Donnerstag, 22. Februar 2018

Liebeswogen

Werde leicht Seekrank
Darum meide ich Schiffe
Außer im Hafen

Mir wird da übel
Vom steten hoch und runter
Ohne festen Grund

Auch in der Liebe
Herrscht manchmal starker Seegang
Dann verzieh ich mich

Bin mir ganz sicher
Nur schwankend denke ich kaum
Bin kein Matrose

Wissen was gut tut
Tut besser als ertragen
Drum mache ich es

Liebe hält ewig
Wenn wir wissen was gut tut
Anderen und uns

jens tuengerthal 22.2.2018

Teeosophie 005

Tee Haiku 046

Über Sinn des Tees
Läßt sich philosophieren
Trinke ihn lieber

So gleicht er allem
Was genossen besser ist
Als bloß mal bedacht

Vielleicht ist Teetrinken
Schon genug Philosophie
Glücklich zu bleiben

jens tuengerthal 22.2.2018

Mittwoch, 21. Februar 2018

Hintenrum

Hintenrum gilt als
Etwas anrüchig leider
Sogar als Betrug

Verboten ist es
Für fromme Menschen weiter
Wider die Natur

Nichts verführt mich mehr
Könnte so immer wieder
Dich voll Lust nehmen

Heute nahmst du mich
Wolltest mich mal hintenrum
Verging vor Sehnsucht

Vorn oder hinten
Ist eigentlich das gleiche
Vom Höhepunkt her

Hinten ist näher
Der nervus pudendus treibt
Hier wie dort die Lust

Im Handel niemals
In der Horizontalen
Dafür immer gern

So kann das gleiche
Mit Liebe getan mehr sein
Als manche fürchten

Hintenrum ist mehr
Weil näher spürbarer wird
Vertrauen es trägt

Hinten ist vorne
Von hinten aus betrachtet
Es bleibt relativ

jens tuengerthal 21.2.2018

Teeosophie 004

Tee Haiku 045

Earl Grey ist Abfall
Entstand aus einem Unfall
Noch auf hoher See

Fässer zerbrachen
Bergamotteöl floss auf Tee
Der war verdorben

Earl Grey war sparsam
Probierte noch den Abfall
Fand ihn sehr schmackhaft

Liebe heute noch
Feinen grünen Earl Grey Tee
Der erst Abfall war

So ist wohl manches
Was wertlos erschien ein Schatz
Sehen wir es so

Mehr sehen wollen
Als es den Anschein hatte
Kann Welten öffnen

jens tuengerthal 21.2.2018

Kevinallein

Wenn Kevin gewinnt
Geht seine Partei unter
Ob das sein Ziel ist

Kevin wäre dann
Wieder allein Zuhause
Fraglich wem es nutzt

jens tuengerthal 21.2.2018

Titanicpanik

Titanic macht Witz
Bild fiel wie üblich drauf rein
Kevin ohne Schuld

Für Witze taugt die
SPD zumindest noch
Kevin lacht nicht mehr

jens tuengerthal 21.2.2018

Lieber

Liebe ist alles
Mehr oder weniger wohl
Für manche Zweifler

Ich liebe lieber
Völlig zweifellos dich da
Alles Liebe ist

Einfach ist zweifach
Doppelt wird innig vereint
Dazwischen geht nichts

jens tuengerthal 20.2.2018

Dienstag, 20. Februar 2018

Teeosophie 003

Tee Haiku 044

Die Aufgusszahl sagt
Wem wir ihn gönnen wollen
Feind Freund oder uns

Trinke zwar alle
Weil Tee heute feiner ist
Doch die Idee bleibt

Tee wird nur feiner
Mit jedem neuen Aufguss
Entfaltet er sich

So lohnt es wohl meist
Sich Zeit zu nehmen um es
Besser zu haben

Wer da zuerst kommt
Genießt immer weniger
Umgekehrt zuletzt

Bin ein Genießer
Warte also lieber ab
Bis alles gut ist

jens tuengerthal 20.2.2018

Drohgebärde

Die Zolldrohungen
Sprechen allein Trumps Sprache
Ein sich aufblasen

Alle Luftblasen
Hinterlassen platzend nichts
Passt auch zu Donald

jens tuengerthal 20.2.2018

Generalin

Merkels General
Ist Partei Sekretärin
Und Kandidatin

Tief aus dem Westen
Für Merkel aus dem Osten
Die sich ganz vergaß

Mancher General
Wurde weniger Kanzler
Eine eher schon

jens tuengerthal 20.2.2018

Olympia Haiku

Pechstein hatte Pech
Gilt da nomen est omen
Bloß altersbedingt

Russen dopen halt
Amis sind abgeschlagen
Norwegen gewinnt

Alle jammern gern
Südkorea hat auch Schnee
Geld und Spiele halt

jens tuengerthal 20.2.2018

Lustliebe

Liebe unsre Lust
Lustvoller noch durch Liebe
Wachsen sie beide

Vereinigt sind wir
Noch mehr selig verschlungen
Als zuvor für sich

In Höhepunkten
Halten wir den Augenblick
An in Lustliebe

jens tuengerthal 20.2.2018

Montag, 19. Februar 2018

Teeosophie 002

Tee Haiku 00043

Echter Darjeeling
Ist englische Tradition
Der Kolonialzeit

Geschmack nach Ernte
Zwischen golden und Bernstein
In warmer Fülle

Der Himalaya
Liefert mir Tee Salz und Reis
Indien liegt mir fern

Wie fern oder nah
Uns etwas kommt oder ist
Kann sich schnell ändern

Tee bringt Gleichgewicht
Von fern und nah auch in mir
Was sollte mehr sein

jens tuengerthal 19.2.2018

Überflüssig

Vieles ist überflüssig
Das brauchen wir nicht
Brauche nur meine Liebste

Sie lässt mich überfließen
Vor Glück  und ganz real
Wenn die Lust es so will

Träume nur noch davon
Sie überfließen zu lassen
Vor Glück wie vor Lust

So haben ich mit ihr alles
Lebe im völligen Überfluss
Im Fluss von Liebe und Lust

Es ist mehr als ich je hoffte
Übertrifft die schönsten Träume
Wie selig macht mich ihr Überfluss

Sie ist unentbehrlich für mich
Alles andere wird überflüssig
Wo ich ihren Überfluss schmecke

jens tuengerthal 19.2.2018

Sonntag, 18. Februar 2018

Teeosophie

Tee Haiku 042

Teephilosophie
Ist mehr als warmes Wasser
Mit etwas Kräutern

Die Lebenshaltung
Der Teetrinker ist entspannt
Tee wird nur dann gut

So verändert Tee
Sich und uns ganz nebenbei
Wir nehmen uns Zeit

jens tuengerthal 18.02.2018

Lustorte

Heute verführte mich die Liebste
Voller Lust mit sinnlichen Bildern
Wie in Worten im Supermarkt
Das ich fast vergaß wo ich war

Jedes ihrer wunderbaren Fotos
Wiegte mich im größten Glück
Mehr oder weniger bekleidet
Genoss ich stolz ihre Schönheit

Oh wie glücklich darf sich nennen
Wer ein solches Wunder seine nennt
Was freu ich mich sie zu berühren
Wie sie lustvoll damit zu verführen

Doch an der Kasse im Supermarkt
Während ich Schlange stehend noch
Nichts verfängliches sagen konnte
Flüsterte sie mir ihre Lust ins Ohr

Wie sie mich nehmen wollte jetzt
Mich heiß feucht sogleich bestieg
Von allen Seiten sich nehmen ließ
Keinen Ort der Lust dabei ausließ

Da stand ich völlig erregt dort an
Spürte abwärts die Lust wachsen
Lauschte gebannt der schönsten Frau
Bezahlte nebenbei meinen Einkauf

Welch Wunder an Frau habe ich
Kann immer und auf jede Art
Will und liebt mich dazu ganz
Verführt mich wo es ihr gefällt

Beinahe hätte ich dann gestottert
Als es um die Bezahlung ging
Sollte ich dort etwa laut stöhnen
Wie es ihren Worten entsprach

Wir wussten beide ich konnte
Jetzt wie später ihrer Lust nicht
Mit gebührenden Taten folgen
Um so größer war die Sehnsucht

Sie spielte gekonnt auch damit
War als ich reden konnte müde
So bleibt die Lust wachsend wach
Nie war ich glücklicher unbefriedigt

Getragen vom Wissen der Liebe
Voller Vorfreude auf nächstes mal
Im Ohr ungestört oder miteinander
Weiß ich wie groß mein Glück ist

Alles in einer zu haben die noch
Dazu in allem einmalig gut ist
Bleibt immer mehr als ich je hoffte
Genieße es als glücklichster Mann

jens tuengerthal 18.02.2018

Samstag, 17. Februar 2018

Liebesleid

Gehört das Leiden zur Liebe
Auch gegen alle Vernunft noch
Wollen wir doch glücklich sein
Wenn wir es einfach könnten

Manche klammern sich an
Probleme die sie erst schaffen
Statt zu genießen was ist so
Sind beide unglücklich dann

Vielleicht hilft uns das Leid
Unser Glück zu erkennen
Braucht die Liebe Dialektik
Wie sie der Sex genießt

Betrachte ich unser Leiden so
Kann ich es gelassen nehmen
Freue mich auf die Versöhnung
Die nur um so schöner wird

Dann leide ich zwar nicht mehr
Verleugne somit die Dialektik
Genieße dafür das Leben mehr
Egal was aus dem Leiden wird

Insofern ich Genuss erstrebe
Ihn für das Höchste doch halte
Nehme ich nun die Dialektik an
Und löse alles Elend damit auf

Die Liebe ist größer als alles
So wird sie alles überstehen
Freue mich am Wechsel so
Am Ende wird alles gut

jens tuengerthal 17.2.2018

Freitag, 16. Februar 2018

Liebesbeziehung

Liebe ist das große Glück
Beziehung eher das Ziehen
Zusammen bleibt es schwer

Liebe kann nur in Freiheit sein
Beziehung schränkt immer ein
Dazwischen überleben wir meist

Trieb sucht nach Befriedigung
Liebe wünscht sich Erfüllung
Was nun ist noch Natur

Treue folgt aus der Liebe allein
Wo nicht ist beides eher egal
Unklar nur was wem treu ist

Möchte einfach glücklich lieben
Sie sagt von sich genau dasselbe
Seltsam warum es so schwer ist

Der einen ist Flirten bereits Untreue
Dem anderen ist so etwas völlig egal
So leben sie aneinander vorbei

Glücklicher wären sie genössen sie
Mehr was ist statt sich über nichts
Länger zu grämen als etwas war

jens tuengerthal 16.2.2018

Donnerstag, 15. Februar 2018

Familienhaiku

Familie ist
Ein Wort mit fünf Silben mehr
Weiß keiner gewiß

Vater Mutter Kind
Als Keimzelle nur eines
Von vielen Modellen

Eltern und Kinder
Verbindet das Blut aber
Was bindet wirklich

Zählt die Genetik
Mehr als jede Ethik uns
Im Miteinander

Ist Sex der Ursprung
Oder nur eine Antwort
Auf der Suche noch

Bleibt mehr als Gefühl
Könnte etwas jemals mehr sein
Was ist weniger

Familie bleibt
Höchst ungewiß in allem
Wir schaffen sie erst

jens tuengethal  15.2.2018

Lusttraum

Früher träumte ich von vielen
Mit der einen diese Lust haben
Die andere dafür andersrum
Jede hatte was besonderes

