Donnerstag, 22. Juni 2017

Unwetterlich

Was ist Unwetter
Ist es nicht mehr Wetter noch
Zumindest spürbar

Wo Wogen wallen
Wiegen Menschen nur wenig
Gegen Unwetter

Wer es überlebt
Erfährt durch Unwetter erst
Wie wenig wer war
jens tuengerthal 22.6.2017

Wettergefühl

Wetter löst Gefühl
Manchmal aus aber auch auf
Wenn alles entlädt

Welches Wetter wohl
Ruhiger Harmonie ganz
Entspricht frag ich mich

Entladung macht mich
Stets Erleichtert Glücklich
Was bleibt vom Wetter
jens tuengerthal 22.6.2017

Gewitterglück

Endlich Gewitter
Donner und Blitz verhallen
Regen ergießt sich

Kühl weht Wind danach
Reingewaschene Landschaft
Himmel verhangen

Spannung aufgelöst
Befreit nun angelächelt
Im Gewitterglück
jens tuengerthal 22.6.2017

Mittwoch, 21. Juni 2017

Familienliebe

Liebe macht glücklich
Als Familie gelebt
Ist es das höchste

Wo die Liebe herrscht
Schenkt sie einander Freiheit
Statt mehr Kontrolle

Teilnahme am Glück
Vermehrt es miteinander
Gönnt sich so alles
jens tuengerthal 21.6.2017

Familienterror

Wer mit Terror herrscht
Verspielt die Liebe immer
Sät nur mehr Gewalt

Macht gegen Liebe
Zerstört die Familie
Ganz ohne Gewinn

Am Ende geht es
Stets um Geld statt Liebe
Was bleibt ist nichts wert
jens tuengerthal 21.6.2017

Familienmacht

Manche wollen Macht
Nennen es Familie
Unterdrücken nur

Wer gegen Liebe
Kämpft wird immer verlieren
Weil sie stärker ist

Liebe schenkt Freiheit
Will stark machen nie schwächen
Wer es tut verliert
jens tuengerthal 21.6.2017

Dienstag, 20. Juni 2017

Kriegsstolpern

Wird Krieg begonnen
Wenn er ordentlich erklärt
Wie nach Plan geführt

Stolpern wir eher
In die großen Konflikte
Wie Schlafwandler meist

Zwar ohne Ahnung
Doch stets entschieden empört
Danach dann geschockt
jens tuengerthal 20.6.2017

Bombig

Krieg ist stets bombig
Im Krieg gegen den Terror
Gibt es kein Schlachtfeld

Wer ist schon im Krieg
Wo ist überhaupt Frieden
Bei Bombenwetter

Besiegt wer Glauben
Besitzt wer dabei Wahrheit
Wohin wollen wir
jens tuengerthal 20.6.2017

Glücksrezept

Was ist das Rezept
Für stetes Glück im Leben
Gibt es das jemals

Die Chance erhöht
Wer Unglück meidet immens
Mehr geht eher nie

So halte ich mich für
Glücklich was genügt um es
Zu sein im Leben
jens tuengerthal 20.6.2017

Verneidung

Neid besser meiden
Um ohne glücklich zu sein
Da mit unmöglich

Wer Neider meidet
Gewinnt Freiheit für sein Glück
Statt drum zu kämpfen

Neid vergällt immer
Liebe dagegen will gut
Warum ich Neid meid
jens tuengerthal 20.6.2017

Missgünstling

Missgunst sät Zweifel
Dieser tötet Gefühle
Ohne zu geben

Was bloß destruktiv
Schafft keine Freude
Vertreibt die Freunde

Der Missgünstling ist
Meist einsame Existenz
Am Ende allein
jens tuengerthal 20.6.2017

Montag, 19. Juni 2017

Lieferanspruch

Das steht uns doch zu
Ist die deutscheste Haltung
Zum Glück im Leben

Weniger dankbar
Als auf ihr Recht laut pochend
Lieber beleidigt

Bescheiden glücklich
Sein ist größte Aufgabe
Deutscher Bürger wohl
jens tuengerthal 19.6.2017

Schmollwinkel

Deutsche Heimat ist
Der Schmollwinkel immer noch
Als Opfer leidend

Aus allen Lagern
Kommen die Beleidigten
Grass Kohl Pegida

Stets überfordert
Auf hohem Niveau jammernd
Statt zu genießen
jens tuengerthal 19.6.2017

Siegerglück

Zu siegen ist Glück
Auch wo erwartbar dann doch
Eher bescheiden

Weniger haben
Ist politisch betrachtet
Mehr Zusammenhalt

So betrachtet läuft
Es just bestens für Macron
Frankreich zeigt sich reif
jens tuengerthal 19.6.2017

Sonntag, 18. Juni 2017

Bärliner

Wer ist Berliner
Manche sagen es lautstark
Mehr sind es leise

Leise sein ist nicht
Typisch berlinisch aber
Was ist noch echt hier

Den Bär im Wappen
Waren diese nie frei hier
Seit Freiheit was galt
jens tuengerthal 18.6.2017

Berlinbunt

Berlin feiert gern
Demos Sonntag und Party
Manchmal auch alles
jens tuengerthal 18.6.2017

Berlinhimmel

Himmel über Berlin
Leuchtet so blau als ob es
Um das oben ging
jens tuengerthal 18.6.2017

Friedfeier

Sonntag ist friedlich
Außer du bist gerade
Wo alle feiern

Sollten alle drum
Zugleich feiern oder nicht
Damit es stets passt

Wohl viele Wege
Führen nach Rom noch immer
Zulassen ist Glück
jens tuengerthal 18.6.2017

