Donnerstag, 25. August 2016

Kulturgeschichten 0333

Bayernärger

Die Bayern sorgen gern für Ärger
Nun überschwemmen sie bald wieder
Das Land mit ihrer so peinlichen bunten
Oktoberfestpropaganda immer zu laut

Ob die Bundesliga ohne den FC Bayern
Spannender wäre mag dahinstehen auch
Ob Deutschland ohne sie Weltmeister je
Geworden wäre soll nicht gefragt werden

Nicht mal der Wechsel von Hummels wie
Der Hummelbiene von Preußen in die
Südliche Provinz sei hier ein Thema egal
Ob Götzes Rückkehr es gerecht macht

Wichtiger als der nur Fußball der sicher
Für viele die wichtigste Nebensache
Solange wir nicht vom Sex sprechen
Ist wohl die Zuverlässigkeit des Staates

Mit den Bayern die damals noch von den
Welfen regiert wurden ärgerten sich schon
Kaiser Barbarossa und die vor ihm herum
Aufgrund mangelnder Zuverlässigkeit

Der Beginn der nationalsozialistischen Bewegung
Die der österreichische Postkartenmaler in die
Junge Republik von München aus trug könnte
Bände sprechen folgten sie dem nicht wie überall

Von Franz Josef Strauß bis Seehofer ist dieser
Sogenannte Freistaat ein immer wieder Ärgenis
Für alle zivilen Verhandler in seiner Bockigkeit
Die sich gegen jeden Kompromiss sperrte

War Bayern jemals zuverlässig oder haben die
Ureinwohner aus dem Südosten schon immer
Freund und Familie für eine Krone verkauft wie
Der Kult um ihre Riten immer peinlich noch ist

Wer sich in seinen Traditionen so laut öffentlich
Profilieren muss hat meist ein Problem mit dem
Selbstwert was verständlich ist betrachten wir
Was dies Land kulinarisch nur hervorbrachte

Auch was es heute noch laut bewirbt jenes
Besäufnis auf der Wiese ist für Feinschmecker
Ähnlich reizvoll wie das was die dort Besucher
Reihenweise wieder in die Umgebung kotzen

Landschaftlich sicher reizvoll mit überraschend
Schönen und gebildeten Menschen trotzdem
Scheint dem geborenen Hanseaten wie nun
Preußen so fremd wie einst Tony Buddenbrook

Doch wäre Fremdheit durch Integration wohl
Noch überwindbar gäbe es eine Verständigung
Diese scheitert jedoch immer wieder an der je
Haltung zu Fairness und Verständigung noch

In Bayern ist ein Held wer das beste für den
Freistaat oder das Königreich lieber wohl noch
Herausholt wobei der Weg egal ist denn wer
Dabei krumme Dinge macht ist ein Schlawiner

Merkel erlebte es bei vielen Kompromissen
Wenn ihnen die CSU in den Rücken fiel oder
Sie öffentlich vorführte im Bayernland statt sich
Solidarisch nur populistisch widerständig gaben

Nichts war dabei zu billig am rechten Rand bis
Ausgerechnet in Bayern die ersten Probleme
Mit Gewalt noch auftraten die es in Berlin
Allem unerträglichen Chaos zum Trotz nie gab

Dann wurde der Prahlhans ohne Perspektive
Etwas leiser auch wenn keiner weiß was der
Vorher Lärm erreichen sollte als eben Radau
Der im Land der Bayern wohl attraktiv macht

Dieser Lärm stärkte den rechten Rand den
Gerade der verfassungsferne AfD besetzt
Mit seinem sächsischen Straßenableger
Pegida was schon wieder gut passt

Auch die Sachsen ein Freistaat der sich gern
Für etwas besseres hält umgekehrt proportional
Noch zum Hochdeutsch der Bewohner gilt das
Selbige beim Rechtsstaat mit Blick nach rechts

Doch belegt auch die Geschichte schon diese
Bayerische Sonderstellung noch mit der sie
Sich gern hervorheben bei gleichzeitiger
Unzuverlässigkeit im Bündnis mit anderen

Am 25. August 1805 fällt Bayern seinen
Bündnispartnern Österreich und Russland
Im noch geheimen Bogenhausener Vertrag
In den Rücken und wechselt zu Frankreich

Dies gibt dem Kurfürstentum das sich nun
Mit Napoleon verbündet die Möglichkeit
Zum Königtum zu werden was es immer
Schon gern sein wollte den Verrat wert war

Bayern hatte bereits Teile seines damals
Noch zersplitterten Kurfürstentums verloren
Durch den Reichsdeputationshauptschluss
Hatte es seine Gebiete geeint und erweitert

Bayern hatte 1800 noch in der Schlacht von
Hohenlinden an der Seite Österreichs gegen
Napoleon verloren als sich nun eine neue
Koalition gegen diesen bildete stiegen sie aus

Der im Gartenhaus Bogenhausen auf Seite
Von Bayern durch Freiherr Max von Monteglas
Unterzeichnete Vertrag erlaubte Frankreich
Den Einmarsch seiner Truppen nach Bayern

Ab da känpften bayerische Truppen etwa bei
Iglau in Böhmen gegen Österreich was klar
Zum Sieg der Franzosen bei Austerlitz beitrug
Am folgenden 2. Dezember auch in Böhmen

Im Frieden von Preßburg am 26. Dezember 1805
Belohnte Napoleon den Kurfürsten mit den von
Österreich abgetretenen Grafschaften Tirol wie
Vorarlberg wie der erträumten Königswürde

Wörtlich hieß es zum bayerischen Königtum dort:

"Die Kurfürsten von Baiern und Würtemberg nehmen den Königstitel an, ohne jedoch aufzuhören, Glieder des deutschen Bundes zu seyn. Se. Majestät der Kaiser von Deutschland und Oesterreich erkennt sie in dieser Würde."

So begann das gern stolze Königreich Bayern
Seine Würde als solches mit einem Verrat der
Weiter dazu betrug das Reich Karls des Großen
Endgültig zu zerstören ohne Rücksicht auf Verluste

Später als Napoleon dann unterlag wie sich die
Stimmung im Land wandelte wendete Bayern
Wieder geschickt auf den nationalen Kurs als
Hätten sie nie eine andere Meinung vertreten

Es dachte also ein jeder mal wieder zuerst
An sich statt gemeinsam gegen den Eroberer
Vorzugehen der sich aggressiv ausbreitete
Dem Bündnisse wie dieses den Weg bereiteten

Erst die Niederlage und die Zerstörung der
Grande Armée auf dem Rußlandfeldzug 1812
Veränderte die Lage wieder doch Bayern blieb
Auch nach dem Wiener Kongress Königreich

Die Revolution von 1918 beendete dieses erst
Durch Verrat erlangte Königtum wieder nach
Etwas über 100 Jahre und es folgte kurz die
Bayerische Räterepublik ohne jeden König

Warum Bayern sich auf diese Geschichte als
Königreich aus Verrat immer noch stolz beruft
Ist so unklar wie die Gründe ihrer Sonderstellung
Mit der sie sich im Bund immer wieder querstellen

Preußen band Bayern dann im Deutschen Bund ein
In der Weimarer Republik war es ein Bundesstaat
Wie es dies heute noch ist der sich nur eben als
Freistaat für etwas besonderes ohne Grund hält

Die Kanzlerin wäre mit einem gesunden Misstrauen
Gegenüber dem CSU regierten Land also gut beraten
Dessen Kurs die verfassungswidrige Infragestellung
Des Grundrechts auf Asyl zu lange tolerierte

Die vielen lächerlich gescheiterten Versuche eines
Horst Seehofer von der Maut bis zum Asylkompromiss
Blamierten zwar hauptsächlich diesen doch scheint
Die Wahrnehmung dafür in Bayern eher getrübt

Deutschland ist ein föderaler Bundesstaat der seinen
Bundesländern viele Rechte zugesteht was auch der
Gewachsenen Struktur des Landes gut entspricht
Doch braucht auch diese unbedingt Zuverlässigkeit

Wer meint die anderen immer wieder nach gutdünken
Vor den Kopf stoßen zu können ist kein Partner sondern
Ein Problemfaktor dessen Eitelkeit viel Kraft kostet
Dafür faire Konsequenzen haben sollte endlich

Wenn Bayern sich dann verabschieden wollte um mit
Österreich einen Bund zu bilden verlöre vielleicht die
Bundesliga ein Topteam doch sollte der nur Sport nie
Maßstab für zuverlässig gute Politik mehr sein

Was aus Großbritannien und Spanien wird ist unklar
Ob dortige Bürger sich bald für eigene Wege noch
Entscheiden ist offen dies sollte den Bayern auch
Vorgeschlagen werden wenn sie weiter so agieren

Die höfliche Form des Umgangs scheint den Bayern
Wie Thomas Mann schon so treffend in den Budenbrooks
Beschrieb weniger zu liegen als der Krawall vielleicht
Genügte auch sie weniger ernst künftig zu nehmen
jens tuengerthal 25.8.2016

Mittwoch, 24. August 2016

Kulturgeschichten 0332

Teilungspakt

Dreimal wurde Polen schon geteilt als
Der Hitler-Stalin-Pakt am 24. August 1939
Von Molotow und Ribbentrop unterzeichnet
Das vierte mal insgeheim wieder beschloss

In Zeiten in denen Russland voller Sehnsucht
Nach einstiger sowjetischer Größe sich etwa
Die Krim wieder aneignet die einst noch ihre
Katharina die Große eroberte wieder aktuell

Mit schlechter Erfahrung genug fürchten die
Balten um ihre Freiheit auch wenn es keine
Anzeichen solcher Absichten gibt als noch
Ein wenig Muskelspiel an den Grenzen

Besonders Polen wurde darum mehr als
Vorsichtig unterstützte sogleich noch die
Putschende Opposition gegen den Kreml
In der Ukraine mit absehbarem Ende

Ob darum Russland der Aggressor ist
Ein untreuer Bündnispartner oder nur
Mit genug schlechter Erfahrung eben
Misstrauisch ist bleibt hier die Frage

Hier hilft der Blick in die Geschichte
Zum Verständnis der Moskauer Haltung
Die Kontinuitäten zeigt auf beiden Seiten
Vom Zarenreich über die UDSSR bis Putin

Der Hitler-Stalin-Pakt zeigt dabei deutlich
Wie stark noch das Bedürfnis nach einer
Diplomatischen Sicherheit für Frieden bei
Insgeheim imperialem Streben zugleich war

Offiziell als  Nichtangriffpakt besiegelt war
Es die garantierte Neutralität bei einer noch
Militärischen Auseinandersetzung mit Polen
Oder den Westmächten die gleiches suchten

Zuvor hatten Frankreich und England versucht
Mit Stalin ein Bündnis gegen Hitler zu schließen
Der nach dem Bruch des Münchner Abkommens
Wie dem Einmarsch nach Böhmen ihr Gegner war

Dies war an verschiedenen Interessenlagen doch
Noch gescheitert was aus der totalitären Nähe im
Wesen zwischen Stalinismus und Nationalsozialismus
Leicht verständlich ist im Pakt noch deutlicher wurde

Das geheime Zusatzprotokoll sah für den Fall einer
Territorial-politischen Umgestaltung der Regionen
Vor dass die Sowjetunion im Ersten Weltkrieg verlorene
Gebiete des einst Zarenreiches zurückgewinnen sollte

Damit  wären Finnland Estland Lettland und Ostpolen
Der sowjetischen Interessensphäre während Litauen
Wie Westpolen der deutschen zugefallen in Polen noch
Sollten Narew San und Weichsel die Gebiete abgrenzen

Zusätzlich gab es darin noch ein Wirtschaftsabkommen
Wonach die Sowjetunion neben Nahrungsmitteln noch
Rohstoffe wie Öl und Erze lieferte während Deutschland
Industrielle Erzeugnisse und Steinkohle zu bieten hatte

Während Russland seinen Verpflichtungen bis zum dann
Kriegsausbruch genau und sehr kulant nachkam war das
Deutsche Reich mehrfach in Verzug gekommen zusätzlich
Gab es nach der Aufteilung Polens noch einen Vertrag

Dieser deutsch-sowjetische Grenz- und Freundschaftsvertrag
Schlug nun Litauen der UDSSR zu und regelte die dann
Überführung der Minderheiten in den eigenen Machtbereich
Setzte die wirtschaftliche Zusammenarbeit noch weiter fort

Der Vertrag hielt Deutschland damit den Rücken frei
Für den Krieg im Westen und sicherte die Versorgung
Trotz der Boykotte der Westalliierten mit allen damals
Kriegswichtigen Waren und der Grundversorgung

So gab Stalin Hitler die Möglichkeit des Überfalls auf
Polen indem er ihm den Rücken frei hielt wie die
Versorgung sicherte bis Hitler meinte nun auch noch
Russland überfallen zu müssen als GröFaZ scheiterte

Die von Russland dominierte Sowjetunion war also
Vertragstreu während das Deutsche Reich weder
Während des Vertrages zuverlässig war noch sich
Mit dem Angriff auf Russland vertragsstreu verhielt

Sie wollte andererseits bestimmte Bereiche auf
Imperiale Art kontrollieren die sie offiziell lange
Verheimlichte und erst nach Gorbatschow so
Veröffentlichte wie es den Tatsachen entsprach

Unter Putin ging wieder die Tendenz dahin das
Von Jelzin veröffentlichte Anerkenntnis auch
Teilweise zu relativieren bei gleichzeitiger doch
Formaler Entschuldigung gegenüber Polen