Die Realität lehrte mich aber
Immer fehlte gefühlt etwas
Aller Sex war unvollkommen
Die Suche ging ewig weiter

Viele Jahre suchte ich so
War nie wirklich glücklich
Schaute ewig nach mehr
Was keine erfüllen konnte

Dann traf ich dich Liebste
Alles fühlte sich perfekt an
Gefühl Geruch Geschmack
Die Harmonie war vollkommen

Die Lust fand sich natürlich
Nichts fehlte mir mehr nun
Alles war vollkommen so
Die Suche fand ein Ende

Es mag keine perfekten
Menschen irgendwo geben
Doch anzukommen genügt
Vollkommen glücklich zu sein

Wo zwei sich ganz lieben
Haben sie alles miteinander
Was in allem harmoniert
Braucht nichts sonst mehr

Weiß nicht ob der Mensch
Nach der Natur polygam
Oder monogam eher ist
Habe nur alles in einer

Vielleicht will der Mensch
Nur ankommen um dann
Immer glücklich zu sein
Zumindest bin ich es so

Mögen andere ewig suchen
Im Streben ihr Glück finden
Bin lieber glücklich mit einer
Ohne je suchen zu müssen

Wer alles hat will nichts mehr
Als sein Glück ewig behalten
Was Aufgabe genug im Leben
Danach streben macht glücklich

jens tuengerthal 15.2.2018

Mittwoch, 14. Februar 2018

Zumaade

Montezumas Rache war fürchterlich
Mr. Zuma wurde ohne gegangen
Südafrika kann zu machen
Wenn Zuma weiter macht
Die Inder und ihre Kinder
Haben alle bestochen
Hat wohl jeder gerochen
Sage ich nun einfach
Ist halt Afrika bin ich Rassist
Es gibt ja noch die USA
Drum sag ich nichts dazu
Lächle höflich nur von Ferne
Zuma adé manchen tut's weh

jens tuengerthal 14.2.2018

ValentiNo

Heute ist der Tag der Liebenden
Im Gedenken suspekter Heiliger
Die römisches Recht einst brachen
Damit die jüdische Sekte wüchse

Er könnte auch Fleurop-Tag heißen
Zumindest von denen gesponsert
Werden die daran gut verdienen
Blumen Parfum Wäsche Nippes

Meine Liebste liebt Blumen echt
Also nicht abgeschnitten und tot
Darum bleibt mir eines erspart
Auch Nippes braucht es nicht

Was bleibt beschweigen wir
Bücher liebt sie natürlich wie ich
Auch darum lieb ich sie ja so
Die schönste und beste Traumfrau

Mit Heiligen hab ich es nicht so
Die jüdische Sekte Christen ist
Traditionell ansonsten eher fremd
Aber Liebe feiern ist immer gut

Real ist es der Tag der Prostitution
Männer bezahlen für hoffentlich Sex
Für die meisten steht der Aufwand
In keinem Verhältnis zum Ergebnis

Daran gemessen müsste ich wohl
Meine Liebste täglich in Gold baden
Besser kann es dabei keiner haben
Doch gut ist es weil ohne Bezahlung

Für Heilige Sex und Liebe kaufen
Find ich eher immer total zum kotzen
Darum sage ich heute laut VantiNo
Nur meiner Liebsten sag ich es nicht

Weil sie nicht nur die Schönste von allen
Sondern auch wunderbar romantisch ist
Tue ich ganz unpolitisch einfach alles
Was sie dabei glücklich machen kann

Das sei nicht ehrlich meinen welche
So verlogen wie der ganze Tag auch
Ist mir völlig egal wenn meine Liebste
Dafür einfach glücklich bei mir bleibt

So finde ich manches vielleicht doof
Lasse es aber lieber in Ruhe sein
Genieße lieber die Liebe gänzlich
Statt zu wissen was richtig wäre

jens tuengerthal 14.2.2018

Liebeskraft

Liebe gibt alles
Kraft Ruhe Hoffnung Zukunft
Liebe nimmt alles

Geben wir alles
Haben wir nichts mehr übrig
Um noch zu lieben

Liebe lieber sanft
Behalte genug für dich
Glücklich zu bleiben

Glücklich lieben wird
Wer geben und nehmen kann
Etwas übrig behält

Nur im Gleichgewicht
Von Geben und Nehmen bleibt
Liebe stets glücklich

Weil ich ganz liebe
Spare ich meine Kräfte
Glücklich zu machen

Wen die Liebe stärkt
Behält genug Kraft übrig
Liebe zu geben

Liebe kann alles
In Gegenwart wie Zukunft
Glücklich zu sein

jens tuengerthal 14.2.2018

Dienstag, 13. Februar 2018

Liebesbasis

Basis der Liebe
Ist Vertrauen auf Gefühl
Eines anderen

Ohne zu wissen
Glauben wir an Gewissheit
Für unser Gefühl

Vertrauen allein
Macht auf Dauer glücklich im
Glauben an Liebe

So vertraue ich
Lieber als im Gegenteil
Ungeliebt zu sein

Suche stets das Glück
Auf Dauer glücklich zu sein
Mehr brauche ich nie

jens tuengerthal 13.2.2018

Montag, 12. Februar 2018

Liebesgurt

Liebe kennt keine
Sicherheit außer Gefühl
Nichts wissen wir je

Gefühl muss glauben
Vertrauen ist der Schlüssel
Glücklich zu bleiben

Egal was passiert
Bleib meiner Liebe sicher
Besser wird es nie

Bin ohne Wissen
Glücklich weil ich vertraue
So soll es bleiben

Komme was wolle
Die Liebe gibt Sicherheit
Wüssten es alle

Gönnen zu können
Befreit von allen Ängsten
Erhält unser Glück

jens tuengerthal 12.2.2018

Sonntag, 11. Februar 2018

Lustglück

Voller Lust ist meine Liebste
Wie glücklich bin ich darob
Begehre sie wie nie zuvor
Ahnte nie wie schön es ist

Kannte Lust und Befriedigung
Dachte ich hätte alles getan
Bis sie kam und ich erst lernte
Wie viel schöner es sein kann

Was von allem es wohl ist
Die Größe unserer Liebe
Die perfekt passende Chemie
Ihre vollkommene Schönheit

Von allem etwas und mehr
Was keine Worte braucht
Weil wir vollkommen eins
In allem dabei verschmelzen

Wie heiß macht mich ihr Stöhnen
Wie feucht schon der Gedanke
Wie selig geniesse ich ihre Küsse
Wie perfekt ist es ineinander

Nach was sollte ich noch streben
Wo ich das schönste Glück habe
Die beste von allen meine Liebste ist
Als dies Glück immer zu halten

Will mein Glück auf Händen tragen
Ihr alles schenken was sie träumt
Mein Herz in ihre Hände legen
Damit sie immer bei mir bleibt

Nur wer das Glück ganz würdigt
Verdient es auch sagen manche
Zu groß scheint meines mir dazu
Doch will ich alles tun was ich kann

So freue ich mich voller Liebe doch
Jedesmal über ihre immer noch Lust
Möchte sie immer beglücken können
Bis wir uns selig im Arm liegen

Manchmal ist die Liebe größer noch
Als die Lust sein könnte dachte ich
Doch dann besiegt die Lust alles
Vereint wird es vollkommen

Wer je ein solches Glück findet
Will es sein Leben lang halten
Und weiß die Liebe hat Flügel
Nur wo sie frei schwebt bleibt sie

Halten wollen und fliegen lassen
Ist der Schlüssel zur Ewigkeit
Die Liebe so sehnsüchtig will
Hält die Lust ein Leben lang

jens tuengerthal 11.2.2018

Samstag, 10. Februar 2018

Sturmlust

Die Lust nach dem Sturm
Der beide fern voneinander
Erschütternd erschöpfte
Fegte alles davor hinweg

Plötzlich überraschten mich
Schönste Bilder der Liebsten
Durfte ich ihre ganze Schönheit
Voller Lust vor mir sehen

Wie spürbar wurd die Nähe
Wie riesig die Sehnsucht
Dich wieder zu berühren
Dich überall zu küssen

Fern von einander räumlich
Wurden wir uns in der Lust
Plötzlich wieder ganz nah
Spürten einander inniger

Zeigte dir auch meine Lust
Wir schrieben erregte Worte
Die sich immer mehr steigerten
Bis wir uns fern nah erlösten

Freute mich an deiner Lust
Dir fern alles zu schenken
Genoss deine Hingabe
Wie synchron wir lieben

Nach dem Sturm ist vor ihm
Doch wer fürchtet ihn noch
Wo er uns so selig erlöst
Wie glücklich sind wir doch

Größer scheint mir die Liebe
Nach allen überlebten Stürmen
Als wüssten wir noch genauer
Wie glücklich wir doch sind

Dankbar dafür fürchte ich nichts
Was an Stürmen kommen mag
Wird die Erlösung noch schöner
Dringt die Liebe noch tiefer

jens tuengerthal 9.2.2018

Abgesang

Die SPD stürbe meinen viele
Vielleicht noch ein gutes Zeichen
Leben doch Totgesagte länger
Mehr Hoffnung fällt just schwer

Wie nahles sind sich die Genossen
Nachdem Gabriel ihnen Schulz gab
Den sie zu hundert Prozent wollten
Dem aber Amt statt ihnen lieber war

Wenn die einst singende Andrea klug
Wird sie Sigmar mit Nichts besiegen
Freundlich lächelnd diesem danken
Eine Außenministerin lieber holen

Wer öffentlich nachtritt nach Bedarf
Taugt nie für ein gutes Team noch
So beißen sich die Hähne nun tot
Damit die Henne alle besiegt

Sage lieber nichts zur Zukunft der SPD
Möchte nicht schadenfroh im Chor sein
Glaube die Frauen könnten es besser
Die einzige Chance gegen Merkel

jens tuengerthal 9.2.2018

Freitag, 9. Februar 2018

Perfekt

Perfekt heißt vollendete Gegenwart
Perfekt heißt vollendet vollkommen
Die perfekte Frau hat mich gefunden
Bin darob vollkommen glücklich
Ihre Gegenwart vollendet mein Leben
Will mit ihr mein Leben vollenden
Sich der Perfektion gewiss zu sein
Lässt alles übrige klein scheinen
So geniesse ich ihre Gegenwart
Die Zukunft mit ihr wird vollkommen
Bin vollkommen zufrieden nun
Möge es nie Vergangenheit sein
Immer Zukunft noch haben
Damit es so perfekt bleibt

jens tuengerthal 9.2.2018

Mittwoch, 7. Februar 2018

Habenunhaiku

Habe nun alles
In der einen gefunden
Brauche nicht mehr sonst

Wir lieben uns ganz
Wenn möglich gerne täglich
Von allen Seiten

Wir stimmen dabei
Völlig im Glück überein
Nichts könnte mehr sein

jens tuengerthal 7.2.2018

Haikoalition

Die Nacht durchgemacht
Sich doch noch mal geeinigt
Alle gewinnen

Nun wird gejammert
Weil keiner alles erreicht
Ein Kompromiss halt

Lass sie mal machen
In vier Jahren zeigt es sich
Wer wirklich gewann

jens tuengerthal 7.2.2018

Liebeshaiku

Liebe kann alles
Laut zürnen wie verzeihen
An allem wächst sie

Wo sie weiter wächst
Wird es danach noch schöner
Was bleibt macht stärker

Darum ist am Ende
Immer wieder alles gut
Das Leben eben

jens tuengerthal 7.2.2018

Dienstag, 6. Februar 2018

Victorianlust

Unterwäsche wird untendrunter
Getragen nahezu unsichtbar meist
Verzaubert mehr als sie verhüllt
Betont sinnlich was sie  verdeckt