Väterlich

Viel hab ich von ihm
Auch in den Genen noch
Mehr wohl im Wesen

Nun bin ich es selbst
Werde es gern noch wieder
Was immer nun bleibt

Vater sein dürfen
Ist größtes Glück immer
Mehr kann Mann nicht sein

Was lustvoll anfängt
Wird lästig manchmal schneller
Ohne die Liebe

Seltsam weit trägt uns
Das nur Gefühl ein Leben
Als Familie

Zwei Leben werden
Ein neues wo eins zuvor
Auch wenn sonst uneins

Liebe trägt alles
Gefühl ist ein Hauch von nichts
Mehr haben wir nie

Jenseits des Nichts kommt
Hoffnung auf Dauer immer
Als blieben wir wo

Dankbar dem Vater
Dankbar Vater auch zu sein
Dankbar für das Glück
jens tuengerthal  18.6.2017

Kreuzweg

Wer will noch ein Kreuz
Symbol für Folter immer
Nur Christen noch mehr

Historisch richtig
Kämpfen Linke dagegen
Alles wie immer

Entspannt euch lieber
Bekreuzte Museen schaden
Niemand mehr heute
jens tuengerthal 17.6.2017

Samstag, 17. Juni 2017

Freiheitsliebe

Liebe will binden
Spricht von immer und ewig
Statt zu beflügeln

Wer die Freiheit liebt
Will niemand je fesseln doch
Liebt wer frei lässt ganz

Dazwischen liegt wohl
Der Weg zum Glück immer
Beides bedingt sich
jens tuengerthal 17.6.2017

Erwartungslust

Erwartung ist stets
Wohl Tödlich für die Liebe
Doch nötig zur Lust

Keine mehr haben
Befreit und tötet zugleich
Was mehr da wohl ist

Sex ohne ist nichts
Liebe mit noch weniger
Zusammen erst eins
jens tuengerthal 17.6.2017

Freiheitskämpfer

Wohin ging Freiheit
Wenn um sie gekämpft wurde
Was zählt dabei nur

Wer erringt sie erst
Wer um sie kämpfte oder
Kommt sie als Geschenk

Mehr Last oder Glück
Opfern wir uns ihr immer
Was bleibt uns übrig
jens tuengerthal 17.6.2017

Freitag, 16. Juni 2017

Glücksfall

Kohl war ein Glücksfall
Meinte Merkel was heißt das
Für die Glücklichen

Ist Glück nicht Zufall
War es der Mantel nur der
Geschichte damals

Ist Europa Glück
Als Hort des Friedens heute
Allem Streit zum Trotz

Die Nation endet
Für Freiheit miteinander
Verlust oder Gewinn

Grenzenlos glücklich
Mit einer Währung geeint
Könnten wir wohl sein

Wer hat Angst davor
Glücklich frei nun zu leben
Statt immer begrenzt

Glück leben wollen
Erfordert weniger Angst
Als Mut zu Genuss

Ist Mut ein Glücksfall
Oder ein klarer Entschluss
Glücklich zu leben

Weiß nicht was Kohl war
Er hatte den Mut zum Glück
Der Freiheit schenkte
jens tuengerthal 16.6.2017

VerKohlt

Er war der Kanzler
Meiner ganzen Jugend noch
Vertrieb Helmut Schmidt

Ein Bismarck manchen
Linken ein Feindbild lange
Kanzler der Einheit

Schöpfer Europas
Wie wir es heute kennen
Unionsgroßvater

Ein Feinschmecker wohl
Gourmet wie Gourmand pfälzisch
Saumagenkenner

Von Oggersheim einst
Aus in die Welt gezogen
Kam immer zurück

Hielt sein Wort als Freund
Wie als Politiker auch
Gerne für Spender

Von manchen verflucht
Himmelten ihn andre an
Blieb er weitsichtig

Die Währungsunion
Bleibt sein Denkmal für immer
Gegen die Nation

Masse Mensch sichtbar
Zarteres Gemüt dennoch
Danke für Europa
jens tuengerthal 16.6.2017

Donnerstag, 15. Juni 2017

Glückswille

Führt Wille zum Glück
Steuern wir Zufriedenheit
Frei durch die Haltung

Wenn ich will kann ich
Wollen ist aller Anfang
Auf dem Weg zum Glück

Weniger wollen
Macht uns leichter glücklicher
Mehr ist es wohl nie
jens tuengerthal 15.6.2017

Kunstwelten

Ist Kunst stets künstlich
Oder von Künstlern geschöpft
Wann erschöpft es sich

Grenzen einreißen
Neue Welten entdecken
Begrenzt doch bleiben

Was bleibt und was geht
In dann unbegrenzter Welt
Mehr Mut oder Angst
jens tuengerthal 15.6.2017

Machbar

Sind wir nur Opfer
Fremd bestimmter Wirklichkeit
Stets völlig unfrei

Machen wir die Welt
So wie sie uns gefällt
Gestalten wir selbst

Alles ist machbar
Wirklich wird was wir wollen
Mehr war Leben nie
jens tuengerthal 15.6.2017

RealFakes

Sind Lügen real
Wo uns Lügner regieren
Die weitermachen

Was ist zum Maßstab
Der Realität geworden
Wo alles verwischt

Verteidigt Wahrheit
Wer gegen Lügen vorgeht
Oder seine Welt
jens tuengerthal 15.6.2017

Surreales

Surrealisten
Suchens Unterbewusstsein
Traumhaft unwirklich

Rausch und Traum als wahr
Ist es stets mehr als real
Anarch als Künstler

Wie wirklich aber
Ist die Wirklichkeit heut noch
Für überwirkliches
jens tuengerthal 15.6.2017

Mittwoch, 14. Juni 2017

Liebesdankbar

Für was ich nichts kann
Kann ich nur dankbar wohl sein
Würdige ich es

Dankbarkeit ist Glück
Macht zufrieden im Leben
Erfüllt mit Liebe

So liebe ich lieber
Dankbar als stolz und enttäuscht
Bin glücklich damit
jens tuengerthal 14.6.2017