Andererseits verhielt sich Putin vertragstreu
Soweit es Vereinbarungen betraf wie etwa
Die Lieferung von Erdgas bei dem Länder
Wie die Ukraine etwa nicht mal bezahlten

Es wäre illusorisch zu glauben es ginge
In Russland so demokratisch zu wie etwa
In Europa doch ist es noch besser sich
Auf Verträge verlasssen zu können als nicht

Wer aus der Geschichte lernen wollte sieht
Russland ist ein relativ zuverlässiger Partner
Der zwar imperiale Interessen verfolgt doch
Durch Verträge sicher einzubinden noch wäre

Eine Politik der Drohung und Provokation wird
Dagegen Russland gegenüber so wenig Erfolg
Haben wie gegenüber der Sowjetunion auf die
Bis zu Hitlers wahnsinnigen Angriff Verlaß war

Dass Russland für Polen wie Balten auch nach
Der Relativierung des Hitler-Stalin-Paktes ein
Gefährlicher Nachbar scheint ist verständlich
Doch auch hier helfen auf Dauer nur Verträge

Es muss nicht alles wohl gefallen was Putin tut
So wenig wie bei den USA die beide immer auch
Imperiale Interessen verfolgen zwischen denen
Europa schnell nur noch zerrieben noch würde

Doch ist zu wissen wer Verträge hält wenn es
Drauf ankommt besser in Frieden einzubinden
Als im Konflikt dies ein sicherer Gegner wäre so
Ist auf Russland mehr Verlass als auf viele

Dabei nicht verkennen sie handeln immer noch
Imperial wie im Zarenreich wenn sie es können
Halten Gewalt des Stärkeren für angemessen
Ermöglicht den Umgang unter fairen Partnern
jens tuengerthal 22.8.2016

Lustsonett V

Wenn ich des Morgens hinter dir erwache
Die Lust vielleicht aus Träumen stehend noch
Drängt sie sich wie von allein zu deinem Loch
In das hinein sie will ohne das ich viel mache

So hat Natur uns wohl den Schlaf geschenkt
Damit in Träumen wir uns ungewollt verlieren
Die Kraft zu schöpfen nacheinander zu gieren
Wie dann dein Morgentau zum Ziel ihn lenkt

Die erste Lust am Morgen ist halb wohl oft
Noch Traum für alle die dabei zuletzt erwachen
So vögeln wir halb schlafend besser als gehofft

Wie lustvoll traumhaft könnten wir es machen
Dann kommt es uns halb wach ganz unverhofft
Auch wer sich dann verpasst beginnt mit Lachen
jens tuengerthal 23.8.2016

Dienstag, 23. August 2016

Alles oder Nichts

Wer nichts sagt
Sagt auch alles
Alles und nichts
Vielleicht ist das
Alles gewesen
Mehr bleibt nicht
Dann ist sich doch
Am Ende wieder
Alles ähnlich
Mehr oder weniger
Was immer wem
Nichts oder alles
Noch ist bleibt es
Alles oder Nichts
jens tuengerthal 23.8.2016

Kulturgeschichten 0331

Weltenkaiser

„Vor vierzig Jahren, am selben Ort, am Vorabend des Dreikönigstages, hat mich der Kaiser, mein Großvater, für volljährig erklärt. Dann wurde ich König von Spanien, dann selbst Kaiser – Ich habe die Kaiserkrone gesucht, nicht um über noch mehr Reiche zu gebieten, sondern um für das Wohl Deutschlands und der anderen Reiche zu sorgen, der gesamten Christenheit Frieden und Eintracht zu erhalten und zu schaffen und ihre Kräfte gegen die Türken zu wenden. Ich habe darum viel beschwerliche Reisen machen, viele beschwerliche Kriege führen müssen … aber niemals mutwillig, sondern stets sehr gegen meinen Willen als Angegriffener …“

 „Große Hoffnung hatte ich – nur wenige haben sich erfüllt, und nur wenige bleiben mir: und um den Preis welcher Mühen! Das hat mich schließlich müde und krank gemacht. Ihr wisst alle, wie sehr … Ich habe alle Wirrnisse nach Menschenmöglichkeit bis heute ertragen, damit niemand sagen könnte, ich sei fahnenflüchtig geworden. Aber jetzt wäre es unverantwortlich, die Niederlegung noch länger hinauszuzögern. Glaubt nicht, dass ich mich irgend Mühen und Gefahren entziehen will: Meine Kräfte reichen einfach nicht mehr hin. Vertraut meinem Sohn, wie er euch vertraut, seid einig, übt stets Gerechtigkeit und lasset den Unglauben nicht in eure Reihen.“

„Was mich betrifft: ich weiß, daß ich viele Fehler begangen habe, große Fehler, erst wegen meiner Jugend, dann wegen des menschlichen Irrens und wegen meiner Leidenschaften, und schließlich aus Müdigkeit. Aber bewusst habe ich niemandem Unrecht getan, wer es auch sei. Sollte dennoch Unrecht entstanden sein, geschah es ohne mein Wissen und nur aus Unvermögen: ich bedaure es öffentlich und bitte jeden, den ich gekränkt haben könnte, um sein Verzeihen.“

So ging der Kaiser in dessen Reich
Die Sonne nie unterging bescheiden
Immer strebsam bemüht auch wenn
Mit aller Welt dazwischen im Krieg

Es war Karl V. der sich so äußerte
Anlässlich seiner Abdankung noch
Als schwacher alter Mann längst mit
Nur 56 Jahren am 23. August 1556

Ein einmaliger Vorgang war das was
Karl aus dem Hause Habsburg da
Am 25.10.1555 in Brüssel gestützt
Schon auf Wilhelm von Oranien tat

Der da noch Kaiser und König übergab
Als schwacher alter Mann seinem Sohn
Die Herrschaft über die Niederlande die
Noch lange kämpften bis sie sich teilten

Es war dieser Teil seines Reiches Erbe
Von Seiten der Großmutter gewesen
Der schönen Maria von Burgund der Tochter
Karls des Kühnen nach dem er wieder hieß

Seine Großmutter war schon fast 20 Jahre
Tot als Karl am 24.2.1500 in Gent geboren
Wurde als Sohn Philipps des Schönen wie
Johanna von Kastilien der Wahnsinnigen

Der Vater war Kronprinz des Kaisers schon
Jenes letzten Ritters Maximilian I. der erst
Burgund erheiratete Böhmen und Ungarn
Unter Habsburger Herrschaft noch brachte

Seine Kinder verheiratete er mit Spanien
Das unter Ferdinand und Isabella sich erst
Zu einem Land einte und von den Mauren
Nach vielen hundert Jahren befreit hatte

Als der ältere Sohn der Kronprinz starb
Erbte plötzlich die Tochter Johanna die
Auch noch mit Philipp verheiratet war dem
Vater Karls und so kam eins zum anderen

Die Tante Margarete war Statthalterin noch
In den Niederlanden als Karl dort geboren
Bekam er sofort den Titel eines Grafen von
Luxemburg zu dem sich noch viele fanden

Der später erwählte römische Kaiser Karl V.
Trug eine lange Reihe von Titeln all seine
Güter wie seine Verantwortung zu nennen
Die so schwer auf ihn lastete er nannte sich

Wir, Karl der Fünfte, von Gottes Gnaden erwählter Römischer Kaiser, zu allen Zeiten Mehrer des Reiches, in Germanien, zu Kastilien, Aragon, León, beider Sizilien, Jerusalem, Ungarn, Dalmatien, Kroatien, Navarra, Granada, Toledo, Valencia, Galizien, Mallorca, Sevilla, Sardinien, Córdoba, Korsika, Murcia, Jaén, Algerien, Algeciras, Gibraltar, der Kanarischen und Indianischen Inseln und des Festlandes, des Ozeanischen Meers &c. König, Erzherzog zu Österreich, Herzog zu Burgund, zu Lothringen, zu Brabant, zu Steyr, zu Kärnten, zu Krain, zu Limburg, zu Luxemburg, zu Geldern, zu Kalabrien, zu Athen, zu Neopatria und zu Württemberg &c. Graf zu Habsburg, zu Flandern, zu Tirol, zu Görz, zu Barcelona, zu Artois und zu Burgund &c. Pfalzgraf zu Hennegau, zu Holland, zu Seeland, zu Pfirt, zu Kyburg, zu Namur, zu Roussillon, zu Cerdagne und zu Zutphen &c. Landgraf im Elsass, Markgraf zu Burgau, zu Oristan, zu Goziani und des Heiligen Römischen Reiches, Fürst zu Schwaben, zu Katalonien, zu Asturien &c. Herr zu Friesland und der Windischen Mark, zu Pordenone, zu Biscaya, zu Monia, zu Salins, zu Tripolis und zu Mecheln &c.

Entsprechend der Größe seiner Aufgabe
War sein Wahlspruch Plus Ultra was heißt
Immer weiter wie der am Ende an Malaria
Erkrankte Kaiser und König auch sich trieb

Mit 16 wurde er König von Spanien mit 19
Zum römisch-deutschen König gewählt der
Sich erwählter Kaiser nannte bis ihn 1530
Papst Clemens in Bologna noch krönte

Alle Macht die er in seiner Person vereinte
Was seiner Idee von der Universalmonarchie
Entsprach in der dem Kaiser Vorrang vor allen
Königen zukam gab er freiwillig wieder ab

An seinen Sohn Philipp II. das spanische Weltreich
Wie seinen Bruder Ferdinand I. das Heilige Reich
Das sich römisch nannte aber eher deutsch war
In Fortsetzung untergegangener Traditionen

Um die Vormacht des universellen Monarchen
Kämpfte der am Ende so bescheidene noch mit
Franz I. von Frankreich der gleiches beanspruchte
Direkt oder stellvertretend in Italien noch weiter

Als mächtigster Herrscher Europas konnte er sich
Auf den Reichtum der Kolonien stützen die seine
Großeltern Ferdinand und Isabella erwarben als sie
Christoph Kolumbus die Reise nach Westen zahlten

Dennoch kam er zeitweise an seine auch finanziellen
Grenzen wofür die Fugger ihm noch viel Geld liehen
Doch waren es seine unbezahlten Truppen die sich
Beim sacco di Roma an der Kirche bereicherten

Auch die Schwächung Frankreichs das sich teilweise
Mit den Osmanen verbündete gegen die er auch auf
Dem Balkan wie in Nizza einst überall kämpfte gelang
Nicht wirklich oder auf Dauer es blieben beide stark

Wohin die Vorherrschaft nur einer Seite die Welt führt
Konnte in den letzten Weltkriegen gesehen werden
Warum sich Briten immer um ein Gleichgewicht dabei
Bemühten in stets wechselnden Bündnissen dafür

Im heiligen römischen Reich dessen Kaiser er war
Wollte er das monarchische Prinzig gegenüber dem
Dort ständischen Prinzip dominieren lassen erließ
Dazu prägende Gesetze wie die Constitutio Criminalis Carolina

Doch scheiterte er auch dabei die kaiserliche Macht
Gegenüber den Ständen dauerhaft zu etablieren an
Deren Widerstand wurde durch die Reformation noch
Verstärkt die er in vielen Kriegen zunächst bekämpfte

Auf dem Reichstag zu Worms 1521 traf er einst Luther
Den er zum Widerruf bewegen wollte was dieser ja
Bekanntlich verweigerte auch weil unter Schutz des
Kurfürsten Friedrichs des Weisen von Sachsen stand

Lange wohl ist die Sage her scheint es uns heutigen
Wenn von Weisen aus Sachsen noch die Rede war
Gerade in der Politik die sich um Toleranz gegenüber
Einer neuen religiösen Minderheit ernstlich bemühte

Doch vielleicht ist die reaktionäre Revolution die aus
Sachsen nach Mehrheiten für normalen Rassismus
Noch sucht eine neue Reformation war doch auch
Luther nicht von größter Toleranz je eher Antisemit

Zumindest gibt es neben dem großen Gedenken
Grund genug zu fragen ob irgendein Aberglaube
Je für mehr Toleranz sorgte oder nicht besser all
Dies gänzlich nur noch im Privaten dezent lebte

Karl führte dafür noch Kriege auch als Katholik
Gegen die Reformation gewann sie teilweise
Wie den Schmalkaldischen nach dem er den
Reformierten Ländern einen Frieden diktierte

Verlor sie jedoch am Ende wie manchmal wohl
Zeit und Übersicht für alle Probleme in seinem
Riesigen Reich ohne Rechner oder Telefon
Musste darum Kompromisse am Ende schließen

Nach dem Reichstag zu Worms erließ er das
Wormser Edikt mit dem die Reichsacht über
Martin Luther verhängt wurde dem er aber noch
Genug Zeit ließ auf die Wartburg zu entkommen

Nebenbei  einigte er sich mit Sachsen darüber
Dass diesen das Edikt nicht offiziell zugestellt
Würde womit sie zum Gehorsam verpflichtet wären
Den er dann im Krieg hätte erzwingen müssen

So konnte Friedrich der Weise Luther wie die
Reformation beschützen und dessen Ideen
Verbreiteten sich rasch weiter im Reich das
Sich hundert Jahre später darob bekriegte

Dieser Kompromiss der keinem wirklich
Gerecht wird ist vielleicht typisch für Karl
Das Reich interessierte ihn nur am Rande
Seine Herrschaft sicherte er außerhalb

In Kriegen mit Frankreich wie Kämpfen
An allen Fronten auch mit Rom teilweise
Dem sich der fromme Mann eigentlich tief
Verbunden fühlte und doch uneinig war

Dies besonders als der Papst mit Frankreich
Eine heilige Allianz gegen Karl gründete der
Auch Rom zu mächtig schien als Herrscher
Über ein Reich in dem die Sonne nie unterging