Männer träumen oft von Frauen
In schönen erotischen Dessous
Die sich willig ihnen hingeben
Und erwachen in der Ehe

Dann sollen sie ihre Liebste
Nicht nur auf Sex reduzieren
Der ohnehin selten stattfindet
Nur im Dunkeln ertragen wird

Victoria’s Secret spielt damit gern
Schafft Erwartung und Hoffnung
Auf lustvoll spärlich bekleidete
Traumfrauen erotisch gestimmt

Die meisten Männer lernen diese
Sinnlichkeit nur theoretisch kennen
Oder über ihre Kreditkarte noch doch
Selten begegnet sie ihnen ganz real

Liebe schöne Wäsche schon immer
Welch Traum die Liebste darin wäre
Dachte ich immer bis ich erwachte
Meine Traumfrau real darin sah

So sah ich nicht irgendwelche Models
Die gephotoshopt Wäsche vorführen
Sondern den geliebten Körper dafür
Schöner als alle im Wäschetraum nun

Was bin ich für ein glücklicher Mann
Denke ich wieder und wieder dabei
Sie erfüllt nicht nur alle Männerträume
Sondern ist voll eigener Lust dabei

Kauft diese Träume in Gedanken
Bei mir und unserer Lust und will
Sich gutes tun indem sie mich dazu
Verführt wovon ich immer träumte

Schreibt und erzählt mir wie heiß
Allein der Gedanke an unsere Lust
Sie beim anprobieren längst machte
Finde kaum Worte vor lauter Glück

Ob dies Victoria’s Geheimnis war
Ein Hauch von Nichts als das beste
Aphrodisiakum für beide denke ich
Was bin ich für ein glücklicher Mann

Lust und Sehnsucht gepaart sind es
Die dauerhaft binden und verzaubern
Der Wille sich gut zu tun trägt die Liebe
Wo es beide erfüllt ist es ein Traum

Habe es besser als all die Träumer
Lebe den Traum mit echter Lust
Die Prinzessin ist meine Herzdame
Bleibe ihr Zauberer der Worte

jens tuengerthal 5.12.2018

Montag, 5. Februar 2018

Mitwieohne

Ganze 10.315 Tage stand die Mauer
Auch 10315 Tage seht sie nicht mehr
Höher war die innere Mauer noch nie
Seit eine Ossi in Wessi-Manier regiert

28 Jahre sind ganze sechs mehr als
Meine Liebste alt ist während ich wohl
Damals nur drei weniger als sie heute
Die 5 Jahre nach der DDR erst geboren

Sie kannte nie womit ich aufwuchs noch
Ihre Eltern kamen vor ihr von Osten her
Nur Südlicher als unsere Zonies damals
Doch wurde sie ein Wessi im Ländle

Heute bin ich der Nachgeborenen näher
Als den früher Liebsten aus dem Osten je
Die mir immer irgendwie fremd blieben
Was an ich weiß nicht was liegen mag

Vorbehalte und Vorurteile aber wachsen
Über einander und überhaupt immer
Was immer wir gemeinsam noch haben
Als Sprache und einmal Vorgeschichte

Mehr trennt auch die Nachgeborenen
Noch voneinander als sie je wohl einte
Weil Ideen einfach Welten zertrümmern
Wächst die Mauer in uns immer weiter

Der Osten wählt die Linke lieber oder
Aus Trotz schwer verschworen gar AfD
Es fehlt die bürgerliche Mitte dort wohl
Nach der Diktatur der Proleten vorher

Nicht alle natürlich und nicht immer
Ausnahmen gibt es in alle Richtungen
Doch spürbar anders bleibt es noch
Für Wessis gestrandet im Osten

Seltsam nur liebe ich Thüringen
Fühle mich dem Land verbunden
Aus dem meine Familie stammte
Als es noch Sachsen-Gotha war

Mecklenburg auch liegt mir nah
Wo einst der Vater geboren ward
Um Güstrow sind die Straßen gewölbt
Sachsen dagegen ein fernes Land

Brandenburg ist halt Brandenburg
Was soll ich da sagen als Wanderer
Läuft es sich schön in Erinnerung
Des großen Fontane dem Berliner

Wir kommen uns kaum näher heut
Auch wenn formal fast alles gleich
Trennen uns mehr als Erinnerungen
Eher Gewohnheit und Schweigen

Der Schwabe flucht noch immer
Über die Kosten der Einheit wie
All die undankbaren nörgelnden
Ossies die sein Erspartes holten

Der Ossie fühlt sich unverstanden
Gern auch dabei ausgegrenzt
Redet drum aus Vorsicht auch
Weniger was verdächtig scheint

Um so lauter tönen die Wessies
Loben sich und ihre Aufbauleistung
In der eigentlich bloß geschenkten
Demokratie von Alliierten Gnaden

Die Ossis im Stolz verletzt dagegen
Wenden sich ab von den Brüdern
Die sie nun Besserwessis nennen
Bleiben wieder lieber unter sich

Mit wie ohne Mauer leben wir noch
In zwei Staaten die einer sind was
Vielleicht Mut macht für ein Leben
Ohne Mauern außer in den Köpfen

jens tuengerthal 5.2.2018

Schnittmenge

Menschen sind stets verschieden
Fraglich ist daher die Schnittmenge
An Übereinstimmungen miteinander
Wenn zwei sich zusammentun

Lange habe ich suchen müssen
Bis die optimale Menge mich fand
Größer und mehr Glück geht nicht
Denke ich nun völlig zufrieden

Teile mit meiner Liebsten alles
Was ich wichtig und schön finde
Es ist mehr als ich jemals erlebte
Was besseres kann es nicht geben

Dass es daneben manches gibt
Was wir unterschiedlich sehen
Hält die Spannung uns aufrecht
Gibt dem Gemeinsamen Wert

Wo also alles wichtige gut passt
Zueinander wie ineinander
Wird alles übrige irrelevant
Es soll alles bleiben wie es ist

Zufrieden lehne ich mich zurück
Habe in der Liebe mein Glück nun
Die ewige Suche hat ein Ende
Alles weitere findet sich schon

Gelassen ob der Schnittmenge
Genieße ich nur noch was ist
Lasse Probleme vorüber segeln
Wir haben uns glücklich zu sein

Alles ist gut so bin ich sicher
Wir müssen es nur genießen
Was die schönste Aufgabe ist
Der ich mich voll Liebe widme

Sich dessen immer sicher zu sein
Hilft in der Liebe alles zu überstehen
Gemeinsam jeden Weg zu gehen
Was ist ist mir mehr als genug

jens tuengerthal 4.2.2018

Freiheitsgenuss

Von der Fähigkeit die Freiheit auch zu genießen oder warum es vielen so schwer fällt, glücklich zu sein, auch in der Liebe.

Was ist Freiheit überhaupt?

Schnell fällt wohl manchen noch eine irgendwie lexikalische Definition ein, nach der Freiheit heißt, ohne Zwang zwischen mehreren Möglichkeiten auswählen zu können. Wem die Alternativen fehlen, der wäre also unfrei. Damit aber noch nicht unglücklich, wenn das was da ist, denen alles wäre und sie irgendwie glücklich machte, zumindest genügte, die Alternativlosigkeit kein Mangel wäre.

Ist wer alternativlos handelt, wie es unsere Kanzlerin gern für ihr Tun in Anspruch, was zunächst einleuchtend in vielem scheint, aber noch frei oder vollziehen diejenigen nur, was die Natur der Politik eben alternativlos fordert, fragt sich dabei der kritische Beobachter. Auch nach der kantschen Definition guten Handelns, wäre alternativloses, also solches ohne Entscheidung für das Gute nie gut. Der kategorische Imperativ fordert eine alternativlose Konsequenz im Handeln und Denken, um ihm folgend das hehre Ziel ewigen Friedens zu erreichen, für das sich der große  Königsberger aus Überzeugung einsetzte, während die großen militärischen Denker seiner Zeit, dies für einen Alptraum hielten, da sie den Krieg alternativlos fanden, er zur menschlichen Natur gehöre.

Bemerke also, es ist nicht so einfach mit der Freiheit, sondern eher sehr widersprüchlich und kompliziert, besonders, wenn es alternativlos wird, also einer anerkannten Wahrheit entsprechen soll, die ja dem Wesen nach alternativlos sein müsste da wahr. Dazu fällt mir immer der kluge Satz von Ernst von Foerster ein, dass die Wahrheit die Erfindung eines Lügners sei. Dem stimme ich gerne zu und daraus folgt viel für mein Menschenbild, das Alternativen zulässt und keine Wahrheit für sich in Anspruch nimmt, die Freiheit so zu sein, sogar für wichtiger hält, als den eher diktatorischen Anspruch auf Wahrheit, dem eine wissenschaftsgläubige Gesellschaft so gern verfällt.

Sind wir das überhaupt noch, frage ich mich in unserer gern coolen immer irgendwie post- irgendwas Gesellschaft, die nichts wirklich mehr ist, keiner Ideologie mehr konsequent anhängt und auch die Wissenschaft gerne durch alternative Lehren in Fragen stellt und dann glaubt, was gerade gefällt, auch wenn dieser Glaube manchmal tödlich sein kann, scheint er den Betroffenen schöner als die nüchterne Wissenschaft und so geben sie sogar ihre Freiheit freiwillig für irgendeinen Glauben auf, mit dem sie aufwuchsen und nennen die neue Unfreiheit in Dummheit dann Glaubensfreiheit, aber das wäre eine andere Geschichte und führte hier vermutlich zu weit.

Freiheit bleibt die Möglichkeit, auszuwählen und zu entscheiden. So können wir am Beispiel der hundert Sorten Zahnpasta oder Duschgel, die in Wirklichkeit kein Mensch je braucht, im Gegenteil, Seife ist gesünder, den Unterschied zwischen Freiheit und Unfreiheit in den Systemen erklären. Auch wenn ich mein Leben quasi alternativlos jeden Tag nach dem möglichst gleichen Rhythmus lebe, dies will und brauche, um frei denken zu können, weiß ich doch um die Alternativen.