Liebesglück

Wenn Liebe Glück ist
Haben wir keinen Einfluss
Was komisch wäre

Komischer wäre
Wenn Liebe kein Glück brächte
Was sollte mehr sein

So bin ich glücklich
Weiß nicht wie oder warum
Kann nur nicht anders
jens tuengerthal 14.6.2017

Liebesverklärung

Wer Liebe verklärt
Hat den Verstand verloren
Wer liebt auch immer
jens tuengerthal 14.6.2017

Liebeserklärung

Wie soll ich Liebe
Erklären die einfach ist
Gefühl und alles

Was ich erkläre wird
Vernünftig dacht ich bis jetzt
Anders die Liebe

Ohne Erklärung
Ist sie am größten noch
Zum Glück weiß sie es
jens tuengerthal 14.6.2017

Dienstag, 13. Juni 2017

Sex

Sex kennt doch jeder
Was immer es wirklich ist
Dies Naturwunder

Allein Onanie
Wenige nur mehr zu zweit
Noch mehr bringts selten

Zusammen kommen
Allein ists nach der Natur
Kaum einer kann es

Wer es kann liebe
Was sich fand mehr kommt niemals
Dankbar voller Glück

Dies finden wollen
Genügt glücklich zu bleiben
Wo wir erkannten

Sex ist nur ganz kurz
Drei Buchstaben genügen
Für die schönste Welt
jens tuengerthal 13.6.2017

Vorfreudenlust

Feuchter und steifer
Als wir ist keiner davor
Freude läuft über
jens tuengerthal 13.6.2017

Kurvenfreude

Kurvenliebhaber
Brauchen stabile Mägen
Oder betrachten still

Schaue lieber hin
Statt dort entlang zu rasen
Genieße ich sie

Die schönsten Kurven
Sehe ich bei der meinen
Bleibe einfach da
jens tuengerthal 13.6.2017

Geschichtsbild

Wir machen Bilder
Von allem was wichtig ist
Scheint zumindest so

Geben uns Bilder
Jemals ein wirkliches Bild
Oder fälschen sie

Bilder lügen stets
Sind zugleich auch ein Spiegel
Dazwischen liegt es
jens tuengerthal 13.6.2017

Geschichtsschreiber

Wer schreibt Geschichte gut
Die dabei waren sind doch
Stets Partei darin

Abstand hält ferner
Niemand ist je objektiv
Dann lieber Zeugen

Zeitzeugen bleiben
Betroffen sind darum besser
Gefühlt als faktisch
jens tuengerthal 13.6.2017

Buchnotizen

In Bücher schreiben
Ist einen Tabu andren
Erst echtes Lesen

Montaigne fasste
Gelesenes zusammen
Am Ende noch mal

Leidenschaft wird so
Überschaubarer gemacht
Verliert sich also
jens tuengerthal 13.6.2017

Reisebuchung

Viele reisen gern
Irgendwohin ich weniger
Bin lieber im Buch

Reisen überschätzt
Wer meint es bildete noch
Mehr als das Lesen

Da gewesen sein
Hieß noch niemals mehr wissen
Nur mehr Unruhe
jens tuengerthal 13.6.2017

Freiheitskämpfer

Wer verteidigt noch
Die Freiheit mit Leidenschaft
Statt nur nebenbei

Rechts will Sicherheit
Links noch mehr Gerechtigkeit
Mitte schweigt betreten

Wähl immer Freiheit
Scheint uns plötzlich ganz seltsam
In Zeiten der Angst
jens tuengerthal 13.6.2017

Montag, 12. Juni 2017

Bücherfreunde

Lebe mit Büchern
Sie sind meine Freunde
Immer für mich da

Lese stets viele
Greife nach Laune eines
Um zu genießen

Öffnen mir Welten
Ohne je weg zu müssen
War ich überall
jens tuengerthal 12.6.2017

Ideologieende

Politik ist wenig
Als Suche nach Kompromiss
Es braucht Pragmatik

Ideologie
Stört stets alle Lösungen
Also überflüssig

Vergessen wir sie
Um menschlicher zu werden
Auch Politiker
jens tuengerthal 12.6.2017

Linkstod

Links stirbt langsam
Hält sich für besser dabei
Verklärt gern Tote

Sozialismus war
Immer totalitär nur
Hielt sich für freier

Doch Dogmen sind tot
Freiheit wird mehr pragmatisch
Es zählt was raus kommt
jens tuengerthal 12.6.2017

Mittesieger

Mitte hat gesiegt
Macron marschiert gen Paris
Merkel hält Berlin

Mehrheit will Mitte
Die Ränder lösen sich auf
Ein Brei ist was bleibt

Mitte heißt Ruhe
Weniger Wechselwille
Einfach nur machen
jens tuengerthal 12.6.2017

Sonntag, 11. Juni 2017

Glaubensfreiheit

Befreit Glauben je
Außer von der Freiheit nichts
Glauben zu wollen

Hat Glaubensfreiheit
Wer noch nie nicht mehr glaubte
Ein Paradoxon

Wer Freiheit hochhält
Sollte sich befreit haben
Zählt zu oder von
jens tuengerthal 11.6.2017

Aberunglaublich

Vorm Grundgesetz wird
Dem Aberglauben gedacht
Unverantwortlich

Womit das Vorwort
Gegen den Inhalt verstößt
Die Glaubensfreiheit

Sitte macht unfrei
Behindert stets das Denken
Zeit es zu ändern
jens tuengerthal 11.6.2017