Das nach dem siegreichen schmalkaldischen Krieg
Noch diktierte Augsburger Interim wurde wenig später
Nach dem Fürstenaufstand der Protestanten noch zum
Augsburger Religionsfrieden der lange erfolgreich galt

Cuius regio eius religio war die Augsburger Friedensformel
Nach der galt in einer Region die Religion ihres Herrschers
Damit war die 1517 von Luther begonnene Reformation zu
Einem irgendwie Kompromiss am Ende gekommen wieder

Karl zog sich schließlich völlig resigniert von seinen Ämtern
Zurück frustriert dass er keines seiner Ziele noch erreichte
Nur Kompromisse gelangen von beschränkter Geltung wohl
Auch wenn uns dies heute als erstrebenswert erscheint

Die Überforderung durch beide Reiche die ihn auffrass
Ständig in Europa auf Reisen umhertrieb ließ ihn seinen
Besitz aufteilen zwischen Sohn und Bruder damit beide
Für das Haus Habsburg es weiter noch erhielten

Sein Sohn erhielt das von der mütterlichen wie einst
Großmütterlichen Seite gekommene Erbe während
Der Bruder das Erbe des Vaters erhielt nachdem
Die Krankheit Karl an seine Grenzen klar führte

Das glückliche Österreich hatte sich die Welt
Erheiratet und hielt sie dann doch keine vierzig
Jahr in einer Hand weil alle für einen doch zuviel
Versuchte nur als Familie das ihre zu behalten

Dies führte später zu zahlreichen Kriegen um
Österreichische wie spanische Erbfolge bei der
Sich Frankreich letztlich durchsetzte auch wenn
Der erreichte Kompromiss keinen bevorteilte

Die Universalmonarchie war vielleicht die große
Illusion die Karl nur frustrieren konnte der schon
Als Kind eher schwächlich war und sich alles nur
Mühsam erkämpfte durch Zähigkeit und Fleiß

Wer Europa und die Welt weniger als Reich
Denn als Kompromiss begreift mit dem wir
Bestmöglich überleben wollen wird schon
Mit einer Einigung wohl glücklich sein

Alle die meinen sie müssten sich aber
Durchsetzen werden ewig kämpfen für
Kurze Siege mit am Ende nichts als mehr
Frustration weil im Leben nichts ganz ging

Die Kunst des Kompromisses wie auch der
Verzögerung wie sie die deutsche Kanzlerin
Merkel meisterhaft beherrscht scheinen eher
Geeignet erfolgreich dauerhaft zu regieren

Dies lässt den Hass aller blühen die gerne
Einfache klare Antworten und Lösungen wollen
Für komplexe Probleme was naturgemäß eben
Immer nur scheitern kann und frustriert endet

Wer glücklich sein will sollte sich also lieber
Über gute Kompromisse freuen statt großer
Euphorie mit verhaltenem Jubel genießen
Dann bleibt auch die immer Panik aus

Die ständig geschürte Angst der Rassisten
Das Abendland könne untergehen weil eine
Zeitlang ein geringer Prozentanteil den Wohnsitz
Hierher wechselt ist eigentlich zu lächerlich

Was wären Deutschlands Kultur oder das
Kultivierte Abendland wert wenn sie ein
Primitiver Beduinenkult verdrängen könnte
So degradieren sich die Ängstlichen selbst

Sie wollen oft das Ganze was es weder je
Gab noch irgend geben kann bleiben stets
Frustriert weil ihre Ziele unerreichbar sind
Ihr Scheitern mit Folgen ist vorprogrammiert

So scheint es angenehmer sich heute statt
Karl V. lieber Angela Merkel zuzuwenden
Die einen irgendwie Kompromiss sucht der
Keinem weh tut aber viele glücklicher macht

Karl V litt sein Leben lang weil seine Ziele
Unerreichbar wie seine Aufgabe von einem
Nicht zu bewältigen war warum er besser
Sich am manchbaren noch erfreut hätte

Dabei erreichter er mit dem Augsburger Frieden
Der Religionen wie der cuius regio Formel mehr
Als Frankreich je das sich noch lange draob im
Innern bekriegte was hier 100 Jahre später begann

Es geht um nichts im Leben als im möglichst
Wohlstand recht angenehm zu leben wenn
Dies irgend geht selbiges auch keinem andern
Zu missgönnen löste fast alle Probleme schnell

So kommt auch dies Gedenken für Karl V.
Schließlich zu dem Schluss es geht um
Nichts als angenehm zu leben mit mehr
Wird alles unnötig nur erschwert anstatt
jens tuengerthal 20.8.2016

Lustsonett IV

Die Lust ist wenn sie ist dialektisch
Am meisten wollen wir das nur haben
Was unerreichbar ist von allen Gaben
So führt Entzug zur Steigerung faktisch

Am meisten wollte ich gerade nur den Po
Der einen die ihn mir niemals wirklich gab
So nehme ich die Sehnsucht bis ins Grab
Dabei blieb’s lustlos über’s Ende dann froh

Wo wir in einer einmal alle Träume finden
Suchen wir den Fehler statt zu genießen
Sehnen uns nach Freiheit wo wir uns binden

Wenn frisch verliebt noch junge Triebe sprießen
Scheint’s nie zu enden bis sie flux verschwinden
Verzögern’s dennoch wo längst die Säfte fließen
jens tuengerthal 22.8.2016

Montag, 22. August 2016

Hurensonett XIII

Als ich mit Freunden zu den Huren ging
Da ging ich nur irgendwie eingeladen mit
Bezahlte nie selbst für’n Griff in’n Schritt
Auch als ich mal mit einer was anfing

Was du nicht mal bezahlst hat keinen Wert
Warum wohl in der Ehe Sex schnell verliert
So sehr man anfänglich noch sich begiert
Zählt am Ende nur wer sich dabei vermehrt

So schrieb ich über was ich nicht kenne
Was seinen Preis hat und ohne nicht ist
Lust verdienen ist wovor ich weg renne

Liebe Lust als Geschenk das du nie vergisst
Warum ich mich weiter unverheiratet nenne
Wer dabei berechnet wurde nie lang vermisst
jens tuengerthal 22.8.2016

Kulturgeschichten 0330

Aufstandsopfer

Unter den altertümlichen Resten war mir, von Kindheit an, der auf dem Brückenturm aufgesteckte Schädel eines Staatsverbrechers merkwürdig gewesen, der von dreien oder vieren, wie die leeren eisernen Spitzen auswiesen, seit 1616 sich durch alle Unbilden der Zeit und Witterung erhalten hatte. So oft man von Sachsenhausen nach Frankfurt zurückkehrte, hatte man den Turm vor sich, und der Schädel fiel ins Auge. Ich ließ mir als Knabe schon gern die Geschichte dieser Aufrührer, des Fettmilch und seiner Genossen erzählen, wie sie mit dem Stadtregiment unzufrieden gewesen, sich gegen dasselbe empört, Meuterei angesponnen, die Judenstadt geplündert und gräßliche Händel erregt, zuletzt aber gefangen und von kaiserlichen Abgeordneten zum Tode verurteilt worden.“

Am 22. August 1614 brach zu Frankfurt der
Fettmilchaufstand aus gegen die Misswirtschaft
Des Rates und wurde stattdessen zu einem
Widerlichen Pogrom gegen ansässige Juden

Das ist nun über 400 Jahre her nur noch Geschichte
Die Juden wurden rehabilitiert schon mehrfach leben
Zumindest zu Teilen wieder in Frankfurt das noch sein
Geld nur nicht seine Steuern mit Geldhandel macht

Dienen Aufstände der Freiheit oder nur
Dem Ego ihrer Anführer immer die sich
Am geschürten Volkszorn profilieren bis
Der Topf überkocht alle erschüttert sind

Pegida und AfD wollen nichts mit der Gewalt
Gegen Flüchtlinge und dem wachsenden Hass
Zu tun haben sagen diese Brandstifter die nur
Meinen ihr gutes Recht verteidigen zu müssen

Die von Moskau finanzierten Unruhestifter sehen
Sich als Verteidiger des Abendlandes vor denen
Die gerade hier Zuflucht suchen vor Islamisten
Wie dem Bürgerkrieg in ihren Länden ohnehin

Viel Wert legen sie auf die Beschuldigung der
Antifa wie des linksgrünversifften Milieus das
Für seine Proteste gegen sie angeblich vom
Staat finanziert würde was nur sie offenbart

Die geschürte Angst vor dem Islam wächst
Immer mehr bei einer Gruppe die nicht mehr
Vernünftig nach Gründen sucht sondern sich
Von Hass und Angst weiter treiben lässt

Es ist kein Hellseher nötig hier vorherzusagen
Das es zu neuen Pogromen kommen wird
Die Teile der Pegiden schon mit ihrer Aufruf
Mit Mitgabeln nach Berlin zu ziehen schüren

Zuerst war es nur Angst und Zorn auf eine
Den Bürgern entfremdete Politik doch wächst
Dieser immer weiter in blinden Hass der
Zerstören will wovor er sich fürchtet

Auch in Frankfurt begann es mit der Wut
Auf die Politik des Rats von dem sich die
Zünfte nicht mehr vertreten sahen dessen
Hohe Schulden sie immer mehr auffraßen

Der Lebkuchenbäcker Vincent Fettmilch hatte
Die Revolte in der freien Reichsstadt Frankfurt
Angeführt um gegen die Misswirtschaft des von
Patriziern dominierten Rats zu protestieren

Die Proteste arteten schließlich aus mit der
Plünderung der Judengasse wie derVertreibung
Aller Frankfurter Juden die in Hanau und Mainz
Zuflucht suchen mussten ohne ihre Habseligkeiten

Seinen Ursprung hatte der Aufstand im Zorn der
Zünfte über die Misswirtschaft des von Patriziern
Dominierten Rats wie deren geringen Einfluss darauf
Zu den Forderungen kamen antijüdische Ressentiments

Die Zünfte forderten mehr Mitsprache im Rat neben der
Schaffung eines Kornmarktes für freie Getreidepreise
Die Halbierung der angeblichen jüdischen Wucherzinsen
Bei zugleich Begrenzung der Bewohner der Judengasse

Für die judenfeindliche Wendung waren Schuldner der
Geldverleiher aus der Judengasse Kaufleute wie Handwerker
Verantwortlich die hofften so ihre Schulden loszuwerden
Dabei wurde Vincent Fettmilch zum Wortführer der Zünfte

Sie wandten sich an Kurfürsten und Kaiser die zur Krönung
Von Matthias in Frankfurt weilten aber eine Einmischung in
Die inneren Angelegenheiten der Stadt zunächst ablehnten
Erst später eine Schlichtungskommission einsetzen ließen

Die Kommission sahen die Patrizier wiederum als Gefährdung
Der Freiheit der freien Reichsstadt an warum sie schließlich
Einem Bürgervertrag zustimmten der den Rat um 18 Mitglieder
Erweiterte dem Neuner-Ausschuss Rechnungsprüfung erlaubte

Die Prüfung durch den Ausschuss mit Zunftmitgliedern ergab
Der Rat hatte Gelder der Armenfürsorge vernuntreut sowie
Das Schutzgeld das die Juden zahlen mussten unter sich
Aufgeteilt statt es in die Stadtkasse weiterzuleiten

Als Fettmilch noch eine Urkunde veröffentlichte in welcher
Kaiser Karl IV. 1349 die Herrschaftsrechte über die Juden
An die Stadt abtrat und sie nicht zur Verantwortung gezogen
Würden wenn diese stürben sahen es viele als Pogromfreibrief

Der Aufstand begann am 6. Mai  1613 mit der Stürmung des
Römers des Frankfurter Rathauses nach dem die Zünfte über
Die Stadtkasse herrschten und Ausgaben genehmigen mussten
Als weiter Belege für 9 Tonnen Goldgulden fehlten knallte es

Fettmilch ließ die Stadttore besetzen erklärte den Rat für abgesetzt
Ließ dessen Mitglieder verhaften worauf ein kaiserlicher Herold kam
Die Wiedereinsetzung des Rats forderte und mit Reichsacht drohte
Für alle die sich nicht unter Eid seinem Befehl unterwarfen

Die Aufständischen die sich lange der Unterstützung des Kaisers
Noch sicher waren richteten ihre Wut nun gegen die Schwächsten
Unter der Reihe ihrer Gegner und stürmten am 22. August gegen
Mittag die Judengasse ein Ghetto am östlichen Stadtrand Frankfurts

Bei den Kämpfen kamen ein Angreifer und zwei jüdische Verteidiger
Der Gasse ums Leben und die Juden flohen in den christlichen Teil
Wo viele von Frankfurter Bürgern versteckt wurden der plündernde
Mob wurde erst gegen Mitternacht von der Bürgerwehr vertrieben

Durch die Plünderung entstand ein Schaden von 170.000 Gulden
Fettmilch war daran anscheinend nicht beteiligt behauptete später
Im Prozess diese sei gegen seinen Willen erfolgt wofür sich keine
Beweise fanden jedoch setzte er die Vertreibung am Tag darauf durch

Aufgrund der Exzesse sank Fettmilchs Ansehen immer mehr warum
Der Kaiser gegen ihn und weitere Rädelsführer der Rebellion noch
Im Oktober die Reichsacht verkündete die erst Ende November zur
Verhaftung des bis dahin mächtigsten Mannes der Stadt führten

Im Prozess wurden sie nicht wegen des Pogroms sondern aufgrund
Von Majestätverbrechen zum Tode verurteilt was im Feburar 1616
Auf dem Frankfurter Roßmarkt vollstreckt wurde dabei wurden sie
Enthauptet sowie Fettmilch danach auch noch gevierteilt