Esse jeden Tag das gleiche und tue dies auf die immer gleiche Art, mag keine Abweichungen bei der Zubereitung meiner Haferflocken oder meines Tees und habe diese Gewohnheiten, die meinem Leben Ordnung und Rahmen geben mit der Zeit als würdige Zeremonie lieb gewonnen. Doch bin ich mir dabei sehr wohl bewusst, wie unfrei mich die zwanghafte Befolgung solcher Riten machen könnte, wie es mir schon mal eine relativ verständnislose Lebensabschnittsgefährtin vorhielt, die gern spontan chaotisch und kreativ alles machte, was mir wiederum zutiefst zuwider war und mich völlig durcheinander brachte, warum ich heilfroh war, diese nach einigen Monaten wieder los zu sein. Unser Verständnis von Freiheit passte definitiv nicht zueinander.

Sie wuchs in einer Diktatur auf, die sie hasste und als das System der dummen Spießer bezeichnete, in der Geist nur in der Opposition weiter lebte, der sie aber, da sie unpolitisch war, auch nicht wirklich angehörte. Zugleich war sie vermutlich ein Missbrauchsopfer in Kinderzeiten allerdings ohne zu große Erinnerungen nur dunkel davon irgendwie getrübt, was ihre große Schwester erzählte und was sie lebenslänglich für mein Gefühl unfrei machte, zu genießen, was neben dem unterschiedlichen Gefühl für Freiheit ein dauerhaftes Zusammensein unterträglich gemacht hätte, da der schönste Genuss fehlte und ohne echte Erlösung in der Lust sind wir ohnehin immer unfrei, nach meinem Empfinden.

Doch sagen alle Studien, dass danach über 90% aller Frauen unfrei wären und nach meinen, zugegeben geringen Erfahrungen, wären es sogar 99%, was mir unfair und unmöglich andererseits schiene. Gibt es sexuelle Freiheit ohne Fähigkeit zum geteilten Höhepunkt und zum Genuss, also Glück überhaupt oder sind all diejenigen, die nie können, immer unfrei und erklärt sich aus diesem seltsamen Trick der Natur die Entstehung der Herrschaftsstrukturen. Was sagt mir die Fähigkeit zur Lust also zur Freiheit, frage ich mich und fürchte schon, dass viele denken, nun kommt er mal wieder vom Thema ab, schreibt wieder über sein Lieblingsthema Sex, statt über die hier fragliche Freiheit. Es scheint mir aber, als gäbe es hier einen engeren Zusammenhang als viele ahnen, denn wer, der keine Befriedigung erlangt, könnte wirklich glücklich genannt werden und was soll der Mensch in Freiheit erstreben, wenn nicht Glück, womit sich der Kreis schließt.

Trotzdem kenne ich viele glückliche unbefriedigte Frauen und seltsamerweise auch unglückliche und unzufriedene zur Befriedigung und zum höchsten Glück fähige Frauen, was mich an der Tauglichkeit dieses letzten und intimsten Maßstabs für Freiheit wiederum zweifeln lässt und so komme ich bei der Frage was Freiheit ist wie so oft mit Montaigne zu dem Schluss, was weiß ich schon. Lasse es also offen und stelle mir auf der Suche nach Erkenntnis darüber noch weitere Fragen um dauerhaft glücklich zu sein und zu leben, was ja für mich logisch in Freiheit wäre.

Ins Grübeln bringt mich dabei nur der Gedanke, wenn ich nun seit längerem mit der einzig richtigen ins Bett gehe, daran nichts ändern möchte, dies gar noch mit ihr für alternativlos hielte, wäre ich bei der Auswahl meiner Sexualparntnerin unfrei. Dann würdigte ich sie aber nicht als beste Wahl, was ihr wiederum auch nicht gerecht würde. Aber vielleicht komme ich über die anderen Fragen zur Lösung dieses Problems. Bei dieser nüchternen Betrachtung nur der sexuellen Handlung bleiben die dabei so wichtigen Gefühle  noch außer acht, warum die Abstraktion eigentlich absurd ist.

Gibt es Freiheit auch geschenkt?

Freiheit will erobert sein, sonst ist sie nichts wert, ist eine gern wiederholte Parole der Jugend. Diese besteht besonders gern auf die Freiheiten, die sie erreichte, mit 16 am Kiosk Bier kaufen, ab 18 alles übrige. Die Volljährigkeit könnte aber eine geschenkte Freiheit sein, da sie ohne unser Zutun mit Zeitablauf eintritt, wenn sie denn eine wäre und die fehlende Eroberung nicht den Charakter einer Freiheit ausschlösse.

Was alternativlos ist, ist unfrei, geistert es mir immer noch durch den Kopf. Danach würden Jugendliche nicht mit 18 frei und erwachsen, auch wenn sie dann alle Rechte besäßen, sondern eher im Gegenteil, was auch absurd klingt. Mit 18 erhalten wir die volle staatsbürgerliche Freiheit und Verantwortung, auch wenn vor Gericht da nach Einsichtsfähigkeit ein gewisser Spielraum von einigen Jahren genutzt wird. Ist der Aufstand in der Pubertät vielleicht so nötig, um anschließend, frei zu sein, frage ich mich, oder müsste Freiheit nicht jenseits aller Dialektik liegen, bräuchte also keine Eroberung, käme von allein, wenn wir so weit sind, wofür die normierten 18 bloß ein allgemeiner Maßstab sind, der relativ passgenau ist, in manchen Fällen aber auch total daneben liegen kann.

Unklar ist für mich dennoch, ob es das Gefühl von Freiheit auch ohne vorherigen Kampf gegen ihre Abwesenheit geben kann. Dann etwa wären die ehemaligen DDR-Bürger, die damals gegen die Diktatur protestierten und sich die Freiheit eroberten, die besseren Demokraten als ihre Schwestern und Brüder im Westen, die sie nur geschenkt bekamen von den Alliierten nach dem Krieg, wenn sie auch in der Praxis damit vielmehr Erfahrung gemacht haben und sich viele Jahre bereits als Demokraten bewährten, während im Osten noch bis 1989 die rote Form des Faschismus herrschte.

Warum aber dann dennoch einige unter den Widerständigen der DDR heute die Linke also die Nachfolgerin der SED wählen, scheint mir paradox, auch wenn diese Funktionärspartei  so gerne den Wandel von sich behauptet oder sich als Sammlungsbewegung geriert, als wäre sie eine Glaubensgemeinschaft, was mir bei Linken ohnehin das stärkere Gefühl zu sein scheint als die kritische politische Vernunft.

Frage ich mich kritisch, ob ich die Freiheit erobert habe, fallen mir die Kämpfe mit meinen Eltern ein oder mit dem Rechtsstaat als Anhänger von Greenpeace oder Gegner der Startbahn West, gar der Besuch von Ostermärschen in Jugendtagen, als wir noch glaubten demonstrieren ändere die Welt. Später die immer Teilnahme an Wahlen in meinem Land, auch wenn mir manches mal meine dann Wahl alternativlos schien, was sich im Alter immer mehr relativierte, warum ich mich fragen könnte, ob die Toleranz des Alters freier ist oder die Intoleranz und der ideologische Absolutismus der Jugend, die sich die Freiheit und Toleranz der Alten erst erobern muss - bin ich mit über Mitte vierzig nun alt oder in der Mitte, wesensmäßig, nicht nominell und was muss ich in dem Alter noch erobern, auf was kann ich mich ausruhen, frage ich mich weiter.

Die Freiheit ist sicher ein Geschenk, ob wir es ohne Kampf würdigen können, ist wohl eine Frage unseres Wesens mehr, als es die Freiheit betrifft. Wer die Freiheit aber erobert, hat sie für sich, scheint sicher und lassen wir außer acht, was zur Eroberung getan werden musste und was dann noch von der Freiheit übrig blieb, grübele ich und denke dabei etwa an den Sohn von Fidel Castro, der sich gerade erschoss, was nach Epikur wie nach Lukrez guter Ausdruck unser echten Freiheit wäre, der echteste eigentlich nur mit dem Nachteil, dass wir sie danach nicht mehr haben. Wir gäben also das, um was es im Leben geht mit dem Freitod auf, um es zu erreichen, was schön nach Zen klingt und auch ansonsten im Ergebnis eher bescheuert und religiös als menschlich wäre. Vergessen wir den Freitod und die Freiheit dazu lieber, er führt nur zu nichts.

Ist was erobert wurde ein steter Kampf?

Wer die Freiheit einmal eroberte, wird immer um sie ringen, sind die großen Sprüche der Freiheitskämpfer. Warum aber sollte ich als Mensch nach etwas streben, was steten Kampf bedeutet, statt glücklich und zufrieden mit dem zu sein, was ist, frage ich mich heute eher.

Bin ich faul, wenn es mir verlockender scheint, im Glück zu leben, als die Freiheit, um jeden Preis zu erobern, für sie sogar mein Leben zu riskieren, wenn sie gefährdet scheint, wäre die sich anschließende Frage und ist es für die Menschheit besser, wenn sie faul ist oder wenn sie das Glück genießt, wie es sich zeigt und das als die große Freiheit betrachtet, ein glückliches Leben zu führen.

Kampf bedeutet Gefahr, Überwindung und Auseinandersetzung. Zwar kann ein Kampf, wenn er gut verläuft, auch zum Genuss werden, doch liegt das selten allein in unserer Hand. Dagegen sind wir frei, glücklich zu leben oder nicht. Gestatten es uns die Umstände nicht, in Freiheit zu leben, kann ein Kampf um diese angemessen und vernünftig erscheinen und im Ergebnis unsere Freiheit mehr vermehren, als ein bequemes Ausharren in der Unfreiheit. So haben die Attentäter des 20. Juli bewusst ihr Leben riskiert, um gegen die Unfreiheit der nationalsozialistischen Diktatur zu kämpfen und auch wenn es nicht glücklich endete, finde ich den Versuch ehrenvoller als ein nur angepasstes ausharren auf der Suche nach dem größtmöglichen persönlichen Glück. Es gibt also Ausnahmen, in denen das Risiko eines Kampfes das Glück der Ruhe überwiegen kann. Doch sie sind selten und wollen wohl abgewogen sein.

Wer in Freiheit leben will und dafür etwas riskiert, strebt auch nach Glück, dem der Freiheit, die das Unglück der Unfreiheit überwindet. Insofern scheint mir dies Streben normal und menschlich gut. Wo dies Glück aber im steten Kampf gesehen wird, kann etwas nicht stimmen, sagt mir das Gefühl und die Vernunft bestätigt es. Wäre es doch unvernünftig, nach einem Leben voll steter Kämpfe zu streben, statt nach Erfüllung und Glück.

Doch wie der Kampf um den Höhepunkt beim Sex auch ein Ringen sein kann, das nach Erfüllung strebt, eben der möglichst gemeinsamen Befriedigung, kann auch der Kampf um Freiheit zur Befriedigung an sich werden, die allerdings schnell Gefahr läuft über diese kämpferische Lust das Glück des Friedens zu vergessen und alles zu riskieren.

So kann der Kampf der Freiheit dienen, damit auch dem Glück, ist aber kein Glück an sich, bedeutet sogar die Inkaufnahme von Unfreiheit, auch wenn diese dem Ziel  einer größeren oder höheren Freiheit dienen kann. Wann dies so ist, sollte immer jeder für sich im Lichte des persönlichen Genusses auswerten, bevor in den Kampf gezogen wird.

