das Leben so gut wie möglich zu genießen was alles ist
jens tuengertha 20.9.2016

Sexwissen 015

Sex ist ganz natürlich liegt also
In unserer Natur wie das Streben
Danach und die Suche nach dabei
Erfüllung Teil unserer Natur ist

Das ist je nach Neigung unterschiedlich
Manche suchen Extreme andere lieber
Harmonie miteinander gut wenn es sich
Dabei passend findet ohne Enttäuschung

Doch ist was wir dem Trieb folgend finden
Auch vernünftig weil alles Natur dies ist
Können wir darüber nachdenken wie eine
Philosophie für guten Sex entwickeln

Vernünftig nachdenken und triebfhaft sein
Scheint sich auszuschließen dem Wesen
Nach wie auch ganz praktisch weil doch
Selten wer dem Trieb folgt noch rational ist

Oder ist was wir da vernünftig betrachtet
Eher albern wirkend tun doch seiner Natur
Nach ganz vernünftig weil es uns entspricht
So zu sein wie wir beim Sex natürlich sind

Sich Gedanken über eine Philosophie des
Sex zu machen zeugt zunächst vor allem
Davon dass derjenige gerade keinen Sex
Hat weil er Zeit hat in Ruhe nachzudenken

So bleibt alles dazu theoretisch wenn auch
Von vorher Erfahrung gespeist fragt sich so
Was nutzt es sich Gedanken zu etwas zu
Machen bei dem wir nicht mehr denken

Dennoch gilt wie für alle Philosophie das
Sie die Person die über sie nachdenkt
Formt und verändert warum sie sicher
In allem theoretisch nützlich sein könnte

Es gibt sagt alle Erfahrung kein Schema
Was für alle Fälle des Sex taugt der doch
Immer nach Art der Beteiligten wie der je
Situation dabei völlig verschieden ist

Wer stets nur das gleiche tut wird
Langweiligen Sex immer haben der
Schematisch weder der Situation noch
Denen gerecht wird die es gerade tun

Dennoch wiederholt sich viel dabei
Sind die Unterschiede nur winzige
Nuancen wie wir diese aber sehen
Ist eine Frage der Haltung zum Sex

Wer es nur erlebt wird irgendwann
Die Schemen intuitiv erkennen es
Dann oft langweilig finden worauf
Viele anfangen sich umzuschauen

Dann suchen wir unserer Natur nach
Abwechslung und Aufregung riskieren
Dafür manche schöne Liebe völlig
Irrational weil wir dem Trieb folgen

Sich darüber klar zu sein gibt dagegen
Die Gelassenheit die alle Philosophie
Ihrem Wesen nach erstrebt auf die eine
Oder andere vernünftige Art dabei

So kann sich der Sex-Philosoph der
Situation wie sie ist bewusst aber
Doch voller Freude erwartungslos
Um genießen zu können widmen

Über eine Philosophie des Sex
Nachdenken fördert diesen ganz
Natürlich weil schon das Thema
Erregend ist und seinen Weg geht

Darüber dann reden wirkt ähnlich
Wer sich dabei seine Gedanken
Bereits gemacht hat wird gelassen
Argumentieren was beides fördert

Welche Haltung und Philosophie wir
Dabei als unsere finden unterscheidet
Sich je nach Wesen immer doch lohnt
Weiter denken so sehr wie ausprobieren

Philosophie öffnet das Tor zur Freiheit
Auch wenn immer wieder Philosophen
Wege suchten diese rational wieder zu
Beschränken geht es doch um sie

Sich der völligen Freiheit im Denken
Bewusst zu sein wie Kant sie in der
Gewissensfreiheit des kategorischen
Imperativ definierte macht immer frei

Frei zu sein ohne Vorbehalte aber ist
Die Voraussetzung Sex ganz genießen
Zu können und nicht nur normierte Rituale
Der Fortpflanzung miteinander zu treiben

Bedenke ich wie viele moralische Schranken
Aus dem Aberglauben oder anderen noch
Konventionen Menschen folgen wundert der
Misserfolg vieler beim Sex nicht weiter

So ist eine Haltung zum Sex wie der dabei
Natürlichen Freiheit die Voraussetzung um
Ihn natürlich genießen zu können längst
Weil viele nicht mehr frei handeln können

Es scheint also nur zunächst unvernünftig
Sich über den Sex vernünftige Gedanken
Machen zu wollen weil wir dabei immer
Natürlich triebhaft handeln ohne Freiheit