Die Köpfe der Rädelsführer wurden wie heute beim IS noch üblich
Am Frankfurter Brückenturm aufgespießt wo zumindest einer noch
Zu Zeiten Goethes hing was dieser als merkwürdige Erinnerung
Seiner Kindheit beschreibt den Verbrecherkopf dort zu sehen

Das Haus Fettmilchs wurde abgerissen an dessen Stelle eine
Schandsäule aufgestellt die in lateinisch und deutsch von dessen
Schandtaten kündete zugleich wurden nach den Urteilen das Mandat
Des Kaisers bekannt gemacht das den Juden die Rückkehr erlaubte

Die Juden wurden in einer feierlichen Prozession zurück in die
Judengasse geführt die ein Schild mit Reichsadler bekam wonach
Wonach sie unter Römisch kaiserlicher Majestät wie des heiligen
Reiches Schutz ständen der bis zur Emanzipation weiter bestand

Es dauerte über 100 Jahre bis die Frankfurter Bürgerschaft wieder
Ihre im Fettmilch-Aufstand verspielten Rechte zurückerhielt bis dahin
Herrschten die Patrizier mit mehr Macht als zuvor unter weniger
Kontrolle als je nur die Juden erhielten nie ihre Entschädigunng

Noch immer feiern die Juden den Tag ihrer feierlichen Rückführung
Am 20. Adar des jüdischen Kalenders mit einem Freudenfest dem
Purim Vintz das an den Vornamen Fettmilchs und ein Lied erinnert
Das vierstrophig gesungen wurde bis heute Quelle der Ereignisse ist

Die Zünfte mussten eine Geldstrafe von 100.000 Gulden an den Kaiser
Zahlen wurden aufgelöst die Gewerbeaufsicht wurde dafür direkt dem
Rat der Stadt unterstellt was dessen Position noch weiter stärkte gelohnt
Hat sich der Aufstand am Ende für keinen verloren hat die Freiheit

Das Aufheizen der bürgerlichen Wut auf die Politik ist immer
Gefährlich weil auch berechtigte Forderungen im Aufstand nur
Verlieren können warum es gilt auch die Köpfe dahinter zur
Verantwortung zu ziehen für die Folgen die sie mitauslösen

Die Wiedereinsetzung der Juden in ihren rechtlichen Stand
War ein gutes Zeichen wie auch der Schutz der ihnen von
Vielen Frankfurter Familien vor dem Mob gewährt wurde
Die mangelnde Entschädigung dagegen die Realität

Was damals die Juden waren sind heute die Flüchtlinge
Besonders die muslimischen Aberglaubens der aber
Den gleichen Schutz wie jeder Aberglaube im Land
Genießen muss egal was uns ungewöhnlich scheint

Wer zum Hass gegen Minderheiten aufruft wie dabei
Ängste schürt gefährdet die innere Sicherheit mehr
Als ein Anteil Terroristen beim Gegner im Krieg
In dem wir sind mit dem wir leider leben müssen

Es wird keiner der Pegiden heute geköpft oder gar
Gevierteilt dennoch sollte gegen alle die damit die
Innere Sicherheit gefährden vorgegangen werden
Wie gegen sonst Terroristen sie sind es tatsächlich

Frankfurt musste viel zahlen und brauchte lange
Seine Freiheit wieder zu erhalten weil es sich
Nicht der kaiserlichen Ordnung unterwarf
Wovon letzlich alle den Schaden hatten

Sachsen verliert Touristen und Investoren was
Der Sorge Frankfurts um den Messestandort
Im 17. Jahrhundert vergleichbar ist und so wird
Wer glücklich leben will Aufstände eher meiden

Pegida und AfD schaden Deutschland als Standort
Wer den Rassenhass befördert trägt mit dazu bei
Dafür sollten sie zur Verantwortung gezogen werden
Damit wir in größtmöglicher Freiheit leben können
jens tuengerthal 22.8.2016

Sonntag, 21. August 2016

Lustsonett III

Das zarte Rosa lieb ich so sehr
Inmitten wie an der Hügel feinen
Knospen ist es der Gipfel meinen
Schönsten Träumen und viel mehr

Es ist der Ort der ihr die Lust entfacht
Die immer zwar im Kopf beginnt doch
Nimmt er dort lustvollen Lauf erst noch
Wo sie selig überlaufend alles mitmacht

Vom zarten Streicheln hin zum heißen Lecken
Bis wir uns ineinander reibend nur noch necken
Sind diese rosa Orte das Zentrum unsrer Wonne

So wärmen mich Gedanken schon an jene Sonne
Ihre Knospen wie schönsten Lippen keiner Nonne
Die heißeste Träume mit größter Lust erst wecken
jens tuengerthal 21.5.2016

Hurensonett XII

Die Hurerei steht mancherorts wohl
Vor dem Verbot weil Sittenwächter
Schützen wollen die Geschlechter
Doch ist doppelte Moral stets hohl

Wer Huren schützen will der sollte
Lieber ihre Rechte endlich stärken
Damit es auch die letzten merken
Verbot ist nicht was Freiheit wollte

Wo Huren ihren Job nur machen
Gut versichert wie gebildet muss
Keiner über sie Streit entfachen

Bezahle nie für Sex welch Stuss
Nur geschenkt lässt er mich lachen
So ist von höchstem Wert der Kuss
jens tuengerthal 21.8.2016

Kulturgeschichten 0329

Frühlingsende

Mit dem Frühling verbinden viele Menschen
Positive Gefühle - Aufbruch und Neubeginn
Liegen in der sich wärmenden Luft nach der
Erstarrung im frostigen Winter endlich

Jedes Jahr wieder freuen sich die Menschen
Als sei es nicht ganz natürlich was da kommt
So spielen die Hormone uns wohl somanchen
Streich in wärmer werdender Natur wieder

Der Frühling endet im Sommer immer wieder
Wenn die Tage am längsten sind Licht den
Sonst kühlen Norden am längsten flutet kaum
Genießen wir es geht es schon wieder weg

Politisch endet mancher Frühling im Frost
Vor Gewehrläufen oder unter Panzerketten
Weil die noch Machthaber es anders wollen
Als das Volk auf der Straße noch träumte

In seltenen Fällen endet der Frühling der
Freiheit auch gegen den Willen der Regierung
Die sich noch mehr erhofft im Schatten höherer
Interessen etwa beteiligter Bündnispartner

Dann zeigt sich welche Illusion nationale Freiheit
Wie die Nation überhaupt immer war sobald sie
Teil eines größeren Verbundes ist zählt weniger
Volkes Wille als vernünftige Bündnisinteressen

Am 21. August 1968 endete der Prager Frühling
Mitten im Sommer besetzten Truppen des doch
Verbündeteten Warschauer Paktes in nur wenigen
Stunden alle strategisch wichtigen Punkte der CSSR

Im Frühjahr 1968 hatte Alexabder Dubcek seitens
Der tschechoslowakischen Kommunistischen Partei
Ein Programm der Liberalisierung und Demokratisierung
Begonnen das eine kritische Öffentlichkeit begleitete

Auf dieses Programm reagierten die verbündeten Staaten
Des totalitär geprägten Warschauer Paktes mit Einmarsch
Wie der blutigen Niederschlagung des Prager Frühlings
Weil Freiheit nicht erwünscht war ist das Wort doppeldeutig

Die Reformen hatten auf dem Gebiet der Wirtschaft begonnen
Die von der uneffektiven Planwirtschaft in eine sozialistische
Marktwirtschaft überführt werden sollten mit freien Gewerkschaften
Wie der Aufhebung des Volkseigentums in der Landwirtschaft

Vorausgegangen war dem Programm noch ein Machtkampf
Zwischen dem slowakischen Reformer Dubcek und dem da
Präsidenten und Generalsekretär Nowotný den Dubcek klar
Für sich entschied Nowotný verlor die Abstimmung gegen ihn

Begleitet wurde der Reformprozess durch das Erstarken einer
Kritischen intellektuellen Öffentlichkeit wurde besonders in der
Rehabilitierung des lange verfemten Franz Kafka gesehen der
Bei der Kafka-Konferenz Anlass zu politischer Diskussion gab

Gegenstand war der Begriff der Entfremdung die der Arbeiter
Nach Marx im Kapitalismus erleide und die es im Sozialismus
Nicht mehr geben würde wogegen seitens einiger Delegierter
Protestiert wurde weil dies sehr wohl der Fall sein könnte

Die Diskussion wurde in einer Literaturzeitung fortgesetzt
In der künftig der Kampf zwischen Ideologen und Idealisten
Geführt wurde der auch die Partei erstmals kritisierte dabei
Wurde Vaclav Havel verboten für ein Amt zu kandidieren

Dubcek der Novotný nun an der Parteispitze ablöste wie als
Ministerpräsident regierte propagierte einen Sozialismus mit
Menschlichem Antlitz in dem der Mensch Wert über allen
Werten sein sollte statt blind Moskau nur zu folgen

Die geplante Liberalisierung sollte alle Lebensbereiche
Betreffen so war auch die Rückkehr zum Parlamentarismus
Mit bürgerlichen Parteien und die Aufhebung des Zentralismus
Bei Pluralismus und Meinungsfreiheit im Rechtssystem angedacht

Geplant war eine humane Wirtschaftsdemokratie in der dann
Konkurrierende Betriebe im Besitz der Arbeiter auf dem Markt
Frei auftraten die zentrale Verwaltung auf ein Minimum reduziert
Dies hätte langfristig eine Abschaffung des Sozialismus bedeutet

Die Reformer wollten im Warschauer Pakt bleiben jedoch weniger
Konfrontativ als kooperativ und selbständiger agieren um eine
Weitere Eskalation wie zwischen BRD und DDR zu vermeiden
Damit die Sicherheit Europas Vorrang vor allem habe

Nach Aufhebung der Pressezensur durch Dubcek im Februar 1968
Fand eine Informationsexplosion statt und so führte nicht mehr die
Partei sondern das Volk selbst die Meinung von der Straße aus
Wie durch Medien oder das Manifest der 2000 Worte als Kritik

Die Sowjetunion die Dubcek noch begrüßt hatte sah das Manifest
Als Akt der Konterrevolution und forderte von Dubcek die Rücknahme
Der Reformen wobei Breschnew seinen Duzfreund Dubcek anflehte
Während die Warschauer Fünf mit Ulbricht ein Eingreifen forderten

Nach mehreren Versuchen der Vermittlung die noch weiterhin durch
Die stalinistische Opposition in der CSSR unterminiert wurden kam es
Zum Warschauer Brief mit der Breschnew Doktrin der eine Abkehr
Vom Sozialismus für ausgeschlossen erklärt für Pakt Mitglieder

Etwa eine halbe Millionen Soldaten marschierte in der Nacht
Zum 21. August 1968 aus der Sowjetunion Polen Ungarn wie
Bulgarien nicht jedoch der DDR in der CSSR ein und besetzten
Alle strategisch wichtigen Punkte des Landes sofort

Bei dieser größten militärischen Aktion in Europa seit 1945
Starben 98 Tschechen und Slowaken wie 50 der Soldaten
Die KPC beschloss keinen Widerstand zu leisten während
Die NATO die es beobachtete sich völlig ruhig verhielt

Alle fürchteten eine weitere russische Intervention mehr
Als ihnen an einer Verteidigung der Reformer gelegen war
Die mit dem 23. August als die Verhandlungen in Moskau
Begannen entmachtet waren der Frühling war zu Ende

Infolge verließen über 150.000 Menschen das Land
Unter ihnen auch Vaclav Havel der spätere Präsident
Einer demokratischen Tschechei die der Diktatur des
Sozialismus wie der übrige Ostblock 1989 entfloh

Ohne die Taten der Nationalsozialisten hier noch
Relativieren zu wollen oder den Historikerstreit
Zwischen Habermas und dem gerade verstorbenen
Nolte aufzuwärmen ist dies doch bemerkenswert

Der Sozialismus zeigte sich machtbewusst totalitär
Als einer aus der Reihe trat wurde die nicht nur
Äußere Ähnlichkeit zum Faschismus auch innerlich
Spürbar alle totalitären Regime ähneln sich immer

Vielleicht tut dieser kritische Blick auf die Ereignisse
In Prag 1968 gut um den Wert der Freiheit wie der
Demokratie schätzen zu lernen in Zeiten in denen
Teilweise wieder totalitäre Forderungen kommen

Es ist nicht wichtig rot und braun hierbei fein zu
Unterscheiden wenn sich im Ergebnis doch die
Grenzen wieder verwischen wie sich im Gulag
So sehr zeigte wie bei öffentlicher Propaganda

Wer FDJ Aufmärsche in frühen Filmaufnahmen
Mit denen der HJ vergleicht wird kaum einen
Unterschied bemerken können warum auch die
Totalitäre Tendenz im Osten nicht wundern muss

In einer Phase der Herausforderungen in der wir
Im Krieg stehen ist Stabilität um so wichtiger
Damit die größtmögliche Freiheit erhalten bleibt
Sein wir aufmerksam wer diese infrage stellt

Die alle Souveränität ignorierende Niederschlagung
Des Prager Aufstandes ist Ausdruck auch der klar
Totalitären Tendenzen im real existierenden Sozialismus
Das sollte bei der Wahl der Nachfolger bedacht werden
jens tuengerthal 21.8.2016

Lustsonett II

Will ganz in deinem Rosarot inmitten
Mich versenken dich um mich spüren
Wie du mich feuchtwarm willst verführen
Wollt nur um eines dich noch bitten