Wann sind wir glücklich?

Wenn wir tun können, was uns glücklich macht und uns für das Glück entschieden haben. Ob ein Los oder Lotteriegewinn Glück bringt, könnte schon vom Ergebnis her fraglich sein, zumindest ist das Ergebnis nicht auf unser Tun zurückzuführen. Wir nennen es darum auch ein unverdientes Glück, besonders wenn wir neidisch sind, obwohl diese Umschreibung eigentlich immer richtig ist für alles Glück, was ohne Einfluss unseres Willens eintritt.

Ganz unabhängig vom zufälligen Glück halten wir uns oft genau dann für am glücklichsten, wenn uns jemand liebt, dem wir das gleiche Gefühl entgegen bringen. Auch das Gefühl des anderen hängt nicht von unserem Willen ab. Wir können manches dafür tun, dieses Gefühl zu erhalten, auch wenn es leicht zu viel des Guten ist und das Gegenteil hervorruft, aber wir können nichts tun, es hervorzurufen, auch wenn der Aberglaube sich dazu einiges einbildet und manche Mittelchen teuer verkauft, sind sie schon von der Sache her kontraproduktiv, da Liebe nur einen Wert hat, wenn sie freiwillig und von sich aus kommt, der andere mich um meiner selbst willen liebt, weil es seinem Gefühl entspricht.

So sind wir oft am glücklichsten, wenn etwas geschehen ist, auf das wir nur teilweise Einfluss haben und was vom Willen eines anderen abhängt. Damit hängen wir unser Glück an einen einen anderen und sind von dessen Willen und Launen abhängig. Die Epikuräer stellten diese Unfreiheit im höchsten Glück sehr vernünftig infrage.  Geändert hat es nichts, zumal der Eroberungszug der Liebesglücksreligion Christentum diese Orientierung noch verstärkt und transzendiert hat. Es scheint immer noch vielen Menschen normal ihr Leben auf ein nur geglaubtes jenseitiges Glück auszurichten und wichtiger als sich um ihr Glück im Leben selbst zu kümmern. Sehr vernünftig ist dies Verhalten nicht, aber ob es vernünftiger wäre sein Glück auf die Liebe eines anderen zu stellen, den ich nicht nur phantasiere, sondern der ganz real tut, was ihm gefällt, scheint mir zumindest einen Gedanken wert.

Angesichts der Größe des Glücks, das wir in der Liebe miteinander erfahren können, scheint mir das Risiko aber weniger schwer, als der Schaden den ein Verzicht auf die Liebe bedeutete, ganz davon abgesehen, dass eine Entscheidung über Liebe oder nicht selten vernünftig getroffen wird, sondern primär eine Gefühlsfrage ist, also von verschiedenen Hormonen, Duftstoffen und Harmonien abhängt, die etwas in uns zum Klingen bringt. Die Liebe ist ein Konglomerat von Dingen, das größtes Glück und größtes Unglück bringen kann. Da es jedoch nicht allein von uns abhängt, wäre es wohl vernünftiger, sein Glück nicht an diese Hoffnung zu hängen, das Gefühl eines anderen möge bitte anhalten.

Sollte dies jedoch der Fall sein, wären wir dumm das Glück nicht zu leben, das sich uns so offenbart. Auch dabei auf Dauer oder ein Leben miteinander zu bauen, kann gut sein und glücklich machen. Tue es selbst und finde es angesichts meiner Lage auch meist sehr vernünftig, zumindest fühlt es sich richtig so an.

Doch braucht Glück ein stabileres Fundament als das Gefühl und die Launen eines anderen Menschen. Glücklich auf Dauer können wir auch mit dem anderen nur sein, wenn wir mit uns selbst glücklich sind, also stabil in uns ruhen, tun, was uns gut tut. Dies sagt sich vermutlich leichter, als es zu tun ist, wenn uns eifrige Liebe völlig kopflos macht, werden wir nicht zuerst an die Beseitigung unserer Selbstzweifel denken wollen und das ist vermutlich auch gut so, weil andernfalls unser Auftritt meist wesentlich weniger attraktiv erschiene als umgekehrt. Andererseits ist die gesunde Selbstliebe auch eine conditio sine qua non, wie die Juristen sagen, eine Bedingung ohne welche es nicht geht.

Glücklich würde ich nur denjenigen nennen, der mit sich zufrieden ist, in sich ruht, tut, was sich gut und richtig anfühlt. Niemand ist es vermutlich immer. Vielleicht lassen uns manche Schwankungen auch die Größe des Glücks erst wirklich erkennen, wenn wir es empfinden, auch wenn ich nicht dazu neige Glück und das Leben dialektisch zu definieren, gehört ein gewisses auf und ab wohl zum Leben wie zum leidenschaftlichen Liebesakt.

Der Kernpunkt ist die Selbsterkenntnis und das Streben nach eigenem Glück. Glücklich bleibt nur, wer das Glück in sich findet und aus sich schöpfen kann. Wer sein Glück und sein Leben nur an andere hängt oder das Sein mit ihnen, kann nie auf Dauer glücklich sein und wird ständigen Schwankungen unterliegen, auf die ein Einzelner keinen Einfluss hat. Wo ich zufrieden mit mir zuerst in mir ruhe, dort stabil alles habe, was es zum Glück braucht, kann ich mein Glück auch teilen und in der Liebe zusätzlich glücklich sein.

Ob die Liebe an sich oder der Sex mit Liebe das größere Glück ist, kann ich nicht beurteilen. Wichtiger erscheint mir, so stabil zu sein in der eigenen Zufriedenheit, dass zufällige Launen eines anderen nichts oder doch nur wenig am eigenen Glück ändern können. Nach dieser hohen Kunst ein Leben lang zu streben, scheint mir die wichtigste Aufgabe, da wer mit sich glücklich und zufrieden ist, auch andere glücklich machen und sein Glück teilen kann.

Was es braucht, das Glück zu finden, kann ich niemandem sagen, da es jeder für sich tun und entscheiden muss und jegliche Vorgabe die Chance es zu finden verringert und ich möchte ja niemandem seine Chance auf das große Glück nehmen. Danach zu streben macht zumindest glücklicher und zufriedener, kann ich aus meinem Versuchslabor auf der Suche nach dauerhaftem Glück berichten.

Die Liebe ist darum nicht weniger wert als das eigene Glück, sie kann dieses zu höchster Schönheit führen. Aber sie kann eben auch nur auf Dauer sein, wenn wir uns selbst lieben und mit uns glücklich sind. All dies zeigt die große Rolle der Freiheit bei der Suche nach dem Glück und der Möglichkeit es zu finden. Wer auf Dauer auch in der Liebe glücklich sein möchte, muss dazu bei sich anfangen und sein Glück dauerhaft und unabhängig definieren können. Wenn dies beide können, ist genug Glück vorhanden, es zu teilen und damit zu vermehren. Fehlt es daran, werden Zweifel die Gnade und das Glück der Liebe leicht zerstören können, zumindest immer wieder gefährden, viel Unruhe bringen, was keiner Liebe gut tut.

Insofern die Liebe zu sich und also die Stabilität die Basis und Voraussetzung des großen Glücks der Liebe ist und diese wiederum jeder nur in Freiheit für sich entdecken kann, braucht es die Freiheit, um glücklich zu sein, auch wenn wir es gerade in der Liebe lieben, uns in neue Unfreiheit zu geben und uns einander zu schenken. Aber schon diese Schenkung setzt, spielen wir diese Idee der Liebenden einmal juristisch durch, die Freiheit  dies zu tun und also Eigentum voraus, dahingestellt ob in der Liebe auch der Besitz an sich genügte, wenn wer meint keiner könne Eigentum an sich haben.

Es erscheint also auf vielen Ebenen vernünftig, nach Glück zu streben und dabei bei sich anzufangen, auch um sich und anderen wertvoll zu sein. Was nun nach einem nüchternen Handel klingt, kann, wenn wir bewusst danach streben, aber viel glücklicher machen als all  die wechselnden Versuche auf zufälliges Glück zu setzen, oder sich dabei von anderen abhängig zu machen. So genieße ich die Freiheit, glücklich zu sein und nach diesem Zustand zu streben, damit ich mein Glück auch in der Liebe, die ja ebenfalls Freiheit braucht, um sich für den anderen zu entscheiden, teilen kann und es auf Dauer bleibe, was mir der höchste Genuss scheint und wichtiger als der kurze schneller Wechsel.

jens tuengerthal 3.2.2018

Samstag, 3. Februar 2018

Zweifellosglück

Bin in meiner Liebe ohne Zweifel
Vertraue auf die Größe des Glücks
Gewissheit ist das höchste Wissen
Was es in der Liebe geben kann

Andere vertrauen lieber auf Lose
Oder wollen in den Sternen lesen
Manche kontrollieren ganz genau
Mehren damit nur ihre Zweifel

Die Zweifel aber machen unfrei
Können nur unglücklich machen
Weil ihnen jede Gewissheit fehlt
Fesseln sie uns im Ungewissen

Was weiß ich schon überhaupt
Kann nur an die Liebe glauben
Doch bin ich mir dessen gewiss
Was genügt glücklich zu bleiben

Liebe meine Frau über alles
Weiß es passt alles perfekt
Freue mich an diesem Glück
Bleibe zweifellos stets dabei

jens tuengerthal 3.2.2018

Freitag, 2. Februar 2018

Schneesonne

Vom Hauptbahnhof nach Charlottenburg, durch den Tiergarten und auf den Berg.

Ein kleiner Weg am frühen Morgen sollte mich heute schon in der ersten Dämmerung um sieben Uhr aus dem Haus gen Hauptbahnhof und von dort dann auf der nördlichen Seite an der Spree entlang bis hinter die S-Bahn Station Bellevue führen, wo ich, kurz vorm Spreebogen selbige gen Süden auf der gusseisernen Fußgängerbrücke überqueren wollte. So war zumindest mein grober Plan.

Doch kaum hatte ich die Spree erreicht, wurde aus den gelegentlichen Flocken ein wildes Schneegestöber, das sogar liegen blieb. Für Berliner Verhältnisse zumindest wild, es gab einen leichten weißen Flaum auf dem Weg, in dem Fußstapfen sichtbar waren und ich fühlte mich erstmals in diesem Winter veranlasst den Reißverschluss meiner Jacke zu schließen, was aber auch an der etwas übermüdeten Verfrorenheit gelegen haben könnte, doch auch die entgegen kommenden Jogger waren behandschuht und bemützt, vielleicht waren sogar Küstenbewohner darunter. Lange dauerte der erste Winterzauber nicht, doch blieb der feine Staub bis zur Rückkehr nach Mitte hier und dort sichtbar, ließ die Spuren der Vorgänger erkennen wie die Räder der unermüdlichen Radler.

Schloss Bellevue ohnehin weiß und allein etwas märchenhaft surreal, war von dem zarten Flaum noch nicht verzaubert, das Grün war grün, das Haus dagegen weiß vor der schwangeren Auster und am Kanzleramt, den modernen Ikonen im Tiergarten oder an dessen Rand, wirkte der Hauch von Schnee romantisch - zumindest für Berliner Verhältnisse - eingeborene Bayern oder Schwarzwaldbewohner, lächelten vermutlich nur müde über das, was wir hier schon Schnee nennen.