Blasphenie

Ein Todesurteil
In Pakistan zeugt vom Geist
Des Islam wieder

Wegen Blasphemie
Für’nen Facebook Kommentar
Gegen Mohamed

Der Aberglaube
Dort ist noch zu primitiv
Kultur schon zu sein
jens tuengerthal 11.6.2017

Samstag, 10. Juni 2017

Vielliebe

Wer viele liebt ist
Am Ende oft einsam nur
Ist Liebe teilbar

Eine nur wollen
Heißt mehr nicht mehr zu wollen
Und ist doch mehr meist

Polygam macht stets
Einsam außer gemeinsam
Monogam bleibt mehr
jens tuengerthal 10.6.2017

Liebesmathe

Liebe ist Mathe
Nur irgendwie umgedreht
Mehr oder weniger

Geteilt verdoppelt
Sich das Glück miteinander
Bis Kinder kommen

Dann ist weniger da
Von allem nur später mehr
Zumindest Gefühl
jens tuengerthal 10.6.2017

Glücksliebe

Ich liebe das Glück
Zu lieben wohl sehr noch mehr
Geliebt zu werden

Ist es wirklich Glück
Oder der Wille allein
Zu zweit nun zu sein

Geteilt ist weniger
Mathematisch immer nur
Liebe verdoppelt
jens tuengerthal 10.6.2017

Familiengeschichten

Was ist noch geerbt
Womit leben die Kinder
Der Kinder weiter

Geschichten bleiben
Länger als alles Leben
Jemals noch da war

Familie bleibt
Immer Wurzel allen Seins
Dort finden wir uns
jens tuengerthal 10.6.2017

Charakterköpfe

Wo ist Familie
Immer sichtbar was bleibt noch
Individuell

Erbgut ist alles
Was nicht mehr ganz neu an uns
Durchschnitt verliert sich

Sich an dem freuen
Was eben da ist macht frei
Sich ärgern unfrei
jens tuengerthal 10.6.2017

Freitag, 9. Juni 2017

Einswerden

Wenn zwei eins werden
Um es immer zu bleiben
Haben sie alles

Nichts braucht es dann mehr
Weil Liebe alles sein kann
Was nur denkbar ist

Denken wir dabei
Noch oder sind wir Gefühl
Ganz dann geworden
jens tuengerthal 9.6.2017

Orgiastisch

Alles zusammen
Zu haben gar gleichzeitig
Ist mehr als ein Traum

Wer Träume lebt hat
Alles erreicht mehr kommt nie
Denke ich selig

Sex ist nicht alles
Aber wenn er dazu kommt
Ist alles perfekt
jens tuengerthal 9.6.2017

Trumpelei

Trump tut was er sagt
Denkt nicht mehr als er redet
Ist wie er uns scheint

Neureich und peinlich
Sich keiner Scham mehr bewusst
Schlicht Populismus

Wem das genug ist
Der erwartet zu wenig
Auch wenn mehrheitlich
jens tuengerthal 9.6.2017

Wahlversprecher

Wer hat sich verwählt
Wenn das Ergebnis nicht stimmt
May oder Briten

Wahlen entscheiden
Über die Zukunft im Land
Falls sie entschieden

Mancher verrechnet
Sich mit Erwartungen zu sehr
May war wohl eine
jens tuengerthal 9.6.2017

Sextettenreigen

3 Haiku zum VI. Abschlusskonzert der Kammermusikreihe der Berliner Philarmonie

Aus Strauss Capriccio
Um Wort oder Klang ringend
Wird der Liebe Wahl

Brahms spielt mit Schumanns
Tanzt um Clara und Robert
Streicher streicheln uns

Die verklärte Nacht
Zum heute Vollmond gespielt
Mit Schönberg schwanger
jens tuengerthal 8.6.2017

Der Text zu Verklärte Nacht von Arnold Schönberg in Versen von Richard Dehmel

Verklärte Nacht

Zwei Menschen gehn durch kahlen, kalten Hain;
der Mond läuft mit, sie schaun hinein.
Der Mond läuft über hohe Eichen,
kein Wölkchen trübt das Himmelslicht,
in das die schwarzen Zacken reichen.
Die Stimme eines Weibes spricht:

Ich trag ein Kind, und nit von dir,
ich geh in Sünde neben dir.
Ich hab mich schwer an mir vergangen;
ich glaubte nicht mehr an ein Glück
und hatte doch ein schwer Verlangen
nach Lebensfrucht, nach Mutterglück
und Pflicht – da hab ich mich erfrecht,
da ließ ich schaudernd mein Geschlecht
von einem fremden Mann umfangen
und hab mich noch dafür gesegnet.
Nun hat das Leben sich gerächt,
nun bin ich dir, o dir begegnet.

Sie geht mit ungelenkem Schritt,
sie schaut empor, der Mond läuft mit;
ihr dunkler Blick ertrinkt in Licht.
Die Stimme eines Mannes spricht:

Das Kind, das du empfangen hast,
sei deiner Seele keine Last,
o sieh, wie klar das Weltall schimmert!
Es ist ein Glanz um Alles her,
du treibst mit mir auf kaltem Meer,
doch eine eigne Wärme flimmert
von dir in mich, von mir in dich;
die wird das fremde Kind verklären,
du wirst es mir, von mir gebären,
du hast den Glanz in mich gebracht,
du hast mich selbst zum Kind gemacht.