Wo wir den Trieb erkennen sind wir auch
Wenn wir ihm folgen freier ihn zu genießen
Nicht Opfer seiner Macht werden sondern
Etwas bewusster gestalten was geschieht

Vor dem Sex nachdenken um sich dabei
In der völligen Freiheit fallenzulassen
Könnte ein guter Weg sein die Freiheit
Mit der Lust beim Sex zu vereinen
jens tuengerthal 19.9.2016

Montag, 19. September 2016

Liebosophie

Taugt ein Gefühl für logische Gedanken
Kann die Liebe eine Philosophie haben
Lieben wir ganz wenn wir dabei noch
Dem Verstand folgen statt es zu tun

Im Prinzip ist die Liebe eine Naturgewalt
Sie ereilt uns unverhofft und ungefragt
Doch hängt sie an vielen Faktoren noch
Die uns immer wieder vernünftig sein lassen

Warum die Vernunft weniger natürlich
Sein soll als das Gefühl ist nicht klar
Dennoch gehen wir von einer Dialektik
Beider nach der Natur immer noch aus

Noch schwieriger wird es wenn wir mit
Dem Gefühl allein die Beziehung zu einem
Anderen Menschen noch bestimmen wollen
Wie oft erleiden wir dann traurigen Schiffbruch

Sich dabei wie vorher vernünftig zu überlegen
Liegt also nahe auch wenn wir es gern leugnen
Komponenten der Kompatibilität werden ganz
Automatisch von uns vorab schon geprüft

Die Abläufe mit denen wir dies prüfen
Entsprechen unserer Natur immer sonst
Fühlen wir uns nicht wohl damit was eine
Vernünftige Einrichtung der Natur wohl ist

Wenn es vernünftig und unserer Natur nach
Passt sollten wir auf andere Komponenten
Dabei weniger Wert legen scheint es doch
Bestimmt meist der unklare Begriff Liebe alles

Wir sprechen von großer Liebe oder auch der
Verlorenen Liebe in der wir uns täuschten weil
Sich unsere Erwartungen nicht erfüllten dabei
Wissen wir Erwartungen sind der Tod der Liebe

Dies weil kein anderer eigene Erwartungen länger
Als einen verblendeten Moment lang erfüllen kann
Jede Liebe dann mit Enttäuschung logisch endet
Wer liebt den anderen haben will wie er ist

Warum trauen wir einem unklaren Gefühl dabei
Mehr als aller Logik oder auch der Natur die wir
Um der Idee der Liebe willen gern verleugnen
Ist dies Verhalten noch irgend natürlich

Häufiger an der Liebe gescheitert in Beziehungen
Frage ich mich woran das liegen kann und worauf
Es dabei entscheidend ankommt um glücklich noch
Miteinander zu sein was logisch dagegen spricht

Meist finden sich dann nur Kleinigkeiten die Liebe
Immer überwände wäre sie da weil diese eben
Ihrem Wesen nach blind macht und den Verstand
Trübt den Horizont auf die Geliebten verengt

Lieben wir dann noch wenn wir uns plötzlich
Wieder klarsichtig vom anderen abwenden
Weil alles inkompatibel uns scheint oder ist
Was dann abläuft nur eine Art Schutzreflex

Es scheint natürlich sich vor Verletzungen
Durch einen anderen schützen zu wollen
Dennoch führt dies natürliche Verhalten zum
Gegenteil dessen was das Gefühl noch will

Wo eine Liebe sich als nicht lebbar erweist
Sollten beide sich das eingestehen um sich
In guter Erinnerung freundlich zu trennen
Doch bleibt dies meist bloße Theorie nur

Noch viel seltener als in der Liebe gelingt uns
Am Ende einer solchen die Gleichzeitigkeit
Des Gefühls und so handelt mindestens einer
Selten vernünftig mit entsprechenden Folgen

Genau zu sagen was diese Liebe eigentlich ist
Fällt logisch schwer weil es immer eine Summe
Von Gründen ist und noch mehr die das Gefühl
In uns auslösen ohne zu wissen was entscheidet

Die Liebe ist also scheinbar in allem eher sehr
Unübersichtlich und unserer Natur fällt es schwer
Das Verhalten entsprechend anzupassen warum
Es zum Ende häufig kommt mit Verletzungen

Was würde eine Philosophie der Liebe helfen
Machte sie uns vernünftiger dabei oder würde
Sie uns am Ende rational handeln lassen was
Zugegeben noch unwahrscheinlicher klingt