Lass uns einander ganz dabei haben
Das wo kommt dabei nach dem wie
Bei dem ein jeder von uns selig schrie
Geteilt erst ist Sex schönste aller Gaben

Wer meint es käme nicht aufs Kommen an
Verstand beim sich dabei einander schenken
Nicht dass Geben nur mit nehmen sein kann

So hinterlässt der ungeteilte Höhepunkt allein
Unbefriedigt Einsamkeit uns dahin zu lenken
Das Lust erst ganz geteilt selig füllt das Sein
jens tuengerthal 20.8.2016

Hurensonett XI

Wer zu den Huren geht verschwendet
Nur sein Geld für etwas das er nie erhält
Darum weiser ist wer’s gleich behält
Sich’s machen wär klüger verwendet

Doch mancher findet noch dabei wohl
Was er sucht und kennt beim Sex allein
Wer nur an sich denkt steckt halt mal rein
Bezahlt wofür ich mir nur einen runterhol

Verbieten muss den Unsinn darum keiner
Es ist ein Handel auf dem Markt der Leiber
Ehrlicher ist dabei kaum noch jemals einer

Besser es liefe ganz geordnet wie zertifiziert
Das schützte besser Huren und andre Weiber
Mit Stempel geprüft wären sie im Sex versiert
jens tuengerthal 20.8.2016

Samstag, 20. August 2016

Verhüllungssonett

Verrät die Diskussion über Verhüllung
Mehr über Diskutanten als zum Thema
Es verfallen alle in Rituale der Ermpörung
Statt nach Freiheit zu fragen ein Dilemma

Es ist mir egal wer wie wo baden will
Solange ich so baden darf wie es mir
Gefällt ich mag keinen uniformen Drill
Genauso fremd ist mir Bekehrung hier

Freiheit heißt auch Toleranz zu leben
Auch wenn mir etwas sehr missfällt
Ertrage ich lieber statt Hass nachzugeben

Es gibt nichts hier zu verteidigen als Freiheit
Jede Aberglaube ist mir schon lange vergällt
Doch wäre ich für Toleranz zu kämpfen bereit
jens tuengerthal 20.8.2016

Kulturgeschichten 0328

Christenmörder

Wenn alle Soldaten Mörder sind
Ist das Christentum lange eine so
Mörderische Sekte gewesen wie
Der Islam in Teilen bis heute ist

Keine Mörder sondern vorgeblich
Noch Ehrenmänner sind Soldaten
Weil der Staat der sie beauftragt
Entscheidet wer ein Mörder ist

Allein nach ihrer Tat wie den Mitteln
Die sie dafür verwenden wären sie
Alle Mörder wohl fraglich wem das
Wissen darob allein schon nützte

Wären Soldaten mit dem was sie tun
Bürger müssten sie bestraft werden
Krieg darf nur noch der Staat spielen
Mörder ist wen dieser danach so nennt

Heute haben wir Bürger in Uniform die
Für ihren spannenden Job alle suchen
Die Abenteuer zum Beruf machen wollen
Weil Mörder werden nicht so gut klingt

Mancher erregt sich über die Grausamkeit
Des IS der Menschen den Kopf abhackt
Das Töten kultisch zelebriert als ginge es
Dabei je um anderes als immer nur Mord

Ob es besser ist den Mord zu verstecken
Scheinbar klinisch sauber mit Drohnen zu
Töten könnte fragen wer noch kritisch denkt
Zumal der Westen viel mehr Muslime tötete

Doch kritisches Denken und Fragen war
In Zeiten des Krieges nie sonderlich beliebt
Stattdessen werden Medaillen der Spiele
In atavistisch nationalen Spiegeln gezählt

Das war im Mittelalter nichts anders als
Die Ritter auszogen das Heilige Land
Für die Christenheit wieder zu retten die
Es als jüdische Sekte nie besaß noch

Nur als Appendix des vorher großen Reiches
Der Römer die nur vorchristlich Größe zeigten
War das Geburtsland des nur geaberglaubten
Propheten kurze Zeit Teil christlicher Reiche

Damals schon war es ein Vasallenstaat unter
Herodes den noch Cäsar einsetzte der dann
Geschickt den Bürgerkrieg überlebte ohne sich
Irgendwo die Finger noch schmutzig zu machen

Dem römischen Reich folgte im Osten dann
Das byzantinische welches wiederum sich
Langsam auch vom Islam verdrängen ließ
Weniger aus Dekadenz denn Unterlegenheit

Am 20. August 636 erlitten so die Byzantiner in der
Schlacht am Jarmuk eine Niederlage gegen die
Araber welche die byzantinische Herrschaft dort
Im Nahen Osten für alle Zeiten beendete

Ein Reich auf dem Rückzug das auch keine Hilfe
Aus dem Norden erfuhr der selbst noch in einer
Phase der Findung zwischen den Reichen war
Nichts entgegenstellen konnte dem Drang

Die Schlacht ist Teil der beginnenden arabischen
Expansion und richtete sich gegen die oströmischen
Truppen von Kaiser Herakleios der infolge seinen
Besitz in Syrien Palästina und Ägypten gänzlich verlor

Warum die zahlenmäßig eigentlich überlegenen Römer
Den Arabern so deutlich unterlagen ist unklar gibt es
Aber viele Theorien von Sand und Wind bis zur Taktik
Der arabischen Reiterei die motivierter noch schien

Nachdem die Araber ihnen in den Rücken fielen waren
Die Römer völlig desorientiert und demoralisiert setzten
Sich auf den Boden und warteten den Tod ab da auch
Die Araber keine Gefangenen machten zu dieser Zeit

Der Sieg am Jarmuk bedeutete mittelfristig das Ende
Des römischen Orients der über 700 Jahre Teil des
Reiches gewesen war auch wenn sie Jerusalem noch
Einige Zeit hielten ging von dort auch die Antike unter

Ob der Untergang der Antike nicht vielmehr von der
Jüdischen Sekte des Rabbi aus Nazareth eingeläutet
Wurde dessen Anschauung später so gut kompatibel
Mit königlicher Herrschhaft wurde wäre der Frage wert

Jedenfalls zerrieben Islam und Christentum die Reste
Römischer Kultur im Orient zwischeneinander so wurde
An den reichen Wurzeln der abendländischen Kultur
Sich künftig mehr Aberglauben als Kunst gewidmet

Bibliotheken verbrannten oder verschwanden weil sie
In die schlichte Lehre der Sekten nicht passten zu sehr
Zum kritischen Denken noch anregten war immer eine
Gefahr der Herrschaft weniger noch war

Einiges überlieferten auch die Klöster noch doch ist
Weiter fraglich ob sie nicht vielmehr Schriften immer
Zerstörten um auf die frei geschabten Häute sodann
Die Verse des Aberglauben lieber zu schreiben

Auch die byzantinische Kunst wie die als Heilige
Selbst verehrten Bilder Ikonen genannt zeugen
Vom Rückschritt einer Hochkultur noch zur Zeit
Roms auf ein atavistisch primitives Niveau

Es ging nicht mehr um Kunstfertigkeit wie die
Schönheit als solche sondern die lächerlichen
Bildchen wurden zu Kultobjekten des Aberglauben
Selbst dem es immer mehr an Vernunft mangelte

Die Orthodoxie hält sich für den reineren Glauben
Meint weil eher kompromisslos sei sie noch näher
An der geaberglaubten Wahrheit wo doch eigentlich
Aller Verstand das genau Gegenteil sicher bezeugt

Um so mehr Vernunft durch Glauben ersetzt wurde
Desto primitiver und symbolischer wurde die Kunst
Auch wenn sie vielleicht emotionalen Wert besitzt
Ist ihr ästhetischer im Vergleich zur Antike ein Graus

Auch der Islam der sich nun 1400 Jahre noch immer
Weiter ausbreitete ist am Scheitelpunkt angelangt
Der zeigt die Unfreiheit hat nie Kultur sie überlebt
Nur solange bis sie durch besseres ersetzt wird

Die Kultur von Byzanz starb nicht etwa an der
Gern behaupteten oströmischen Dekadenz
Sondern an fehlender christlicher Solidarität
Mit der jeder an sich dachte vor dem Reich

Ob das Christentum und seine Verneinung
Von Philosophie und Wissenschaft für so
Lange Zeit so sehr verblödete dass damit
Ostrom untergehen musste ist noch fraglich

Schauen wir uns die gerade Entwicklung des
Islam und seiner schlichtesten Ausprägung an
Des Islamismus spricht viel für die These der
Immer mehr Verblödung bei religiösem Vorrang

Stark und erfolgreich wurde der Nordwesten
Erst als er sich auf seine antiken Wurzeln wieder
In der Renaissance besann bis dahin sammelten
Sie noch Niederlagen und Gemetzel ein

Byzanz unterlag noch dem bulgarischen Zaren
Simeon I. am 20. August 917 in der Schlacht
Von Anchialo nach der sie den Bulgaren einen
Jährlichen Tribut als Sieger zahlen mussten

Die Byzantiner waren nach dem Angriff der Bulgaren
Unter Führung ihres Königs geflohen und darauf
Entweder im Fluss ertrunken oder niedergemetzelt
Worden jedenfalls mehrheitlich am Ende tot

Simeon ließ sich nach der Schlacht in Konstantinopel
Zum Zaren krönen und sein Kirchenoberhaupt zum
Patriarchen der östlichen Kirchen küren womit auch
Im Norden das byzantinische Reich langsam zerbrach

Byzanz starb nicht an einem Tag als die Mauren die
Stadt die da schon Konstantinopel leider hieß nach
Langer Belagerung und Versuchen endlich eroberten
Sondern dies dauerte über 800 Jahre schrittweise

Auch die Kreuzzüge trugen ihren Teil dazu bei
Byzanz weiter zu schwächen weil die Konkurrenz
Roms im Osten weniger gern gesehen wurde als
Lieber ohne Solidarität ausgeliefert wurde

Bei den Kreuzzügen ging es wieder um den Anspruch
Roms auf die Weltherrschaft die Rückeroberung der
Sogenannten heiligen Stätten im eben Heiligen Land
Aus dem der jüdische Sektengründer Jesus stammte

Wie sich Kreuzzüge mit der christlichen Botschaft je
Wie überhaupt vereinen lassen ist bis heute unklar
Doch ohne Gewalt keine Ausdehnung der Macht
Sie sind also menschlich natürliche Folge wohl

Die Gründe im Aberglauben sollen dabei gerade so
Wenig interessieren wie sie überhaupt je relevant
Noch waren außer zur Rechtfertigung der Macht
Vielmehr scheint es nötiger die Art zu betrachten

Ob Muslime die aberglauben ihr Guru sei aus dem
Felsendom in den geaberglaubten Himmel noch
Gesprungen oder Christen oder Juden noch mehr
Anspruch auf das gleiche Land haben ist unklar

Aus den Schriften die für alle drei monotheistischen
Formen des Aberglauben entscheidend sind lässt sich
Wenig ableiten als dass die Juden zuerst da waren
Es römisch noch war bevor die Christen aufkamen

Mohamed der Straßenräuber und Mörder nahm sich
Dann von den Vorgängersekten noch Anleihen die
Mit örtlichen Gewohnheiten gemischt wurden um das
Leben der Abhängigen genauestens noch zu ordnen

Vielleicht ist diese haarkleine Ordnung die wer will
Aus dem Koran wie seinen Interpretationen noch
Herauslesen kann auch der Grund warum so viele
Dem Unsinn folgen die gerne Ordnung hätten

Den Rahmen des Lebens von außen haben
Ihn mit einer festen Ordnung begrenzen das
Schätzen viele denen selber denken noch zu
Anstrengend und gefährlich erscheint

So folgten auch die Kreuzfahrer den Vorgaben
Ihres Sektenführers in Rom als sie gen Süden
Zogen ihren angeblich so friedlichen Glauben
Mit dem Schwert an seinen Wurzeln verteidigen

Beim Dritten Kreuzzug der vor allem durch
Den Tod Kaiser Barbarossas berühmt wurde
Der schon vor Erreichen des Ziels ertrank
Zogen Philipp II. und Richard Löwenherz weiter

Barbarossa dies nur nebenbei war losgezogen
Um ein Versprechen nach ewigem Streit mit Rom
Einzulösen von dem er nur bedingt überzeugt war
Er war eher ein schwäbischer Pragmatiker dabei

Sie eroberten Akkon als neue Hauptstadt
Sicherten noch den Küstenstreifen von
Beirut bis Jaffa für das Königreich Jerusalem
Gegen Saladin und bekamen freien Zugang

Wichtiger noch war für Richard Löwenherz
Der Rückweg bei dem ihn die Österreicher
Entführten gefangen hielten und erpressten
Was Wien eine neue Stadtmauer brachte

Löwenherz der mit der Robin Hood Sage
Verbunden ist gilt seitdem als Opfer der
Deutschen und gilt als guter Held was
Sein Tun beim Kreuzzug völlig ignoriert

Am 20. August 1191 wurden nach der
Eroberung von Akkon unter Richard
Noch 2700 muslimische Gefangene vom
Christlichen Löwenherz enthauptet

Eigentlich waren schon Verhandlungen
Mit Saladin im Gange doch da sich die
Lösegeldzahlungen verzögerten sich die
Christen uneinig waren köpfte Richard alle

Richard gewann dann noch eine Schlacht
Gegen Saladin marschierte gen Jerusalem
Brach aber vor Erreichen des Ziels ab um
Die Küste zu sichern da er keine Chance sah