Er faßt sie um die starken Hüften,
ihr Atem

mischt sich in den Lüften,
zwei Menschen gehn durch hohe, helle Nacht.
Richard Dehmel (1863-1920)

Donnerstag, 8. Juni 2017

Schmerzpegel

Manche tun sich weh
Der Schmerz wird dabei zur Sucht
Sie brauchen es wohl

Fraglich ob sie noch
Ohne glücklich sein können
Im Rausch der Sinne

Verschieben sich nur
Die Grenzen immer weiter
Gibt es noch normal
jens tuengerthal 8.6.2017

Sucheifer

Wer mit Eifer sucht
Wird immer etwas finden
Egal ob nützlich

Gründe erfinden
Ist gefährlicher Eifer
Bleibt ohne Lösung

Was kann gewinnen
Wer Eifersucht statt Liebe
Miteinander sucht
jens tuengerthal 8.6.2017

Erkenntnisgewinn

Sich erkennen hieß
Biblisch bereits Sex haben
Wohl der Hauptgewinn

Zusammen kommen
Ist der Gipfel aller Lust
Hinterher erkannt

Vorher zu wissen
Es passt für immer genügt
Im Liebesleben
jens tuengerthal 7.6.2017

Liebeslust

Wo Liebe und Lust
Vollkommen eins sind ist Glück
Auch ohne Worte
jens tuengerthal 7.62017

Mittwoch, 7. Juni 2017

BürgerMann 04

“Der Mensch soll um der Güte und Liebe willen dem Tode keine Herrschaft einräumen über seine Gedanken”
Hans Castorp nach dem Schneetraum im Zauberberg

Maggiesches

Magie ist heute Unsinn
Uns blieb nur Maggi-Chemie
Die schmeckt nach Liebstöckel
Was gegen Blähungen hilft

Was nur schmeckt ist nicht
Maggi enhtält wohl manches
Allein Liebstöckel gar nicht
Eher Mononatriumglutamat

Ist Magie nur Hirnblähung
Hilft auch kein Maggi mehr
Das nur schmeckt als ginge
Die Liebe dort am Stock

Trauen wir lieber der Natur
Die Liebe wirklich sein lässt
Bevor wir es sein lassen
Auch wo wir sie nicht verstehen

Vom Zauber der Liebe reden
Gehört zur Beschwörung aller
Übersinnlichen Kräfte als Hilfe
Bei unbegreiflicher Liebe noch

Viele wären glücklicher so sie
Ehrlich die nur Natur genössen
Die uns zueinander anzieht
Als die natürliche Verbindung

Lieber doch belügen wir uns
In der Liebe mit den Worten
Vom Zauber weil sie mehr
Beschwören als nur Natur

Dabei genügte es völlig
Die Natur ganz zu genießen
Vollkommen glücklich zu sein
Nur wer will nicht mehr als ist

Bescheidener genügt mir wohl
Das Glück der Natur gänzlich
Dennoch beschwöre ich gern
Den einmaligen Zauber der Liebe

Weil sie ist was sie ist und mehr
Als wir denken können ist es gut so
Wenn es uns glücklicher macht
Denn die Liebe darf einzig alles

So mache ich verliebten Unsinn
Freue mich am magischen Glück
Was weiß ich schon von der Liebe
Gut wo es zwei selig verzauberte
jens tuengerthal 6.6.2017

Dienstag, 6. Juni 2017

Bürgermann 03

Von der See in die Berge reisen, eines Höflichkeitsbesuchs wegen, zu bleiben, um den Dingen auf den Grund zu gehen, nahe dem Tod die abendländische Kulturgeschichte mit wechselnden Mentoren zu durchlaufen und während der frisch examinierte Knabe unter Davoser Bergluft in der Liegekur korrekt gewickelt, zeitlos zum Manne reift, der schließlich im Flachland sich verliert und vermutlich den Tod sucht, besteigt der Leser den Gipfel des Bildungsromans, den Thomas Mann seinen Hans Castorp im Zauberberg erklimmen ließ und auf der Suche nach der verlorenen Zeit stellen sich im Davoser Biotop die wichtigsten Fragen unser Kultur neu - wer hier ankam und sich zurechtfand, kann wohl Bildungsbürger genannt werden, liegt doch in den Exkursen dort eine ganze Welt verborgen und solange dieses Buch gelesen wird, lebt die Idee des totgesagten Bürgertums weiter - aus der Welt aussteigen, um sie zu entdecken, beschreibt in seiner Dialektik bürgerliche Werte besser, als jede Philosophie und jedes Sachbuch es könnte - so ist der Zauberberg die Philosophie der Bürgerlichkeit, die als Roman alle Kultur in sich trägt.
jens tuengerthal 6.6.2017

Montag, 5. Juni 2017

BürgerMann 02

Mit den Buddenbrooks, dem Roman über den Verfall einer Familie, begann der Aufstieg des Bürgers Thomas Mann zur sprachlich moralischen Instanz und die ironische Beschreibung der Welt, in der er aufwuchs, die am Ort des Geschehens einen Skandal und Empörung auslöste, bei all denen, die sich wiedererkannten, wurde zum Denkmal seiner Stadt, die er da längst verließ, einer Epoche und einer untergehenden Welt, die zwischen Seiten gebunden nun für die Ewigkeit bestand, zum Klassiker wurde, in dem sich über viele Generationen immer mehr wiedererkannten, und vielleicht beschreibt wenig das Bürgertum besser, als das ein Roman über sein Ende es unsterblich machte, der eigene Verfall zum Kulturgut wurde, das sich selbst damit für alle Zeit bewahrte.
jens tuengerthal 5.6.2017

BürgerMann

Thomas Mann, der norddeutsch geborene Inbegriff des Bildungsbürgers, beschrieb den Untergang der bürgerlichen Gesellschaft auf vollkommen bürgerliche Weise, also mit dem Drang zur Perfektion und äußerster Disziplin, dabei selbstironisch mit dennoch zärtlicher Liebe und als Kenner von Innen - so sicherte er der Totgesagten literarisch Unsterblichkeit und ließ sie, seinem Vorbild folgend, gegen alle Ankündigung überleben - im schönsten Requiem, das seine großen Roman erklingen lassen, rettete er das Ideal des Bürgers über die Zeit in eine Gegenwart, die an ihm Orientierung findet.
jens tuengerthal 5.6.2017

Hymne

Dich, schöne Liebe, schöne Süße,
Dich Engel, der zum Licht mich weiht,
Unsterbliches Idol, dich grüße
Ich glühend in Unsterblichkeit.