Ab dem Hauptbahnhof, den ich nun wieder dort von der südlichen Spreeseite betrachtete, klarte es auf. Plötzlich wechselte winterliches grau-weiß, das noch in letzten Spuren glänzend sichtbar blieb, mit strahlendem Sonnenschein vor himmelblau. Es spazierte sich fast frühlingshaft hell unter dem aufgerissenen Himmel über Berlin und ich musste mir gelegentlich die Hand vor Augen halten gegen das gleißende Licht. Wunderbar ruhig war der Spaziergang am Morgen an der Spree entlang, die ich an der Marschallbrücke nördlich gen Charité wieder verließ, womit die Ruhe schnell endete und das Licht nur noch in Streifen und Lücken zwischen die Häuser fiel. Im Tiergarten dagegen kreischten die Motorsägen und Astschreddermaschinen der Gartenbauarbeiter oder heißt es der Mitarbeiter des Gartenbauamts? Wie auch immer erinnerte der manchmal zu nah sicht- und hörbare Lärm eher an Baustelle und Zahnarzt denn an friedliche Landschaftsgärten.

Ein Tag voller Abwechslung also, der vom Wechselspiel lebte - bis ich den heimischen Helmholtzplatz wieder erreichte, blieb es himmelblau bei angenehmer winterlicher Kühle, die jeden Atemzug so frisch macht, als lutsche ich zehn Fishermans auf einmal und von daher auch dem Geschmack von Menthol Zigaretten weit überlegen ist als steuerfreies Naturprodukt.

Erfrischend mit schönem Licht, unterbrochen nur von einem kleinen Tee und einem Ciabatta beim Italiener neben dem wunderbar bestückten Buchladen in der Reinhardtstraße, in dem ich das letzte Wunschbuch meiner liebsten Prinzessin, die ich zwischenzeitlich wieder im Ohr hatte, über Mozart und die Aufklärung, im Angebot entdeckte, auf dessen Öffnung ich aber noch zwanzig Minuten warten musste, ging der kleine Spaziergang von 18km sodann über Reinhardstraße, Friedrichstraße, Linienstraße, Torstraße, Weinbergsweg, Kastanienallee und Oderberger zurück zur Kulturbrauerei führte und von dort nur noch die la Ly hinauf zum heimischen Helmholtzplatz, an dem die Menschen in der gleißenden Sonne, zumindest auf meiner Seite des Platzes, schon wieder, wenn auch warm eingepackt, vor den Cafés saßen und plauderten, während es den Flaneur zum heimischen Tee doch lieber zog mit  dem Rucksack voller Essen. Während ich dies schrieb, wurde es oben schon wieder grau, wusch eine Waschmaschine durch und regnete hier und dort in der großen Stadt, die doch nur viele kleine Dörfer ist.

jens tuengerthal 2.2.2018

Miss Ver

Heute ist die Liebste geflogen
Zurück auf die Insel im Westen
Wär ich nicht traurig wär’s gelogen
Vermisse die Nähe der Allerbesten

Die Liebe wächst auch in der Ferne
Sagt uns tröstend stets die Erfahrung
Doch jetzt küsste ich sie zu gerne
Wie allein schlafen ohne Umarmung

Einzig stark macht nur das Wissen
Wir haben uns noch ein ganzes Leben
Sie sagte sie würde mich vermissen
Dann bin ich stark ihr Trost zu geben

Wir sagen uns es dauert nicht lang
Bald hätten wir uns schon wieder
Sind um unsere Liebe nicht bang
Schreibe ihr voller Liebe neue Lieder

So sind wir uns fern noch viel näher
Spüren die Größe unserer Liebe
Lieben uns gefühlt noch viel mehr
Folgen dem schönsten der Triebe

jens tuengerthal 2.2.2018

Donnerstag, 1. Februar 2018

Tegelwasserwege

Vom Flughafen Tegel, dem Wasser folgend gen Mitte und zurück auf den Berg.

Nach dem kussreichen Abschied von der besten Liebsten, die es leider wieder nach Dublin zog, ging es, diesmal von Tegel zu Fuß zurück zum Helmholtzplatz. Da es mir etwas läppisch schien, nur den Weg direkt zu nehmen, folgte ich dem Weg des Wassers gen Spree und nahm dann fast von dieser aus quer durch Mitte zurück auf den heimischen Berg, um zumindest 20km gelaufen zu sein.

Nach Irrwegen als Fußgänger vom weit abgelegenen Terminal C quer über die Parkplätze und in günstigen Momenten den rasenden Taxiverkehr auf den Flughafentrassen querend, ging es auf der Brücke über den schnurgeraden Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal und von da an, kilometerlang den Saatwinklerdamm bis zur Seestraße entlang. Dort angekommen überquerte ich die die hier endende A100 und folgte von in östliche Richtung der Seestraße. Südlich sah ich dort eindrucksvoll beleuchtet die Hafenbecken des Westhafens liegen und der Hanseat hatte fast das Gefühl in einer Hafenstadt zu sein - schöne Binnenillusion der vielfältig durchflossenen Stadt. Von der Seestraße bog ich kurz vorm Campus der Charité nach Süden in den Park des Eckernförder Platzes ein, der nach dem Campus ins Nordufer ausläuft und von dort weiter, am vom Wasser schönen Sprengelkiez vorbei, zum gen Süosten gelegenen Nordhafen führt. Auch in diesem kleineren Hafen war noch viel auch nach Einbruch der Dunkelheit los, zumindest gaben die vielen Baustellen am anderen Ufer und ihre beleuchteten Kräne diesen Eindruck, Schiffe waren nicht zu sehen. Am Ende des Parks auf der Norduferseite des Nordhafens, das eigentlich eher das Ostufer ist, überquerte ich nun endlich die Mündung der Panke, was ich aber in diesem Moment noch unwissend, schändlich ignorierte.

Etwas achtlos auch flanierte ich an der Gedenkstätte für das Maueropfer Günter Litfin am Ende der Kieler Straße vorbei, schlängelte mich, dem Wanderweg gen Hauptbahnhof folgend bis zum Invalidenfriedhof, an dem es nicht mehr weiter gen Süden ging. Der Ausgang, der zum Weg am Bundesministerium für Wirtschaft und Energie entlang führen sollte und der dann gegenüber dem Hamburger Bahnhof enden sollte, war verschlossen - über das Ministeriumsgelände führte kein Weg, dahingestellt, ob dies ein Hinweis auf die Koalitionsverhandlungen ist, und angesichts der vielen Kameras und der Spitzen des Zauns, verzichtete ich auch lieber darauf, dem Kanal weiter zur Spree zu folgen und wählte lieber den glücklicherweise unverschlossenen Ausgang in Richtung Scharnhorststraße in östlicher Richtung. So ging es vom parkartigen Invalidenfriedhof mit relativ wenigen Gräbern zum durch den Betonkoloss in seiner Mitte, der sich Mauerbrunnen schimpft, verschandelten Invalidenpark an der viel befahrenen Invalidenstraße.

Der Invalidenstraße folgte ich, die Charité nur von Ferne grüßend, am Naturkundemuseum vorbei, den Nordbahnhof links liegen lassend, bis zur Brunnenstraße und von dort ging es über den Rosenthaler Platz, den Weinbergsweg, die Fehrbelliner Straße, die Choriner, Zionskirchstraße, Templiner, Schwedter, die Schönhauser kreuzend, die Kollwitzstraße ganz hinunter, natürlich nicht ohne den Bücherbaum zu besuchen, die Senefelderstraße, das Göhrener Ei, zur Raumerstraße, die direkt zum Helmholtzplatz und nach 20km nach Hause führte unter sternenklarem Himmel mit einem wunderbaren, immer wieder beeindruckenden Mond, der wirklich einen Blick wert ist - so rund und glänzend habe ich den schon lange nicht mehr, wenn überhaupt je gesehen und zwischenzeitlich leuchtete er fast rötlich.

jens tuengerthal 1.2.2018

Sonntag, 28. Januar 2018

Traumfrauenbild

Du fragtest mich wie sie aussieht
Meine Traumfrau die ich nie hatte
Bis du in meinem Leben auftauchst
Aber jetzt zu sagen wie du ist so naja

Klingt das auch wirklich glaubwürdig
So wie ich es meine du Schönste
Oder braucht es mehr Bilder dazu
Die es wortlos eher verdeutlichen

Denke an den Akt aus dem Rokoko
Die Schöne auf der Chaiselongue
Wessen Gliebte es auch immer war
Die du leicht in den Schatten stellst

Noch näher die Geliebte Casanovas
Auf dem wunderbaren Bildband der
Du weißt schon wo steht halb sichtbar
Während sie sich gerade auszieht

Dieser erotisch erdachten Traumfrau
Gleichst du vollkommen meine Liebste
Betrachte ich es im vorübergehen nur
Sehe ich immer dich sich entkleiden

Bevor ich dich kannte wusste ich nicht
Warum mich dies Bild so anmachte
Mit seiner schwülen Rokoko-Ästhetik
Nun weiß ich es jedesmal selig

Seine Traumfrau nackt neben sich
Ihr Abbild unweit im Augenwinkel
Von jener unbewusst immer geträumt
Diese ganz bewusst nun berühren

Wir sollten unser Traumfrauenbild
Überhaupt immer erst finden wollen
Wenn wir diese auch im Arm halten
Denke ich also unbegrenzt glücklich

jens tuengerthal  28.1.2018

Freitag, 26. Januar 2018

Liebesperfektion

Gibt es die perfekte Liebe
Oder wäre das unmenschlich
Weil kein Mensch perfekt ist
Der Autor am allerwenigsten

Aber kommt es in der Liebe
Auf einen an oder zählt was
Beide zusammen empfinden
Wann wäre es denn perfekt

Was mehr als glücklich zu sein
Können wir im Leben erstreben
Wenn zwei das erst zusammen
Gefunden haben ist es perfekt

Meine Frau ist die allerschönste
Die lustvoll reizvollste noch dazu
Wir teilen alle Leidenschaften
Von Büchern bis Bett ein Leben

Sie ist auch die klügste sicher
Geschmackvoller immer als alle
Das auch obwohl sie mich wählte
Doch vor allem liebt sie mich

Sie liebt mich über alles
Wie ich sie noch viel mehr
Als ich in nur Worten hier
Eher stotternd sagen kann

Was könnte perfekter noch sein
Frag ich mich und mir fällt nix ein
Drum freu ich mich an dem was ist
Tue es täglich und ohne Frist

Gerade weil ich so unperfekt bin
Macht ihre Liebe mich so glücklich
Die ich so unverdient also erhalte
Und für die sie nichts als meine hat

Mit Geld und Geschäften kennt sie
Sich viel besser als ich jemals aus
Doch bei unserem Deal habe ich
Das große Los im Gewinn gezogen

Auch ganz vernünftig betrachtet also
Ist in unserer Liebe alles total perfekt
Zumindest für mich und ich hoffe sie
Glaubt weiter sie hätte es gut getroffen