Zwischendurch versuchte er noch sich mit
Saladin über die Hochzeit seiner Schwester
Johanna Plantagenet mit Saladins Bruder Al-Adil
Zu einigen was an der Glaubensfrage scheiterte

Die beiden hätten das Königreich Jerusalem
Gemeinsam regieren sollen aber Al-Adil wollte
Nicht zum Christentum konvertieren und so zog
Richard irgendwann unverrichteter Dinge ab

Zuvor einigte er sich noch mit Saladin auf einen
Frieden der den Pilgern freien Zugang nach
Jerusalem sichern sollte gab dafür Askalon wieder
Zurück dessen Mauern erneut geschliffen wurden

Richard hatte es zu diesem Zeitpunkt eilig wieder
Nach England zu kommen da sein Bruder Johann
Ohneland die Krone beanspruchte und sich dafür
Mit Philip II. von Frankreich einigte Richards Gegner

Darum konnte Richard nicht über Frankreich reisen
Versuchte heimlich in Absprache mit den Welfen
Durch das Reich zu reisen wurde aber schon zuvor
Von Leopold in Österreich gefangen genommen

Philipp II. hatte er auf dem Hinweg verärgert
Leopold vor Askalon erniedrigt und so bekam
England die teure Quittung für Richards zuvor
Provokatives Verhalten auf dem Kreuzzug

Das Gemetzel von Richard bei der Eroberung von
Akkon das ihn tausende Muslime aus Ungeduld
Enthaupten ließ zeigt wie harmlos fast verglichen
Zu diesem Helden der Christen der IS scheint

Es liegen fast 1000 Jahre dazwischen auch sollen
Die Verbrechen des IS nicht gerechtfertig werden
Doch ist es gut Dinge im Kontext zu sehen gerade
Im Kampf gegen mittelalterliche Glaubenskrieger

Richard büßte sein Verhalten mit zwei Jahren der
Gefangenschaft in Österreich und der Pfalz wie
Einer fast unbezahlbaren Lösegeldforderung die
England nachhaltig für lange Zeit schwächten

Was mit Saladin erreicht wurde war wenig
Für die Ziele mit denen sie aufbrachen so
Ließen innenpolitische Probleme wie immer
Konkurrenz untereinander den Zug scheitern

Das militärische Engagement des Westens
In Syrien und dem Irak heute ist Folge der
Vorigen Fehler der USA die eine Region zwar
Von einem Diktator befreite aber ins Chaos stieß

Wäre vorher mehr und besser verhandelt worden
Statt Umstürze zu provozieren hätte viel mehr
Für die Menschen dort erreicht werden können
Es gäbe kein Problem mit Flüchtlingen im Land

Wieder sind es die innenpolitischen Probleme die
Vom vernünftigen Kurs abbringen Ziele unerreichbar
Machen aus Angst vor der Macht der Populisten
Wie Richard seinen Bruder Johann fürchtete

Es ist richtig Menschen in Not zu helfen doch ist
Wer sich daran beteiligt dass diese entsteht dabei
Wenig glaubwürdig betreibt nur Folgenbeseitigung
Warum nun lieber mehr verhandelt werden sollte

Dabei einen klaren Blick auf Partner haben die
Wie die Türkei den Terror unterstützen hilft weiter
Auf dem Weg zur Lösung und so ist manches Leck
Zwar ärgerlich aber doch dem Frieden dienlich

Ob völliger Rückzug oder entschlossener Kampf
Schneller Frieden bringen ist natürlich umstritten
Doch sollte eines von beiden lieber konsequent
Getan werden statt weiter vieles nur halb

Halbe Sachen führen zu Nicht und stärken nur
Die Extremisten die dafür die innere Stabilität
Mit meist erlogener Propaganda gefährden
Darum entscheiden ob Krieg oder Frieden

Wie die Kanzlerin sagte sind wir im Krieg
Es geht also um das wie nicht das ob wer
Dies übersieht setzt auf das falsche Pferd
Es konsequent tun könnte mehr helfen
jens tuengerthal 20.8.2016

Lustsonett I

Wer die große Lust noch sucht
Sollte sich erinnern wo es war
Als alles in ihm dabei schrie ja
Vielleicht war es ganz verrucht

Die große Lust lässt sich teilen
Zwischen zweien aber nie in sich
Halb wird es schnell nur lächerlich
Nie sollten wir uns dabei beeilen

Wo Gefühl und Körper innig eins
Ist das Eindringen größtes Glück
Spürst du dies ist es oder keins

Wer je ist ganz zusammen gekommen
Wird nie wieder irgend weniger wollen
So halbe Sachen sind für die Frommen
jens tuengerthal 19.8.2016

Freitag, 19. August 2016

Hurensonett X

Wer zu den Huren geht sucht Lust
Erhofft Befriedigung dort zu finden
Wenn sich die Körper dabei winden
Will etwas tun gegen den sonst Frust

Doch ist was Lust einander schafft
Nie rhythmisches Körper sich reiben
Wenn sie es gefühllos dabei treiben
Wer’s ohne tut hat’s nicht gerafft

Drum tu ich es nicht mehr mit Huren
Was blieb war nur die große Leere
Holte lieber mir noch mal Abfuhren

Die große Lust kommt wenn beide wollen
Sich ganz dabei befriedigen ist eine Ehre
Was zählt ist nichts erledigen zu sollen
jens tuengerthal 19.8.2016

Kulturgeschichten 0327

Schottendrama

Ältere Engländer stimmten gegen Europa
Schotten und Nordiren wollten bleiben
Ob Groß Britannien nun groß bleibt oder
England einsam autonom wird ist unklar

Gerade hält sich Queen Elisabeth II. auch
In ihrem Lieblingsschloss in Balmoral eben
In Schottland auf das zu ihrem Königreich
Noch gehört auch wenn das früher stritig war

Nach einem Schloss heißt auch die Familie
Der die Königin entstammt seit dem 1. Weltkrieg
Windsor eben statt Sachsen-Coburg-Gotha sich
Nannte um die deutschen Wurzeln zu leugnen

Es war Victoria ihre Vorgängerin in auch Länge
Der Amtszeit die im 19. Jahrhundert noch die
Herrschaft des Hauses Hannover beendete das
Auf die Stuarts nach der Glorius Revolution folgte

Hannover ist das Geschlecht der Welfen das
Eine lange und alte Rolle in der Geschichte
Europas wie des Reiches spielte bis heute
Existiert dem Königshaus noch nah verwandt

So musste die Queen die Ehe von Ernst-August
Dem auch anders berühmten Prinzen von Hannover
Noch genehmigen etwa mit der Grimaldi was eine
Mittelalterliche Bündnistradition weiter fortsetzte

Stuart Hannover Sachsen-Gotha das sich nun
Windsor lieber noch nennt ist englisch königlich
Stuart war auch schottisch wie wir seit dem Drama
Um Maria Stuart wissen die es den Kopf kostete

Deren Sohn Jakob aber war der Anfang der Stuarts
Auf dem englischen Thron nach dem Tod der ersten
Elisabeth I. im Jahre 1603 mit der das Haus Tudor
Kinderlos endet und England protestantisch blieb

Jakob I. von England war in Schottland schon
36 Jahre König als Jakob VI. bis die Tante starb
Die ihm für den anglikanischen Glauben England
Vermachte in damals recht gutem Zustande

Besser zumindest ging es dem England der
Shakespeare-Zeit das durch Piraterie und Kriege
Gegen Spanien die sie mit Glück gewannen reich
Wurde als dem europaflüchtigen der Gegenwart

Auch darum ist unsicher ob Schotten nun das
Bündnis aufrecherhalten und Nordiren nicht doch
Lieber die Flucht aus dem UK ergreifen damit sie
Die Chance Europa nicht einfach verspielen

Es sind für England weder in London noch in
Brüssel also die Würfel bereits gefallen warum
Gelassenheit und Ruhe gerade das Gebot der
Stunde wohl eher ist als übermäßige Eile

Ob die Sozialdemokraten kurzsichtig dies noch
Verstehen oder nie über den engen Horizont
Ihrer eigenen proletarischen Herkunft springen
Bleibt offen aus reiner Höflichkeit wie immer

Das mögliche Zerfallen Großbritanniens infolge
Einer englisch dominierten Volksabstimmung in
Der ängstliche ältere Menschen Politik machten
Klingt erschreckend und verwundert doch nicht

Die Tradition der Aufstände ist alt auch in England
Die Verbindung mit Schottland wie Irland ist immer
Hauchdünn nur wie belastet gewesen es brauchte
Nur einen Grund für den Aufstand immer wieder

Am 19. August 1561 kehrte die achtzehnjährige
Witwe Maria Stuart nach Schottland zurück um
Nach 13 Jahren in Frankeich ihren Thron dort
Zu übernehmen was kritisch blieb ein Leben kurz

Zuvor war sie mit Franz II. verheiratet dem ältesten
Sohn von Heinrich II. und Katharina von Medici die
Ihre Schwiegertochter aber nicht sehr am Hof noch
Schätzte vielmehr die Abreise gern unterstützte

Franz war bereits mit zarten 16 verstorben aber beide
Waren seit Kindesbeinen zusammen aufgewachsen
Womit sie zumindest eine schöne Zeit vor der gerade
Erst geschlossenen Ehe am französischen Hofe hatte

Sechs Jahre wirkte und intrigierte sie als schottische
Königin bis sie nach der Ermordung ihres zweiten
Gatten Lord Darnley nach England zur Base Elisabeth
Floh die sie bald aus Gründen internierte für 20 Jahre

In diesen plante Maria noch Elisabeth manches mal
Zu stürzen gemeinsam mit ihr loyalen Katholiken
Doch Verrat und verräterrische Briefe ließen sich
Schließlich doch noch den Kopf verlieren

Nach ihrer Abdankung aber war Jakob VI. schon
König von Schottland 1568 einstimmig geworden
Auch die Tante Elisabeth machte ihn mangels
Eigener Kinder dann zum legitimen Erben

Die Geschichte von Maria und Elisabeth wurde
Vielfach Theater wie in Romane gefasst doch
Ebenso spannend ist die Geschichte der Stuarts
Die keine 100 Jahre später vertrieben wurden

Danach sich noch zweimal um die schottische
Wie die englische Krone bemühten dabei auf
Die Unterstützung Frankreichs eher vergeblich
Bauend und entsprechend erfolgreich waren

Der letzte der England vom Festland aus noch
Eroberte war der Normanne Wilhelm wie nun
Wieder ein Kronprinz irgendwann auch heißt
Doch die Geschichte der Versuche zeigt viel

Am 19. August  1745 hisste Charles Edward Stuart
Auch Bonnie Prince Charlie genannt in Glenfinnan
Am Loch Shiel seine Fahne began den zweiten Aufstand
Der Jakobiten in Schottland als der Young Pretender

Hier folgte er wieder von Frankreich ein wenig doch
Anfänglich unterstützt den Spuren seines Vaters der
Auch schon die verlorene Krone für die Katholiken
Wieder zurück erobern wollte der ganzen Insel

Bonnie Prince Charlie wurde in Rom geboren
Als Sohn des James Stuart und der polnischen
Prinzessin Maria Sobieska er sprach fließend
Latein Englisch Französich Italienisch Gälisch

Er marschierte mit 3000 Highlandern verschiedener
Clans nach Edinburgh und konnte die Stadt nicht
Aber die Burg ohne Widerstand einnehmen schon
Am 17. September war also schnell erfolgreich

Als am 21. September Regierungstruppen ihn
In der Schlacht bei Prestonpans angriffen um
Edinburgh zurückzuerobern schlug er sie auch
Da vernichtend mit seinen Highlandern

Bis auf die Festungen von Edinburgh und Stirling
Gab es keinen nennenswerten Widerstand mehr
In Schottland er residierte im Palast Holyroodhouse
Verzauberte dort die Damen bei einem Ball noch

Mit seiner auf 5000 Mann gewachsenen Armee
Aus Highlandern marschierte er nun gen England
Wo der erhoffte Zulauf von Jakobiten ausblieb
Dennoch nahm er Lancaster und Manchaster ein

Bereits im Dezember stand er vor Derby also
Nur noch knapp 150km von London entfernt
Wo Panik ausbrach und Georg II. auch noch
Die Landung von 10.000 Franzosen fürchtete

Hier beging Charles nach der jakobitischen
Mythologie den entscheidenden strategischen
Fehler zögerte mit dem Weitermarsch um noch
In Schottland neue Truppen auszuheben

Nun rief die Regierung Wilhelm August den
Herzog von Cumberland und Sohn von Georg II.
Vom Festland mit kampferprobten Truppen zurück
Stellte diese den Stuarts entgegen die nun verloren

Sie gewannen bei Falkirk im Januar noch eine Schlacht
Zogen sich aber vor Cumberlands Truppenn weit bis
Inverness in den Norden Schottlands wieder zurück
Am 16. April wurden die Highländer geschlagen

Die erschöpfte und hungernde dazu schlecht nur
Ausgerüstete Truppe wurde von der englischen Armee
Von 9000 Mann unter Cumberland gegen 5000 Highländer
In nur knapp 25 Minuten ohne Gnade völlig vernichtet

Die Engländer feierten Cumberland nun als den großen
Retter während er für die Schotten künftig nur noch der
Schlächter war Bonnie Prince Charlie jedoch entkam
Auf seiner Flucht irrte er 5 Monate durch die Highlands

Trotz der wahnsinnig hohen Belohnung von 30.000 Pfund
Die auf seinen Kopf ausgesetzt war verriet ihn kein Schotte
Er wurde versteckt und entkam mit Hilfe der immer noch
Heldin der Highlands Flora Mac Donald in Frauenkleidern