Du flutest durch mein ganzes Leben
Gleich einem Seewind, herb und rein,
Und meiner Seele bangen Streben,
Flößt du Begehr nach ewigem ein.

Stets frischer Wohlgeruch, der blühend
Ein lieb Gemach in Düfte taucht,
Vergeßner Weihrauch, der erglühend
Geheim in tiefer Nacht verhaucht!

Wie soll ich nennen dich in Wahrheit,
Demantenreine Liebesglut,
Die in der Seele ewiger Klarheit,
Ein Ammbrakorn, verborgen ruht?

Dich schöne Gute, schöne Süße,
Die Kraft und Freude mir verleiht,
Unsterbliches Idol, dich grüße
Ich glühend in Unsterblichkeit

Baudelaire aus den Blumen des Bösen in der Übersetzung von Wolf Graf Kalkreuth ...

Sonntag, 4. Juni 2017

Staatsbürger

Jeder in einem Staat ist Staatsbürger, vom Bauern über Handwerker, Lehrer, sogar Bänker, den Klerus, den nur noch nominellen Adel bis zum regierenden zoon politikon - aber wieviele Staatsbürger sind noch Bürger und wird der Stand dadurch aufgewertet oder verdünnt, frage ich mich in der vermeintlich standeslosen Gesellschaft und hoffe der Wortteil am Ende erhebt zumindest als Titel noch ein wenig.
jens tuengerthal 4.6.2017

Bürgerglück

Der Stolz auf die bürgerliche Existenz wird zum freischwebenden Glück, was sich an Wissen und Bücher um so lieber klammert, je bodenloser seine Existenz wurde, sagt der arme Poet aus langjähriger Erfahrung im pekuniären Nichts.
jens tuengerthal 4.6.2017

Bürgerfrei

Ist bürgerlich natürlich liberal oder bleibt die Zwischenexistenz lieber parteilos, um sich nach Nützlichkeit zu neigen, was ja auch irgendwie liberal wieder wäre aber nach der Parteilichkeit der Unparteiischen fragt, was diese ihrem Wesen nach empören müsste.
jens tuengerthal 4.6.2017

Bürgerschlichtheit

Solange wir darüber streiten, ob bürgerlich heute Spitzweg, Caspar David Friedrich, Klee oder Beuys über dem Familienesstisch bedeutet und was zum Kanon gehört, halten wir zentrale bürgerliche Werte hoch.
jens tuengerthal 4.6.2017

Bürgermensch

Die Bürger waren eine Zwischenexistenz, als zwischen Adel und Bauern etwas neues entstand, was beides nicht war, sind sie von Marx zur Klasse der Bourgeoisie gemacht worden und sind das so wenig wie eine Klasse sonst und so Druck von allen Seiten ausgesetzt und doch Träger der Kultur. Bürger schrieben die Menschenrechte und in Demokratien ist darum jeder ein Bürger mit Rechten und Pflichten - sie sind, was alle heute sind in der Gesellschaft - ob damit Bürgerlichkeit zum Menschenrecht wurde?
jens tuengerthal 4.6.2017

Samstag, 3. Juni 2017

Liebesglück

Was Liebesglück ist, bleibt unbeschreiblich so allgemein, weil es für jeden der Beteiligten immer etwas anderes ist und was manche so nennen schon, würde ich heute, nachdem ich die vollkommene Harmonie kennenlernen durfte, nicht mal mehr verliebt nennen, weil Liebe alles erfasst und überall passt, was aber ziemlich selten ist, warum ich vermutlich ohnehin besser schwiege, damit auch all die anderen mit ihrem Glück zufrieden sein können und nicht ewig weitersuchen, bis sich ein Ideal realisiert - so gesehen wäre meine Wirklichkeit sozial unerwünscht und, da Glück sehr subjektiv ist, für viele, die auch ohne stets geteilte Höhepunkte und vollkommene Harmonie in allem glücklich sind, nur frustrierend und also schweige ich lieber, denn, was weiß ich schon?
jens tuengerthal 3.6.2017

Liebeshandel

Ehen waren früher Verbindungen von Familien, gut wenn die Partner sich liebten aber nicht nötig, es zählte die soziale Verbindung und Sicherung mehr, die meisten Ehen hielten ein Leben lang. Heute heiraten Paare aus Liebe und alles andere kommt weit danach, weil doch nichts so wichtig ist wie die Liebe aber nie war die durchschnittliche Dauer der Ehen so kurz.
jens tuengerthal 3.6.2017

Liebeskauf

Frage mich bei der Betrachtung meiner Gattung und ihrer Gewohnheiten, ob Liebe käuflich ist oder sich dies ihrer Natur nach ausschließt, was nicht die Fälle meint in denen wohlsituierte Herren sich fremdländische Frauen erwerben und dafür deren Liebe zugesichert bekommen, wo es sich unstrittig um einen Deal handelt, sondern jene, in denen uns die Liebe nach der Natur trifft und ob dabei Geldgedanken späteres Glück ausschließen oder ihrer Natur nach dazugehören und die Moral, die dies leugnet eigentlich bigott ist, da es doch um das Aushandeln des Zusammenlebens der Geschlechter geht - oder hat Gefühl nie einen Preis und was gauckeln sich alle vor, die dies verkünden in einer Welt in der auch der Tod seinen Preis  hat.
jens tuengerthal 3.6.2017