Eine Freundin hat mich aus wie ich es heute
Sehe ganz vernünftigen Gründen verlassen
Wir passten nie zusammen waren nicht glücklich
Doch konnte ich diese Vernunft nie würdigen

Mit anderen habe ich ewig gerungen weil wir
Statt uns dem verletzten Gefühl liebevoll nun
Zu widmen einander nur verletzen wollten
Als ob es am Ende etwas zu gewinnen gäbe

Mehr Gelassenheit wäre also zu wünschen
Doch kann es diese geben oder wäre so jede
Leidenschaft verloren die Liebe ja ausmacht
Müssen wir logisch liebend immer leiden

Dabei wird vermutlich unmöglich sein jedoch
Könnte es helfen sich weniger auf das Gefühl
Allein zu verlassen wenn es Probleme gibt
Als auch logisch nachzudenken was wir wollen

Was macht uns glücklich wenn wir darüber
In Ruhe nachdenken und was tun wir damit
Dieser Zustand eintritt und anhält sich zu fragen
Dürfte weiterführen als alle Gefühlssicherheit

Natürlich erscheint es uns ganz vernünftig
Den anderen schrecklich zu finden der uns
Verlässt doch fragten sich beide mehr was
Sie wollen und glücklich macht wären sie es

So kann das Verlassen sein in seiner Einsamkeit
Der beste Weg zum Glück sein weil es uns den
Vernünftigsten Weg dazu ernüchtert zeigen kann
Dieser Perspektivwechsel wird neue Wege öffnen

Sich also weniger mit dem warum nicht beschäftigen
Als mit dem was will ich und was macht mich glücklich
Könnte der taugliche und auch vernünftige Schlüssel
Zum geteilten Glück auf Dauer für uns noch sein

So gesehen scheint es mir ganz natürlich auch
Über die Liebe nachzudenken wie eine Philosophie
Der Liebe nach Epikur zu leben weil es den Weg zum
Glück leichter macht als alles bisher probierte
jens tuengerthal 19.9.2016

Kulturgeschichten 0363

Lübbische Freiheit

Wie frei macht Stadtluft heute noch
Machte sie es je oder war es nur
Die Macht reicher Bürger gegen den
Auf dem Land eben sonst Adel

Berlin ist in vielem freier und weiter
Als der Rest des Landes hier wurden
Viele Lebensmodelle vorgelebt die
Andernorts noch als verpönt galten

Von der Kommune 1 bis zu den Papis
Die auf Spielplätzen saßen als das
Noch nicht normal war sondern eben
Eine innovative Ausnahme bildete

Die Stadt war sogar so modern sich
Noch vor Korea oder Vietnam zu teilen
Um doppelt so viel davon zu haben
Wobei relativ war was wer wovon hatte

Aber Berlin ist jung wurde erst um 1237
Erstmals erwähnt während etwa Lübeck
Bereits zur Zeit Karls des Großen von den
Slawischen Abodriten gegründet wurde

Noch bevor von Berlin die Rede war erhielt
Lübeck am 19. September 1188 für sich das
Barbarossa-Privileg zur Garantie seiner Rechte
Von Kaiser Friedrich I. das es nicht mehr gibt

Ob diese Urkunde mit denen gegenüber dem
Enkel Friedrich II. die Rechte geltend gemacht
Wurden eine Fälschung ist wie in Österreich das
Privilegium maior ist wohl eher unwahrscheinlich

Die Stadt war nach einem verheerenden Großbrand
Von Barbarossas Vetter Heinrich dem Löwen 1158
Neu gegründet worden und unterstand seit dessen
Entmachtung 1180 vorerst in kaiserlichem Besitz

Mit den Hoheitsrechten auf das Flüsschen Stecknitz
Bis Mölln und der Verpfändung der Stadt Mölln wurde
Dies Privileg mit dem Bau des Stecknitz-Kanals zur
Zur Schlüsselposition für Lübecks Handelsmacht

Bis 1890 wurden die Privilegien die auch das
Fischereirecht in der Lübeckerbucht umfassten
Im Rechtsstreit mit Mecklenburg herangezogen
Erst 1928 lehnte der Staatsgerichtshof sie ab

Zahlreiche Kirchspiele im östlichen Klützer Winkel
Finden durch die im Klützer Wald eingeräumten
Holzeinschlagrechte erste urkundliche Erwähnung
Dies gilt auch für Grünlandnutzung in der Umgebung