Als Zofe Betty Burke verkleidet ruderte er zusammen mit
Flora auf abenteuerlicher Fahrt über das Meer zur Insel
Skye schaffte es im September endlich wieder zu fliehen
Per Schiff von Moldart aus wo seine Expedition begann

Die Menschen die ihm geholfen hatten ließ er zurück
Um sie kümmerte sich bekannt brutal Cumberland
Charlie irrte die nächsten 15 Jahre durch Europa
Bemühte sich erfolglos weiter um Unterstützung

Bonnie Prince Charlie wurde zum Trinker zerstörte
Seine Ehen während England sehr entschieden
Auf den Putschversuch reagierte Clanchiefs mussten
Ins Ausland fliehen oder wurden gleich hingerichtet

Im Disarming Act von 1747 wurde den Highländern
Das Tragen von Waffen wie traditioneller Kleidung
Verboten und die alte gälische Kultur versank nun
Für immer es blieb nur die romantische Erinnerung

Theoretisch wird die Thronfolge noch immer angefochten
Doch ist der Anspruch von Elisabeth II. Windsor-Mountbatten
Also Sachsen-Coburg-Gotha-Schleswig-Holstein-Sonderburg-
Glücksburg genauso gut wie derjenige noch lebender Stuarts

Nach Bonnie Prince Charlie hat auch niemand mehr
Diesen Anspruch erhoben und die Briten meinen dass
Haus Stuart sei im Haus Hannover aufgegangen das
Dann in Sachsen-Coburg-Gotha bis heute aufging

Eine katholische Thronfolge war in England zudem
Zum Schutz der anglikanischen Kirche ausgeschlossen
Auch wird ein Nachfolger vom Adel im Oberhaus nur
Bestimmt wenn der Thron vakant ist was nicht ansteht

Nach dem immer noch gültigen Act of Settlement hat nur
Die protestantische Linie Anspruch auf den Thron der
Dennoch stammen alle englischen Monarchen noch
In weiblicher Linie direkt von Jakob VI. Stuart ab

Über Elisabeth Stuart die Winterkönigin deren Tochter
Sophie mit Ernst August von Hannover verheiratet war
Setzt sich die Linie der Stuarts im Haus Windsor fort
Während Stuarts Erbe derzeit bei Franz von Bayern liegt

Dessen Tochter Sophie erbt diesen Anspruch weiblich
Gibt ihn damit langfristig an das Haus Lichtenstein in
Das sie einheiratete weiter das ihn vermutlich auch nicht
Geltend machen wird außer die Schotten rufen sie

So könnte der Brexit plötzlich zu der für Elisabeth II.
Unerfreulichen Folge führen dass die Schotten sich
Wieder einen Stuart auf ihren Thron rufen wollen
Auch wenn das in der EU anachronistisch klingt

Plötzlich wenn es nicht Herzog Franz von Bayern
Noch trifft würde dann Sophie von Lichtenstein
Neue Kandidatin für die schottische Krone ob
Sich die Engländer das vorher gut überlegten

Manchmal wird alte Geschichte an die keiner
Mehr dachte außer in romantischen Sagen
Aus den Highlands ganz aktuell in Europa
Nach unsinniger Volksabstimmung zuvor

Balmoral bliebe trotzdem Privatbesitz des Hauses
Mountbatten-Windsor doch Holyroodcastle ginge
Dann doch noch an die Stuarts dann Lichtenstein
Verloren die neue Steuerparadiese hätten
jens tuengerthal 19.8.2016

Verlustmeldung

Wenn zwei ihr miteinander beenden
Ist es meist zu spät noch zu wenden
Die Liebe haben sie vorher verloren
Was sie noch taten war unausgegoren
Sie beschimpfen sich voller Ungeduld
Es fehlt das Gefühl für gebotene Huld
Dann ziehen sie innerlich Grenzen
Statt sich liebevoll zu bekränzen
Verloren im Fehlen der Worte
Sucht die Liebe noch ihre Orte
Meint der eine es liebevoll zart
Findet der andere es grob hart
Dann ist wohl nichts mehr zu retten
Auf diese Liebe würd ich nicht wetten
Lieber die Erinnerung an den Traum bewahren
Schön war's doch ist unser Zug abgefahren
Allein sich nun am Leben erfreuen
Ist besser als es noch zu bereuen
Mit einem Lächeln an dich denken
Statt sich in Kummer zu versenken
So werden wir nun allein unsre Wege ziehen
Was war bleibt auch wenn wir uns fliehen
jens tuengerthal 19.8.2016

Hurensonett IX

Ist die Hurerei nur eine große Illusion
Träumen die Freier immer noch weiter
Sie wären der Huren Lust Begleiter
Dabei ist nur ihr Job dabei Mission

Könnte Befriedigung der Hure sein
Den Kunden glücklich zu machen
War es gut wenn sie dabei lachen
Denn am Ende bleibt jeder allein

Sollten sich Freier um die Huren sorgen
Würden sie rasch die Befriedigung erledigen
Keinesfalls wollen sie noch Gefühle borgen

Huren haben nichts als Körper zu geben
Wer sie hatte sei damit einfach glücklich
Nach Gefühl sollte dabei keiner streben
jens tuengerthal 18.8.2016

Hurensonett VIII

Die Huren leben ihren Sex öffentlich
Wer sie bezahlt kann sie ganz haben
Steife Schwänze sind keine Gaben
Nichts ist ihnen noch irgend peinlich

Manche sind privat darum eher verklemmt
Verschenken nicht was sonst gut bezahlt
Haben sich keusche Gefühlsbilder gemalt
Geben sich beim Sex unerfahren gehemmt

Hingabe gibt es dann nur noch mit Liebe
Vögeln können sie ja beruflich oft genug
Sie befriedigen nicht mehr nur ihre Triebe

Darum weiß wen eine Hure echt begehrt
Sie wird ihm damit wohl immer treuer sein
Ihre Höhepunkte haben mit Liebe erst Wert
jens tuengerthal 18.8.2016

Donnerstag, 18. August 2016

Hurensonett VII

Huren verkaufen vom Intimen alles
Wenn sie sich für Freier offen zeigen
Dringen diese tief gar in ihre Feigen
Kommen dort im Falle eines Falles

Wenn Intimität tiefste Vertrautheit ist
Erreicht bloßer Sex allein dies selten
Wo doch Gefühle dort nichts gelten
Sie was war gleich wieder vergisst

Was sonst beim Sex sich ganz nah ist
Wird mit Huren ein eher sportlicher Akt
Es läuft egal wo du in Gedanken bist

Erfüllung will dort kein Versprechen
Auf mindestens Ewigkeit bis morgen
Es genügen dabei bezahlte Zechen
jens tuengerthal 18.8.2016

Kulturgeschichten 0326

Hochzeitsjubel

Hochzeiten sind Feste der Liebe
Bei denen sich Liebende versprechen
Ein Leben miteinander zu teilen wie
Spätestens danach damit auch anfangen

Früher waren Hochzeiten viel mehr als
Häuser noch regierten und sich damit
Wo sie heirateten Herrschaften ganz neu
Verbanden wie fanden als Hauptgrund

Liebe spielte dabei nur eine Nebenrolle
Schön wo es sie gab aber zentral waren
Festigung und Ausbau der eigenen Macht
Wie Sicherung der Zukunft und des Vermögens

Beispiel für glückliches Heiraten gab besonders
Das Haus Habsburg das sich dank kluger Wahl
Der Partner wie mit Hilfe des Todes der oft genug
Vorzeitig kam sein Weltreich erschlief oder ererbte

Diese Vereinigung der Häuser Arragon-Kastilien
Mit Habsburg unter deren deutschen Namen der
Noch an die Schweizer Habichtsburg erinnerte
Ärgerte die in der Mitte gelegenen Franzosen

Schon nach der Hochzeit von Maximilian mit Maria
Von Burgund hatten sie sich darum geschlagen
Geplante Ehen scheiterten vor lauter Wut die dann
Habsburg in die Arme der Spanier langfristig trieb

So versuchte Frankreich sich im Inneren zu festigen
Um der Bedrängung durch Habsburg von zwei Seiten
Zumindest stabil entgegenzutreten auch wenn diese
Angst eher Fiktion war denn auf Tatsachen beruhte

König Heinrich II. aus dem Hause Valois wollte so
Seine Tochter Margarete mit dem später König von
Navarra und Führer der Hugenotten auch Heinrich
Verheiraten um das Land innerlich zu befrieden

Über diesen Heinrich der später der IV. wurde
Haben wir an dieser Stelle schon viel erzählt
Weniger über seine Frau die ein Kind ihrer Zeit
Also der Renaissance war und mutige Wege ging

Ihr Gatte Henry IV. galt als so klug wie wild
Seine Kinder in jeder Ecke Frankreichs sind
Legende wie der Hahn im Topf eines jeden
Franzosen real war seine gelebte Toleranz

Margarete war die siebte damit jüngste Tochter
Von Katharina von Medici die lange Frankreich
Für ihre noch minderjährigen Söhne mitregierte
Wie auf eigene Art aus dem Hintergrund prägte

Was wir heute über Margarete wissen stammt
Aus ihren Memoiren wie ihren Briefen die beide
Zusammen ein authentisches Bild ihrer Zeit geben
Dessen Bewertung sich gerade sehr wandelte

Als Heinrich und Margarete heirateten standen
Noch einige ihrer Brüder vor ihrem Gatten in der
Rangfolge der Krone deren Erreichen mehr als
Unwahrscheinlich noch scheinen musste

Jahrelange Inzucht und ein damit hohes Risiko
Hatten die Zahl der Blutererkrankungen erhöht
So kam es dass Heinrich der Protestant für die
Fanatischen Katholiken zur Bedrohung wurde

Margarete zwar als Katholikin geboren und erzogen
War ihrem Mann aber zugewandt und suchte darum
Eine Position der Mitte in der Zeit der Kriege in der
Gewalt und Intrigen Frankreich beherrschten

Das Verhältnis zu Henry war auch von dessen immer
Zahlreichen Liebhaberinnen geprägt dabei stand sie
Loyal an seiner Seite auch wo gerade nicht opportun
Durchkreuzte seine Pläne aber auch wo sie es wollte

Erst einige Jahre nach der Annulierung ihrer Ehe
Die kinderlos blieb was die Aufhebung erlaubte
Entwickelte sich ein dauerhaft freundschaftliches
Verhältnis zwischen dem früheren Ehepaar

Margarete hat ihrer Zeit gemäß und doch besonders
Eine umfassende humanistische Bildung erhalten
So sprach sie neben ihrer Muttersprache noch fließend
Latein Griechisch Italienisch Spanisch und war belesen

In ihrer Jugend hatte sie bei Hofe wohl eine Liaison mit
Dem jungen Herzog Henry de Lorraine, duc de Guise
Der im Krieg der drei Heinriche eine böse Rolle spielt als
Kopf der Liga mit Catharine de Céve 14 Kinder hatte

Diese Nähe zur Liga auch durch seine Familie verhinderte
Die sonst wohl Liebesheirat der beiden und führte dafür
Später zu um so intensiveren Hass dagegen sollte ihre
Hochzeit mit Henry de Navarra der Versöhnung dienen

Ausgehandelt wurde sie von ihrer Mutter Katharina Medici
Wie Henrys Mutter Jeanne d’Albret der Königin von Navarra
Dabei wurde auf den jeweiligen Religionsübertritt verzichtet
Die Adlerin genannte Jeanne war kämpferische Hugenottin

Die am Hof kultivierte Margarete fand Henry ungeschliffen
Wie hässlich außerdem solle der in Pau großgewordene
Prinz von Navarra gestunken haben und dennoch folgte sie
Dem Wunsch und Druck ihrer Mutter in die Ehe mit Henry

Die Hochzeit fand auf dem Vorplatz der Kathedrale von
Notre-Dames de Paris statt da Henry sich noch weigerte
An einer katholischen Messe teilzunehmen doch hinderte
Dies die Ehe sowenig wie der fehlende päpstliche Dispens

Die anschließenden mehtägigen Feiern in Paris fanden
Nach einem Attentat auf den calvinistischen Admiral der
Hugenotten Gaspard de Coligny eine blutige Wendung in der
Batholomäusnacht warum sie zur Bluthochzeit wurde

Ob dahinter eher ihre Mutter Katharina Medici steckte oder
Doch die Hetze ihres früheren Liebhabers Henry Guise mit
Der immer radikaleren Liga ist nicht ganz klar mehr spricht
Für die Liga die einen Henry IV. fürchtete wie die  Pest

Sie rettete in dieser Nacht wohl mindestens ein Leben noch
Durch Fürsprache bei ihrem Bruder Karl dessen Soldaten
An dem überall Gemetzel beteiligt waren mit dem Hugenotten
In ganz Frankreich niedegemetzelt wurden im Volkszorn

In den Reihen der Gruppierung Les Malcontents engagierte
Sie sich mit ihrem Mann künftig für eine Assöhnung der beiden
Konfessionen und gegen alle radikalen Kriegstreiber die noch
Weiter die endgültige Konfrontation zum Endsieg suchten

Als Mitglied der Malcontents wurde sie Teil einer Verschwörung
Mit dem Ziel nach Karls Tod nicht Heinrich III. sondern lieber
Francois-Hercule zum König zu machen der als toleranter als
Sein der Liga verbundener Bruder Heinrich noch galt

Das Complot de Mardis Gras wurde aber durch Margarete selbst
Aufgedeckt die ihrer Mutter davon berichtete verteidigte jedoch
Ihren Gatten durch eine eigene Schrift hervorragend dem später
Auch die Flucht aus dem Louvre wie vorher Francois gelang