Natürlich werde ich immer alles tun
Diesen Eindruck aufrecht zu halten
Was immer dann wirklich ist solange
Beide glücklich sind ist es perfekt

jerns tuengerthal 26.1.2018

Mittwoch, 24. Januar 2018

Jusologik

Die Jusos werben für den Eintritt
Um abzulehnen und auszutreten
Damit wollen sie eine Mehrheit
Gegen die Parteimehrheit ex post
Das nennen sie dann Demokratie

Was aus der Partei danach wird
Ist ihnen so wenig klar wohl wie
Es dem Land damit gehen kann
Wer die Verantwortung übernimmt
Hauptsache sie gewinnen dabei

Solche Politik nennt sich dann gern
Links und sozial fragt sich nur für wen
Linke leben immer laut von den Slogans
Die in ihren Kampagnen verkündet werden
Weil sie für das Gute kämpfen dürfen sie es

Einzig angemessene Antwort auf diese
Wäre eine mindestens einjährige Zeit
Als Mitglied zur Abstimmung zu fordern
Wer mit einem Nein wirbt sagt selten Ja
Fraglich ist hier wohl eher die Alternative

jens tuengerthal 24.1.2018

Sonntag, 21. Januar 2018

Jogginghoslich

Die SPD ist die gelebte Jogginghose
Sie ist bequem und nichts wirklich
Inbegriff der modischen Entgleisung
Auf der Suche nach Bequemlichkeit

Nun hat sie ein wenig Partei gespielt
Kann es sich nach diesem Stress
Sogleich wieder gemütlich machen
Im bewährt politischen Beamtentum

Heute ist der Tag der Jogginghose
Das passt zur neuen Zwergen-SPD
Wie die SPD überhaupt Vertretung
Der Jogginghosenträger gern wäre

Doch landen viele der heute Hartzer
Eher beim populistisch lauten AFD
Der wie ihr Fernsehprogramm klingt
Wenn die Unterklasse noch wählt

Eine Arbeiterklasse gibt es nicht mehr
Ihre Vertreter braucht also nun keiner
Bildungsferne Schichten wählen selten
Geiz ist heute geiler als Sozialstsaat

Es sind die Staatsdiener stattdessen
Die als Beamte noch die Treue halten
Wissen wem sie ihr Wohl verdanken
Die privat Jogginghosen nur tragen

Ob diese halbe Entschlossenheit
Die Sozialdemokratie noch rettet
Die gern von Traditionen laut singt
Bevor sie in Vergessenheit sinkt

Wüssten alle Freunder deutscher
Gemütlichkeit wie gut sie es meinen
Die alten Sozen auch wohl mit ihnen
Es bräuchte sich keiner zu sorgen

So begehe ich wie immer bürgerlich
Den Tag der Jogginghose ohne eine
Irgend zu haben und doch noch voller
Mitleid für die verbeamtete Sozialdemokratie

jens tuengerthal 21.1.2018

Samstag, 20. Januar 2018

Haikusex

Manche haben Sex
Andere reden drüber
Selten ist beides

Lieber habe ich
Statt darüber zu schreiben
Also schweige ich

jens tuengerthal 20.1.2018

Dienstag, 16. Januar 2018

Alfaktisch

Alternative Fakten das Jahresunwort
Lassen Konstruktivisten nur lächeln
Was sollen Fakten überhaupt sein
Als eine Behauptung von Wahrheit

Die Wahrheit aber ist stets doch
Die Erfindung eines Lügners sagte
Ein klügerer Konstruktivist denn wer
Weiter denkt weiß alles ist relativ

Gefährlich wird es dabei nur dann
Wenn wer alternativ sagt damit
Meinung machen will als Propaganda
Wie wir transatlantisch jüngst sahen

Es gibt viele alternative Fakten für mich
Die Welt ist nicht sicher so oder so stets
Mache mir die Welt wie sie mir gefällt
Was aber nur mit Toleranz funktioniert

Wer am lautesten vor Fake-News warnt
Glaubt dabei seine Wahrheit sei richtig
Seine Fakten gäben ihm erst Durchblick
Der den anderen Idioten natürlich fehle

Damit macht Trump gefährliche Politik
Davon tönt der AfD im Chor mit Pegida
Sie zweifeln nicht sie wissen besser was
In Wirklichkeit im Land los und nötig sei

Alternative Fakten sind ganz wunderbar
Solange sie neben anderen stehen wollen
Sie sind die Diktatur wo sie Wahrheit sind
Ihre Gläubigen entsprechend auch handeln

Machen wir lieber die Alternativen Fakten
Wieder groß und wunderbar im Sinne von
Pippi Langstrumpf die sich ihre Welt stets
Machte wie sie ihr gefällt nicht wie Trump

jens tuengerthal 16.1.2018

Liebeszentrum

Die Liebe kommt von Herzen
Sagen verwirrt die Liebenden
Dabei pumpt es nur das Blut
Ohne ist nichts mit auch nicht

Wir sagen wir lieben uns von
Herzen weil wir es schlagen
Fühlen vor Glück in Gedanken
Bei unseren Liebsten sonst nix

Liebe entsteht allein im Hirn
Wüssten wir es nicht wäre auch
All das schöne Gefühl unbewusst
Liebe aber merken wir deutlich

Widme ich Verse dem Zentrum
Der Liebe zu meiner Liebsten
Geht es um unserer beider Hirne
Die sich perfekt in allem ergänzen

Dort bilden sich erst nach der Natur
Die Worte der Liebe mit denen wir
Uns einander unser Glück erklären
Als gäbe es da noch was zu erklären

Sicher greifen auch die Hormone ein
Tragen das große Gefühl als Boten
Durch den ganzen Körper dann auch
Doch beginnt Gefühl in Synapsen im Hirn

Warum sollte eine nur Blutpumpe denn
Romantischer sein als der beste aller
Computer auf Erden das menschliche Hirn
Zu wissen wo es anfängt ist stets besser

Manche glaube an eine unsterbliche Seele
Dieses spukhafte Ding ohne Ort im Körper
Soll Quelle der irdischen Liebe dann sein
Finde ich eine Beleidigung der Natur

Liebe meine Liebste über alles im Geist
Weil sich unsere Hirne so gut fanden
Können wir die sonstige Harmonie erst
Ganz genießen im höchsten Glück

Wer die Liebe vernünftig im Hirn sucht
Findet natürliche Antworten statt nur
Irgendwie irre etwas zu glauben was
Sich schnell wieder in Luft auflöst

Unsere Liebe wurzelt in der Natur
Wir erfinden uns keine Seele dazu
Erzählen nichts vom Herzen uns
Außer es schmerzt halt ohne mal

Dankbar bin ich mit meiner Liebsten
Dies größte Glück nach der Natur
Teilen zu können was wenigen nur
So ehrlich und wirklich vergönnt ist

So lieben wir uns ganz menschlich
Sind dabei auf Erden überglücklich
Brauchen keinen Himmel zur Erfüllung
Weil wir eben umeinander wissen

Wer nicht weiß sondern nur wähnt
Große Gefühle in geglaubter Seele
Zuhause glaubt statt in seiner Natur
Kann nie so wirklich lieben wie wir

Unsere Hirne passen einfach perfekt
Wer meint das graue Ding sei weniger
Romantisch als ein Herz hat wohl noch
Nie eines in echt blutig schlagen sehen

Was es ausmacht geschieht zwischen
Elektromagnetischen Synapsen allein
Romantisch ist was dabei rauskommt
Das zu genießen mein größtes Glück

jens tuengerthal 15.1.2018

Montag, 15. Januar 2018

Ursprungsmitte

Der Mensch nimmt seinen Ursprung
Aus der Mitte der Frau die ihn gebar
Zum Ursprung zieht es uns immer
Die Mitte Quelle von Leben und Lust

So zog es mich kaum durfte ich es
Unwiderstehlich auch in deine Mitte
Die ich bevor ich eindrang lang noch
Mit vielen Küssen voller Lust bedeckte

Vollkommen ist deine Mitte nach ihrer
Natur wie es schöner keine geben kann
Denn kaum gleich eine der anderen je
Wenn wir sie nahe und genau betrachten

Das Ideal der weiblichen Scham ist wohl
Geschlossen wie uns alle Bilder lehren
Lange dauerte es bis ich deine so sah
Öffnet sie sich doch immer unserer Lust

Doch wie unwichtig ist allein die Form
Eine unwichtige Äußerlichkeit für das
In ihr geteilte Glück völlig egal dennoch
Ist deine Form die vollkommenste

Es kommt wie einst schon die Pompadour
Rein statistisch erforschte auf den Abstand
Von Klitoris und Eingang dabei viel mehr an
Damit beide ineinander auch Lust empfinden

Du bist in jeder Hinsicht die vollkommene Frau
Spürst alles während du omnipotent genießt
Lässt du den in dir dies Glück wallend teilen
Schöner kann Lust miteinander niemals sein

Wie gerne bete ich deinen Schoss davor an
Als würden die Schossgebete dabei noch
Von höheren Mächten günstig beschieden
An die der Atheist natürlich nie glauben kann

Es ist die Natur und nur die Natur die in dir
Zu vollendeter Form fand für unsere Lust
Sie bete ich an und also dich du Liebste
Deren Mitte mir ewiger Glücksquell ist

Manche behindert dabei die Trockenheit
Dann erzeugt dabei Reibung auch Schmerz
Deine Mitte aber ist ein vielfältiger Quell
Der wo wir uns nahen vor Glück überfließt

Deine immer reizbare Mitte ist der Tempel
In dem ich dich am liebsten wohl anbete
Durch sie werden wir eins und noch mehr
Dort vereinigt reiten wir in den Himmel

Der Himmel natürlich ist uns beiden nur
Das sichtbare des Universums eigentlich
Doch wo wir eins sind wird das Paradies
Im kleinen Tod plötzlich ganz irdisch

Deine vollkommene Mitte lässt uns
Dies Glück immer wieder exakt teilen
Was sonst außergewöhnliche Seltenheit
Ist uns der selige Alltag jeder Vereinigung

Was bin ich dankbar für diese Vagina
Wie ich nie schöner eine innen erlebte
Zusammen erst sind beide Hälften als
Die wir so leben vereinigtes Glück uns

So spricht der Atheist seine Schossgebete
Dankbar für die seltene Vollkommenheit
In der Liebe und Sexus sich hier fanden
Aller Anfang bleibt immer der Ursprung

jens tuengerthal 15.1.2018

Fußfreude

Komme ich in unsre Wohnung
Sehe ich deine Schuhe dort
In langer Reihe im Flur stehen
Was mir das Herz klopfen lässt

Wie liebe ich deine wunderschönen
Kleinen Füße in zarter Größe 36
Passend zur zierlich feinen Gestalt
Sind auch Wanderstiefel noch süß

Ganze acht Nummern größer stehen
Dagegen meine wie Schlachtschiffe
Fast neben deinen edlen eher Jollen
So stehen wir nebeneinander zusammen

Wie gerne küsse ich deine Füße dann
Wenn deine Beine auf meinen Schultern
Voller Lust liegen wir verschlungen sind
Zeh für Zeh lutschend zu deinem Stöhnen