Hurenliebe

Manche lieben Huren, Huren lieben manche - erstere sind häufig jene, die mit ihnen schlafen, letztere eher die, bei denen sie einchlafen können - vielleicht ist dies einer der Gründe, warum bei diesem Job meist alle Beteiligten irgendwie frustriert werden, auch wenn sie zum Teil zuvor formal befriedigt wurden.
jens tuengerthal 3.6.2017

Liebeseinrichtung

Wer sich ein Leben zusammen einrichten möchte, sollte damit im Möbelhaus anfangen, um zu spüren, ob es zusammenpasst, dann wird schnell alles andere entbehrlich - wie Vico Bülow so treffend sagte: “Meine Frau möchte einen Tee, wenn sie aufwacht” - jedes weitere Wort wäre nun überflüssig.
Jens tuengerthal 3.6,2017

Liebemachen

Wer noch Liebe machen will, sollte vögeln und ficken aussprechen lernen, um mit dem was er sagt, wie mit dem was er will, glücklich zu werden.
jens tuengerthal 3.6,2017

Liebeslust

Lust auf Liebe mit dem Bedürfnis nach Sex zu verwechseln, läuft Gefahr beide auf der Suche nach dem jeweils anderen zu verlieren - letzteres ist schlicht triebhafte Natur, ersteres möchte gern etwas mehr sein und manche nutzen es als Tarnung, zu letzterem schneller zu gelangen, während den Gourmets die Kombination erst den wahren Genuss schenkt, der alles andere überflüssig macht, warum Liebeslust irgendwie ganzheitlich ist, so billig das auch klingt und so habe ich nun eigentlich nichts dazu gesagt aber wortlos vor Glück lebt es sich ohnehin am besten.
jens tuengerthal 3.6.2017

Freitag, 2. Juni 2017

Liebesspiel

Liebesspiel nennen wir es gern, wenn unsere Körper der Lust folgen, dabei überlassen wir ungern etwas dem Zufall, sondern streben zur erfolgreichen Befriedigung, was weniger mit Spiel zu tun hat und mit Liebe zu spielen, gilt als unmenschlich, zumindest herzlos - spannend wird die Anwendung der Spieltheorie auf die virtuelle Partnerwahl, was erstmal völlig absurd mir erscheint und Liebe berechenbar machte.
jens tuengerthal 2.6.2017

Liebeslogik

Liebe macht glücklich, zumindest manchmal und jedenfalls ihrem Wesen nach, warum es gegen alle andere Erfahrung logisch ist, nach ihr zu streben, was wohl unserer Natur entspricht, die natürlich immer logisch funktioniert, ist doch logisch, oder?
jens tuengerthal 2.6.2017

Liebeswunder

Wunder gibt es nicht in der Natur, manches wundert mich dennoch und die Liebe ist natürlich eines, weil sie die Welt uns verzaubert, was logisch unlogisch klingt und so scheinen diese wirren Worte unsere Natur genau darum zu ergründen - weiß nun nicht, ob dies für oder gegen unsere Gattung spricht und nehme es liebend glücklich, wie es ist.
jens tuengerthal 2.6.2017

Donnerstag, 1. Juni 2017

Kindertraum

Als Kind träumte ich von Dingen, die ich tun oder haben wollte, wenn ich groß wäre - nun, zumindest nominell erwachsen, schrumpfte ich biologisch längst, haben sich die Träume erledigt - möchte weder Feuerwehrmann noch Arzt werden und auch nicht Profifußballer sein oder um die Welt reisen - frage mich nur, ob der Verlust der Träume uns unterscheidet.
jens tuengerthal 1.6.2017

Kinderspiel

Was leicht fällt, soll ein Kinderspiel sein, ist bis heute relativ gängige Redensart, doch stelle ich mir nichts schwerer vor, als Kind zu spielen, ohne es noch zu sein.
jens tuengerthal 1.6.2017

Kindheiter

Viele erinnern die Kindheit als fröhliche Zeit unschuldiger Träume und harmloser Spiele - sehnen sich nach dieser Heiterkeit - habe die bestmögliche Kindheit gehabt, meine Eltern haben das allermeiste richtig gut gemacht, denke dankbar zurück - nur unschuldig waren meine Träume damals so wenig wie heute, die Dramen waren kleiner, die gefühlten Katastrophen größer, fühlte mich häufiger in unübersichtlicherer Welt verloren als heute und so frage ich mich, ob die anderen nur verklären oder ich das Beste daran übersehen habe, wie ein Leben ohne Sex und Drogen besser sein kann.
jens tuengerthal 1.6.2017

Kinderhaben

Kinder haben, kann ein so großes Glück sein, dass es die Anstrengung und Sorge dafür meist aufwiegt und immer wieder sich welche verführt sehen, mehr davon haben zu wollen, auch wenn noch unklar ist, was aus dem einen wird und dies Haben, wenn es gelingt notwendig ein Loslassen bedingt - so scheint manches gegensätzlich und paradox aber wohl darum ganz natürlich, da wir Leben nicht besitzen können - dahingestellt ob nun unser Denken der Natur widerspricht oder wir nicht merken, was natürlich ist und alles gut so ist.
jens tuengerthal 1.6.2017

Kindermachen

Vor dem Kinder haben, steht das Kindermachen, was schon an sich ein solch beglückender und befriedigender Vorgang ist, dass alles in seinem Lichte betrachtet, schön sein müsste - zumindest, wenn es so ist - noch ist mir unklar inwieweit sich der Grad unkeuscher Lust vorab auf die Schönheit der Kindheit auswirkt - ist es wie bei Waren aus der Manufaktur oder vom Fließband oder müssen wir das Ergebnis gegen alle Natur unabhängig von seiner Herstellung betrachten und so weiß ich eigentlich nichts vom Anfang.
jens tuengerthal 1.6.2017