Seit 1914 ist durch Schriftvergleiche bekannt dass
Die im Archiv verwahrte Ausfertigung eine Fälschung
Sein muss die der Lübecker Domherr Marold um 1225
Anfertigen ließ die von Friedrich II. bestätigt wurde

Sie diente der Loslösung von der Oberherrschaft des
Dänischen Königs Waldemar und der Stärkung gegenüber
Den Holsteiner Grafen von Schaumburg doch Friedrich
Bestätigte die Privilegien die sein Großvater schon gab

Er erteilte dem Lübecker Ratssendboten in Fidenza auch
Den Lübecker Reichsfreiheitsbrief womit die Stadt erstmals
Reichsunmittelbar wurde woraufhin dieser Anspruch im
Nächsten Jahr in der Schlacht bei Bornhöved realisiert wurde

Dem Aufstieg der freien und später Hansestadt Lübeck stand
Nichts mehr im Wege die Fälschung hatte sich erfolgreich
Beim Stauferkaiser durchgesetzt sie wurde was später noch
So wunderbar Thomas Mann in den Buddenbrooks beschrieb

Vielleicht ist dieser Roman eine gute Brücke in die Geschichte
Trugen doch die Buddenbrooks die aus Rostock einst kamen
Wo ein Vorfahr Gewandschneider noch war als Kaufleute wie
Senatoren die Lübecker Freiheit beispielhaft immer mit

Passend dazu auch die Ansprache des alten Herrn Konsul an
Die Hafenarbeiter während der 1848er Unruhen wo er sie zur
Ruhe aufruft und sie schließlich nach Hause schickt was diese
Der alten Autorität die kein Adel war gehorchend auch brav tun

Lübeck wurde von Patriziergeschlechtern erfolgreicher Kaufleute
Regiert und wenn der Erfolg nachließ verloren sich manchmal
Auch die großen Familien die einfach untergingen im immer
Auf und ab der Geschäfte der lange führenden Hansestadt

Mann der für seinen Roman zunächst in Lübeck angefeindet
Worden war weil sich zu viele präzise beschrieben wieder
Erkannten die Karikatur zu treffend war und wird heute dafür
Mit Nobelpreis geadelt hoch verehrt als großer Sohn der Stadt

Die Buddenbrooks hatten als Wahlspruch nur des Tags solche
Geschäfte zu machen dass du des Nachts gut schlafen kannst
Also immer ehrliche Kaufleute zu sein und der Abstieg des Hauses
Begann als Thomas ein riskantes Spekulationsgeschäft tätigte

Er hatte für den Mann der alten Freundin seiner Schwester Tony
Armgard von Schilling aus dem Mädchenpensionat noch die Ernte
Zu günstigem Preis spekulativ ungesehen auf dem Halm gekauft
Was ein Gewitter in einer Nacht zunichte machte mit Verlusten

Thomas wurde krank er schlief unruhig und eines Tages traf ihn
Aus heiterem Himmel der Schlag und da sein Sohn und Erbe
Der sich mehr für Musik interessierte noch zu jung war löste sich
Die Firma Buddenbrook auf und die Witwe zog gen Süden

Er hatte gegen das Motto gehandelt und auch ob der Lübecker
Domherr bis zur Rückkehr des Boten von Kaiser Friedrich II. noch
Ruhig schlief darf bezweifelt werden so beruht die Macht der so
Ehrwürdigen alten Hansestadt auf nichts als einer Fälschung

So sind wohl manche Dinge vom Erzherzog in Österreich bis
Zur Lübecker Freiheit nichts als Produkte des Betrugs doch
Die Geschichte ließ es mit der Zeit gültig werden doch bleibt
Betrug am Anfang der ehrenvollen Privilegien als Makel

Vielleicht diente die Notlüge nur dazu ein bestehendes Recht
Geltend machen zu können zu dem leider die Urkunde aus
Unerfindlichen Gründen verloren ging vielleicht aber wurde
Diese auch genau so geschrieben wie es gerade passte

Weniger schnell über die Dinge mit Sicherheit zu urteilen
Auch wenn sie alt und ehrwürdig sind könnte helfen wieder
Entspannter miteinander umzugehen was die Wahrheit
Betrifft diese immer Erfindung eines Lügners

Warum sie eine solche denklogisch ist fand ich schon
Immer gut und spannend auch um den eigenen sonst
Felsenfesten Standpunkt zu hinterfragen und so lehrt
Die Geschichte manchmal mehr als es so scheint
jens tuengerthal 19.9.2016