Zwei Jahre dauerte es bis das Ehepaar sich wiedersah als
Katharina mit ihrer Tochter Margarete nach Guyenne reiste
Eine Zeit verbrachte sie nach Abreise ihrer Mutter in Pau
Richtete sich dann jedoch einen guten Hof in Nerac ein

Dort trafen sich große Geister wie Michel de Montaigne
Guillaume de Salluste Du Bartas veranstaltete sowohl
Literarische Zirkel wie rauschende Feste soll damit sogar
Shakespeare zu Verlorene Liebesmüh inspiriert haben

Früher wurde ihr von Historikern der siebte Hugenottenkrieg
Als verschuldet durch Intrigen ihres Hofes zugerechnet was
Heute jedoch ganz anders gesehen wird so gilt ihre Beteiligung
Am folgenden Frieden heute als maßgeblicher eher noch

Viel der Beurteilung der Person Margaretes hängt mit ihrem
Freien selbständigen Leben zusammen das für eine Frau
Der Renaissance die nur Gattin nicht Herrscherin war noch
Überraschend unüblich blieb in vielem jedoch bigott war

So werden ihrem Mann seine zahlreichen Liebhaberinnen
Noch als Verdienst zugerechnet während es für sie eher als
Moralische Verfehlung gilt das gleiche Recht wahrzunehmen
Entsprechend der Moral des katholischen Aberglaubens

Wie die in unserer Zeit so berühmte Prinzessin Diana begann
Margarete auch ein wohl längeres Verhältnis mit einem der
Stallmeister ihres Bruders Francois was ihr unter anderem
Später von Bruder Heinrich III. moralisch vorgehalten wurde

Nach dieser öffentlichen Erniedrigung zog sie sich zurück
Das Verhältnis zu Henry verbesserte sich erst wieder
Nach dem Dispens des Papstes für ihre Trennung so
Lebte sie die letzten Jahre in gutem Kontakt zum Hof

Der als wunderschön geltenden Margarete wurden
Zeit ihres Lebens zahlreiche Liebhaber zugeschrieben
Sie soll auch den Kommandeur der Festung verführt haben
Auf der sie 19 Jahre mit Hof gefangen gehalten wurde

Die Festung Usson auf der die gebildete lebensfrohe
Frau so lange gehalten wurde hat später Richelieu
Schleifen lassen wurde bald wieder zum Zentrum
Für Literaten und Künstler des ganzen Landes

Mit ihren Memoiren hat Margarete eine eigene
Literarische Hinterlassenschaft geschaffen die
Sie der Welt übergab und mit der wir uns noch
Heute ein getreues Bild der Zeit machen können

Die 13 Jahre nach ihrem Tod erstmal veröffentlichten
Erinnerungen der Königin wurden sofort ein Bestseller
Ob die Veränderungen der Wirklichkeit dort Absicht waren
Oder ihr eher unterliefen aus Höflichkeit auch steht dahin

Was immer nun die Wirklichkeit wem wie ist bleibt doch
Für die Annahme taktischer Veränderungen weniger
Widerspräche dies auch dem Geist der Renaissance
Der auch Montaignes zeitgleiches Schreiben auszeichnet

Neben der Verteidigungsschrift für ihren Mann hat Margot
Noch Gedichte und wohl feministische Texte verfasst
Sie galt auch als bedeutendste Mäzenatin Frankreichs
Wovon unter anderem Monteverdi noch profitierte

Eine so starke Frau die selbstbewusst ihren Weg ging
War im Zeitalter der Renaissance noch ungewöhnlich
Sie erfuhr daher Achtung und Respekt aber vielfach
Auch verleumdende Kritik gerade zu ihrer Sexualität

Mit schön und reich und erfolgreich kann bis heute
Nicht jeder fair und gut umgehen auch wenn es sich
Bei der fraglichen Frau um eine der klügsten ihrer Zeit
Noch handelt zählte am Ende viel oberflächliches nur

Betrachten wir Angela Merkel wie Hillary Clinton oder
Theresa May geht es bei ihrer Beurteilung selten nur
Um die Sache sondern wird es schnell persönlich wie
Hysterisch dramatisiert weil Macht ohnmächtig macht

Scheinbar ist bis heute was einem Präsidenten ob nun
In Frankreich oder USA mit süffisantem Lächeln noch
Verziehen wird für Frauen an der Macht stets Tabu
Weil die Männern scheinbar die Potenz auch raubt

Es begann mit einer Hochzeit die eigentlich nicht die
Erste Wahl war sollte sie doch Philipps II. Sohn Juan
Heiraten der zu schnell zuvor noch starb wie sie den
Ersten Geliebten konfessionell nicht heiraten durfte

Am Ende war sie ein Spielball der Mächte die sie
Aus taktischen Gründen verheirateten doch dabei
Schaffte sie es erstaunlich viel noch zu gestalten
Es gebührt ihr dafür Hochachtung neben Henry IV.

Zur Zeit einer Elisabeth I. füllte sie die Rolle der
Gattin eigenwillig und mit Charakter aus was für
Ihre Stärke spricht vielleicht schauten wir besser
Mit diesem Blick auf heutige Politkerinnen

Nicht alles ist möglich und nicht jeder Kampf
Muss von einer schon gekämpft werden doch
Wer im ohnehin so engen Rahmen der Politik
Eigene Zeichen noch setzt beweist Größe
jens tuengerthal 18.8.2016

Mittwoch, 17. August 2016

Kulturgeschichten 0325

Schlachtenbedeutung

Manche Schlachten der Geschichte gelten
Als bedeutend schon bevor sie beginnen
Andere werden es erst im Blick zurück
Auch wenn das Ergebnis anders schien

Ob es im Krieg gegen den Terror noch
Wirklich bedeutende Schlachten geben wird
Oder dieser langsam zermürbt werden soll
Bis sicherer Zugriff entscheidet ist ungewiss

Überhaupt scheint dabei die Zeit der großen
Schlachten vorbei und mehr geschieht eher
Verdeckt oder von fernen Rechnern gesteuert
Mit denen modernste Armeen heute kämpfen

Anders war dies noch in den großen Schlachten
Wo Könige teils noch in der ersten Reihe kämpften
Manchmal auch den Tod fanden was heute keiner
Mehr im Feld riskieren muss oder überhaupt soll

Als Prinz Harry in Afghanistan seine Einsätze flog
Wurde dies möglichst geheim gehalten damit die
Truppe wie der Prinz kein Ziel von Angriffen wurden
Erreicht wurde in Afghanistan nahezu nichts

Am 17. August 1479 schlug Erzherzog Maximilian
Von Österreich Frankreichs König Ludwig XI. der
Durch Philippe de Crevecoeur vertreten wurde den
Früheren Ratgeber von Karl dem Kühnen von Burgund

Ludwig kannte Philippe noch aus der Zeit als er nach
Putschversuchen gegen seinen Vater nach Burgund
An den Hof von Maximilans späteren Schwiegervater
Karl dem Kühnen fliehen musste es ging ums Erbe

Nach Karls Tod war Burgund an dessen Tochter Maria
Gefallen die als die schönste Frau ihrer Zeit galt und so
War die trotz mancher Kriege noch mit Maximilans Vater
Friedrich III. ausgehandelte Hochzeit eine Liebesheirat

Ludwig als französischer König Lehnsherr über Burgund
Sah das Lehen nach Karls Tod als an ihn zurückgefallen
Maximilian sah es als gemeinsam mit seiner Frau regierten
Besitz für seinen Sohn Philipp den später so Schönen

So ließ Ludwig ein Heer in die Picardie und die Städte
Burgunds einrücken darauf zog Maximilian ein Heer
Zusammen und zog in die Picardie wo es bei Guinergate
Einem kleinen Dorf dann zur ersten Schlacht kam

Maximilian kämpfte dabei zum ersten mal mit Landsknechten
Die aus Flandern kamen und bei denen er sich in der Schlacht
Einreihen ließ und mit einem Langspieß in der Hand in der
Ersten Reihe gegen die heranrückenden Ritter kämpfte

Vielleicht war es das Beispiel des jungen Erzherzogs
Der nicht umsonst der letzte Ritter später genannt wurde
Was den Kampfesmut der Landsknechte noch weiter erhöhte
Nach vier Stunden flohen die Franzosen vom Schlachtfeld

Maximilian konnte nun ohne großen Widerstand große
Teile des Hennegaus wieder in Besitz nehmen doch war
Sein Erfolg nicht von Dauer nach Marias frühem Tod
Die bei einem Reitunfall starb ging der Krieg 1482 weiter

Im Frieden von Arras musste Maximilian noch im gleichen
Jahr auf Herzogtum und Freigrafschaft Burgund wie die Picardie
Das Artois und Arras verzichten und behielt nur Flandern als
Ab dann Habsburger Besitz der seinem Enkel Karl V. zufiel

So verlor Maximilian einen Teil des Erbes seiner Frau sicherte
Dafür durch die Hochzeit seines Sohnes Philipp mit Johanna
Der später Wahnsinnigen seinem Enkel Karl V. ein Weltreich
In das dieser im flandrischen Brügge hinein geboren wurde

Maximilian hatte schon als Kind erlebt wie die Wiener sich
Gegen seinen Vater Kaiser Friedrich III. stellten und dessen
Bruder Albrecht die Tore öffneten gemeinsam mit ihm die
Hofburg belagerten warum er lieber in der Neustadt lebte

So verzieh er den Wienern ihre Untreue nie und ließ sich
Auch in der Neustadt beerdigen zumindest den größeren
Teil von sich denn sein Herz kam nach Brügge wo seine
So geliebte Frau Maria lag eine sehr romantische Geste

Das Burgunder Erbe brachte neben Flandern auch den
Burgundischen Hausorden vom Goldenen Vlies an die
Habsburger die den Ritterorden als ihren höchsten dann
In den folgenden Jahrhunderten noch weiter kultivierten

Die Flandern mit seiner Regierung unzufrieden waren
Sogar so rebellisch dass sie ihn 1488 fünf Monate ins
Gefängnis sperrten aus dem ihn erst eine Armee seines
Vaters wieder befreien konnte der dann auch befriedete

Neuen Ärger mit Frankreich gab es als die ihm schon
Aus der Ferne angetraute Anne de Bretagne plötzlich
Frankreichs Karl VIII. heiratete der dafür auch noch seine
Verlobte Maximilians Tochter Margarete verbannte

Diese heiratete dafür den spanischen Kronprinzen Juan
Im Jahre 1495 als Maximilian gerade mit dessen Vater
Ferdinand dem Papst Venedig und seinem Schwiegervater
Dem Herzog von Mailand die Heilige Liga gründete

Auch noch 1495 reformierte Maximilian auf dem Reichstag
Zu Worms die Reichverfassung und stritt sich mit Luther
Wobei damals der Ewige Landfriede viel wichtiger war
Bis zu seinem Tod 1519 regierte der Kaiser weiter

Schon vier Jahre lang hatte der vermutlich an Darmkrebs
Verstorbene Kaiser seinen Sarg immer mitführen lassen
Seinen Enkel Karl hatte er schon ins Amt gesetzt und ging
Gläubig und so bescheiden wie es möglich war

Neben dem spanischen Weltreich durch Heirat sicherte
Maximilian dem Haus Habsburg auch noch die Krone
Böhmens was noch schlimme Kriege auslösen wird
Doch deren Macht im Reich auf Dauer sicherte

Ludwig mit dem er sich am 17. August um Burgund schlug
Hat viel für die Einheit Frankreichs getan war hochgebildet
Wie zugleich grausam wo es um seine Macht ging er wurde
Die universelle Spinne genannt und hielt Heuchelei für nötig

Durch die Vernichtung der großen Vasallenstaaten hat er
Die königliche Macht in Frankreich gefestigt und ausgedehnt
Von den Pyrenäen bis zu den Alpen und über den Jura hinaus
Er lebte sparsam und machte Frankreich erst reich

Mit klaren Blick für seinen Vorteil wie das politisch nötige wie
Gerade mögliche wurde Ludwig XI. zum Wegbereiter erst
Des späteren Absolutismus und Zentralismus in Frankreich
Womit die Folgen seiner Herrschaft bis heute noch wirken

So traten am 17. August 1479 zwei Herrscher gegeneinander
Um Burgund und das Erbe der Tochter seines einst Retters
Wie später auch Kriegsgegners Karl des Kühnen an die sich
In ihren Zielen wie ihrer Herrschaft auch ähnlich waren

Die Schlacht von Guinegate war eigentlich unbedeutend
Auch wenn es zunächst einen anderen Eindruck machte
Verlor sich der Gewinn in wenigen Jahren wieder völlig
Hätte eine Einigung vorab beiden mehr genutzt noch

Dank der EU und den Verträgen von Maastricht die den
In Rom begonnenen Weg unumkehrbar machten ist heute
Die Verbindung zwischen Deutschland und Frankreich so
Stark wie seit Karl dem Großen nicht mehr als wir eins waren

Die vielen Schlachten die noch um das Erbe der Sforza
Wie die Kronen Italiens ausgefochten wurden zwischen
Maximilians Enkel Karl V. wie dessen Sohn Philipp zeigen
Wie gut es Europa verglichen hat heute was wichtig ist

Es gibt an jeder Form der Regierung immer auch etwas
Zu meckern und sich zu ärgern doch führt uns solche
Dekonstruktion nie weiter warum es wichtiger ist sich
Lieber das Gute noch weiter zu verbessern anstatt
jens tuengerthal 17.8.2016