Kinderglück

Das Glück ein Kind zu sein, wissen oft die am wenigsten zu schätzen, die es noch selbst betrifft, während es all jene, die meinen es hinter sich zu haben, zur Verklärung neigen - bis heute ist mir unklar welches Bild der Kindheit weniger realistisch ist.
jens tuengerthal 1.6.2017

Buchverhandlung

Der Buchhandel verkauft Träume in Formen der Planwirtschaft, überlebt als Kulturoase, die auf dem Markt bestehen muss und steht so zwischen allen Stühlen, ist nichts ganz und wäre zugleich gern von allem etwas - dies Sein desillusioniert beim Blick hinter die Kulissen eines auch nur Ladens und lässt andererseits alle Liebhaber weiter träumen, so sie kurzsichtig genug sind - weiß immer noch nicht, was es wirklich oder mehr ist und bleibe darum lieber ein verträumter gelegentlicher Besucher nur, statt den Traum vom Buchladen zu leben.
jens tuengerthal 31.5.2017

Mittwoch, 31. Mai 2017

Sprachbibliothek

Sind Bibliotheken die Häuser der Sprache, in denen sie wohl behütet wächst und gedeiht oder sind sie nur schöne Friedhöfe der Worte, an denen sich nichts mehr bewegt nur noch ein Erbe verwaltet wird und sind also eigentlich Behörden des Todes einer Kultur, die auf der Straße immer entsteht und gedruckt nur noch Geschichte ist.
jens tuengerthal 31.5.2017

Alphabeten

Wer betet, will sich mit seinen Worten höheren Wesen verständlich machen, holt diese damit auf sein Niveau, um mit dem Unaussprechlichen gut Leben zu können - frage mich, ob mit der Aufgabe geistiger Freiheit im Gebet, das etwas über sich sieht, was es ansprechen will , jede Kultur als eigenständige, kreative menschliche Schöpfung endet oder beginnt, das Gebet also Ein- oder Ausgang der sprachlichen Kultur ist, Hirn oder Arsch vom Wesen her näher dann und vermute immer mehr letzteres, warum es wohl seinen Status heilig schützt.
jens tuengerthal 31.5.2017

Sprachgeschichte

Sprache hat Geschichte, die uns den Weg vom Klang mit Zweck, der beim einverständlichen Stöhnen beginnt, zu den habermaßschen Diskurstheorien weist, auch wenn sie logisch mit Kant schon ihren Höhepunkt erreichte und manche meinen sie würde im Aberglauben heilig, frage ich mich, ob sie gesungen oder gestöhnt näher der Vollkommenheit der Natur ist und was mehr über unser Wesen sagt.
jens tuengerthal 31.5.2017

Buchsprache

Wer mit Büchern redet scheint gewöhnlich vielen ungewöhnlich, wer es andererseits innerlich nicht tut, war nie ein Leser und so fragt sich, ob diese eine eigene Sprache sprechen weit jenseits ihrer Inhalte, die echten Lesern vorbehalten ist.
jens tuengerthal 31.5.2017

Sprachmusik

Sprache ist Musik auch ungesungen oder atonal, manchmal mehr als melodisch, wenn wir es hören können, unabhängig vom Inhalt wird sie geäußert Klang und gelesen Notation des in Bewegung gesetzten Geistes auf den Spuren ihres Klangs - in Lyrik ist sie komponiert und gerne lassen sich manche vom Ton über Inhalte täuschen und meinen dann dieser erst mache die Musik, was Denkern oberflächlich vorkommt, scheint manch Musikern tiefere Wahrheit der gleichen Sache über die ich immer weniger zu urteilen wage und frage mich nur, wie ich zugleich völlig unmusikalisch auf diesem Instrument spiele, von dem ich so wenig weiß - ob die Ahnungslosigkeit der Grund aller Schöpfung ist.
jens tuengerthal 31.5.2017

Sprachwerkzeug

Ob Sprache Werkzeug der Verständigung oder Instrument der Virtuosen ist, hängt davon ab, wer sie benutzt, mehr noch aber wie sie genutzt werden soll und so kann das gleiche Wort je nach Absicht, Klang oder Dialekt völlig unterschiedliches bedeuten, kann Liebe liebkosen und töten, ist Werkzeug des Mörders am Schreibtisch und Laute für die Lieder der Liebenden, kann Frieden schließen und Krieg erklären - ist sie nur Mittel zum Zweck oder ein solcher an sich, frage ich mich, für das wenige, was ich an Sprachen verstehe und stoße an meine sprachlichen Grenzen, wenn ich es irgend vollständig erfassen will, benutze also halb blind eine Flöte, deren wenigste Töne ich kenne.
jens tuengerthal 31.5.2017

Dienstag, 30. Mai 2017

Transatlantisches

Merkel distanziert sich vorsichtig von den USA, Trump schimpft twitternd unberechenbar, Schulz läuft Merkel hinterher und übertreibt es, während das Weiße Haus Freundschaft und Verständnis betont und jeder sich auf seine Art zu profilieren sucht, weil Wahlkampf ist und keiner weiß, wie lange der politische Laie noch in Washington randaliert, bis er in die nötigen Bahnen findet und es weitergeht wie gewohnt, weil keiner ohne den anderen kann, wird noch manche Welle hoch über den Atlantik schwappen, die eine oder andere Küste treffen, weise wäre es wohl, dies alles mit Abstand zu betrachten und sich mehr offen zu halten, statt nun entscheidende Veränderungen zu erwarten.
jens tuengerthal 30.5.2017

Gewitterklar

Klar ist der Himmel nach dem Gewitter entladen und rein, nachdem tropischer Monsun Berlin wegzuschwemmen schien in Weltuntergangsstimmung, wirkt alles nun wie neu - manchmal braucht es Unwetter, um die Schönheit um uns zu erkennen.
jens tuengerthal 30.5.2017