Liebe ihren Geschmack auch wenn du
Den ganzen Tag in Strümpfen standest
Erst jetzt entblößt erschöpft vor mir liegst
So küsse ich dein Ende nahe dem Anfang

Tief versunken im Ursprung der Welt
Dich mittig mit meiner Mitte reizend
Lecke ich deine Fußsohlen voll Lust
Was du nur dann ohne Lachen erträgst

So sind die Füße der sensibelste Ort
Brauchen die schönste Ablenkung
Um Küsse ganz genießen zu können
Wie nah sind wir uns also auch am Ende

Oder ist es der Anfang vielleicht eher
Auf dem du stehend erst zu mir kamst
Wo du dich fallen erst lassen konntest
Die Füße nach oben mir zum Kuß gibst

Anfang oder Ende ist mir ganz gleich
Solange ich die süßesten Füße küsse
Die du mir unter mir liegend lustvoll
Gen Himmel entgegen streckst erst

jens tuengerthal 14.1.2018

Sonntag, 14. Januar 2018

Jammerer

Frage mich ganz ernsthaft
Was bezweckt die SPD nur
Wenn sie von unten nachtritt

Wohin führt wohl keine Koalition
Außer zu Neuwahlen die keiner
Der Genossen ernsthaft wünscht

Unzuverlässige Jammerer sind
Keine Partner für ein Morgen mit
Illusionen derer von gestern

Sie sollten besser ihr Maul halten
Die Arbeit erledigen wo nötig statt
Weiter zu pokern gegen sich

Nüchtern sollten sich alle nun fragen
Um was geht es gerade im Land
Wem nutzen Neuwahlen wem nicht

Das Volk will ordentlich verwaltet werden
Regieren mit großen Ideen ist absolutistisch
Traue ich keinem vernünftig je zu

Wir haben gewählte Beamte nichts sonst
Die sollen das Land ordentlich verwalten
Es braucht keine Ideologie zur Verwaltung

Habe allerdings große Zweifel ob
Die SPD Ideologen das verstehen
Sollen sie doch zu Oskar gehen

jens tuengerthal 14.1.2018

Glückswissen

Was bin ich glücklich
Habe die beste Frau der Welt
Weiß um ihre Liebe wie sie
Sich meiner sicher sein kann

Weiß sie wird ganz bald schon
Wieder in meinen Armen liegen
Bin sicher wie schön es wieder
Wird wenn wir ganz überall eins

Erfüllt von diesem großen Glück
Sitze ich beim Wein in meiner Bar
Das Herz voller Sehnsucht sicher
Wir wissen beide was wir wollen

Noch größer wird das Glück nur
Im Wissen der Wege zueinander
Nach langer Suche am Ziel zu sein
Macht selig zufrieden in allem

Dann noch endlich den Schlüssel
Zur Geschichte gefunden zu haben
Macht die Freude mir zur Euphorie
Die ich nach Lukrez ganz geniesse

Was bin ich für ein glücklicher Mensch
Habe alles was nur Gutes sein kann
Muss nur noch warten und genießen
Wie irdisch dankbar bin ich darob

jens tuengerthal 13.1.2018

Samstag, 13. Januar 2018

Kurvensong

Eigentlich mag ich keine Kurven
Zumindest beim Autofahren
Jedenfalls wenn ich hinten sitze
Außer ich fahre selbst

Wie gerne fahre ich deine Kurven
Von schmaler Taille zum Becken
Oder drei Hügel von vorne hoch
Mit meiner Zunge nur entlang

Dann lege ich mich scharf schon
Tief in deine Kurven damit unsere
Heißen Reifen dabei laut quietschen
Du noch lauter zu stöhnen anfängst

Nie sah ich solch scharfe Kurven
Wie leicht verliert sich einer darin
Vergisst Newtons Fliehkraft und
Fliegt schnell auf und davon

Darum nehme ich dich nur mit
Viel Gefühl lieber verzögert noch
Um jeden Moment der Spannung
In dir auch ganz zu genießen

Am Scheitelpunkt Gas geben
Damit du durch sie fliegst
Sagen erfahrene Fahre frage mich
Wo wohl deine Kurven scheiteln

Scheine den Punkt instinktiv richtig
Bei dir wohl zu treffen zumindest
Trägt es uns beide immer weiter
Über den Höhepunkt hinaus

So schmuse ich mich an deine
Kurven langsam stürmisch an
Genieße dein auf und ab auch
Wenn ich dich innen und außen

So endet der Kurvensong im Glück
Was könnte schöner sein als dich
An deinen vollkommenen Rundungen
Täglich weiter zu umkreisen

jens tuengerthal 13.1.2018

PoOde

Habe einfach die perfekte Frau
Schrieb ich schon manches mal
Doc merke ich es immer wieder
Auch von allen Seiten betrachtet

Alles an ihr ist so wunderbar
Aber alles klingt wohl willkürlich
Als wäre es nichts besonderes
Dabei ist es doch noch viel mehr

Darum fange ich hinten an
Sie von oben bis unten zu
Loben und dabei zu liebkosen
Weil sie mein ein und alles ist

Der schönste rundeste Po
Ist mittig vollkommen geteilt
Wie wir es wohl alle kennen
Doch nie in dieser Schönheit

Zärtlich streicheln meine Finger
Über seine perfekte Rundung
Tauchen lustvoll ganz langsam
In seine fast unberührte Mitte

Spüre mit dem Rest der Hand
Ihre längst feuchte Lust etwas
Weiter vorne während sie mich
Wo ich bin fest stark umfasst

Dies hochbegabte Naturtalent
Zeigt mir längst ihre Sehnsucht
Zieht mich ganz tief in sich hinein
Kann immer und überall Kommen

Was bin ich für ein glücklicher Mann
Denke ich sehnsüchtig voller Lust
Auch wo ich diesmal nur von hinten
An sie denke spüre ich ihr Begehren

Die von allen Seiten perfekte Frau
Ist von hinten schon schöner als alle
Nur daran zu denken genügt bereits
Ein Leben lang sich sicher zu sein

Eine Ode auf ihren Po zu singen
Lässt mein Herz höher schlagen
Wie will ich sie allseits nun küssen
Und bin schon hinten überwältigt

Der Ausgang ist auch ein Eingang
In den Garten unseres Paradieses
Wo wir wie Adam und Eva einst uns
Ohne jede Scham liebend finden

Vollkommen ist meine Frau überall
Wie genieße ich es sie so zu sehen
Wenn sie sich mich in sich bewegt
Ihre Lust auf jedem Weg finden kann

Dankbar voller Glück preise ich
Ihre Schönheit heute von hinten
Wissend es ist nur die Rückseite
Der im ganzen vollkommenen Frau

jens tuengerthal 12.1.2018

Freitag, 12. Januar 2018

Kompromissgejammer

Warum das Gejammer der Genossen über Kompromisse nur davon zeugt, wie wenig kompromissfähig die Mehrheit ist

Die Parteien haben sich geeinigt auf einen irgendwie Kompromiss. Dabei bekommt keiner alles, aber alle irgendwie etwas, damit das Land eine stabile Regierung hat. Die sich geeinigt haben, vertreten zumindest deutlich über die Hälfte der gültigen abgegebenen Stimmen. Das genügt für Stabilität und genau um die geht es jetzt.

Viele Genossen wünschen sich die Realisierung hehrer Ideale. Daran erinnere ich mich noch, als ich mal einige Jahre Mitglied in diesem Verein war, aus dem ich dann unter Sigmar wieder floh. Der Ausgleich von Arm und Reich und das Schließen der sozialen Schere wird da genannt. Am besten noch die Enteignung der Reichen und die Einführung des Sozialismus, als hätten wir nicht seit 1989 lange genug gebraucht die Folgen dieses zum Glück einmaligen Versuchs in nur einer Hälfte des Landes aufzuarbeiten, wäre es nicht teuer genug gewesen, diesen Träumen zu lange zu folgen.

War damals völlig gegen eine noch wirklich Große Koalition, wie jetzt viele SPD Mitglieder und habe die Partei lautstark verlassen, weil ich diesen schlechten Kompromiss nicht mittragen wollte. Heute ist der Begriff Große Koalition schon fast ironisch, denn ob die SPD bei der nächsten Wahl noch über die 10% Hürde kommt scheint ungewiss.

Einige besonders laute Mitglieder meinen, dies wäre besonders in einer solchen Großen Koalition als Junior-Partner so und würde die Sozialdemokratie zusätzlich schwächen. Wenn sie sich so blöd anstellen, wie dieses mal und einen Schulz aufstellen ohne jede Dynamik oder Perspektive, statt eine ihrer jüngeren und starken Frauen, wird das garantiert so sein. Aber dann ist es auch egal, weil einen solchen Altherrenverein, der seine Vorsitzenden noch mit 100% wählt, wie einst nicht mal die SED, braucht kein Mensch in der Politik eines modernen Staates.

Was passiert dann und was folgt daraus. Ein Teil der frustrierten Genossen wird dem Mäusefänger Oskar in die Arme laufen mit seinem neuen Linksbündnis unter seiner Göttergattin Sarah. Vermutlich all jene, die sich schon immer für die besseren Menschen hielten und einst Oskar anbeteten, gegen die Ungerechtigkeit der Welt kämpfen.

Dieses Linksbündnis wird sich zwischen 10 und 15% einpendeln und vielleicht neuer Koalitionspartner neben stärkeren Liberalen und Grünen, zu denen dann die noch selbständig denkenden Sozis abwandern werden - und die CDU? Die reibt sich die Hände und bleibt lange alleinige Volkspartei, bis sich ein neuer Weg zeigt.

Die Mehrheit liegt in Deutschland in der Mitte. Um für diese Mehrheit Politik zu machen, müssen Kompromisse ausgehandelt werden. Aber was ist Politik überhaupt, fragt sich an dieser Stelle?

Politik ist höheres Verwaltungshandeln. Nichts anderes, als eine funktionierende Verwaltung am Laufen halten und möglichst wenig Schaden dabei anrichten, kann Politik. Um so besser, desto weniger ideologisch sie dabei ist und desto pragmatischer sie versucht mit so wenig Kosten wie möglich und geringstmöglicher Einschränkung der Freiheit, dieses Ziel zu erreichen. Alles andere ist Popanz und Wichtigtuerei, die zu einem Trump  oder Hitler führen, wovon wir hoffentlich für alle Zeiten geheilt sein sollten.

War früher ein klarer Gegner von Merkel, weil sie völlig unideologisch nur ihr Amt verwaltete, unklar in der Mitte stand, statt hehren Zielen zu folgen. Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen, sagte der herrlich pragmatische Helmut Schmidt einmal dazu. So regiert Mutti - ohne große Visionen, kompromissbereit und pragmatisch auf der Suche nach der effektivsten Lösung. Sie verwaltet das Land gut und sauber, ist so sicher wie ein Dixie-Klo und das soll ein Kompliment sein. Sie ist berechenbar und wir wissen, was wir an ihr haben. Sie sucht, wie jetzt wieder Kompromisse und das ist gut so.

Mit Kompromissen leben zu können, ist ein Zeichen von geistiger und innerer Reife. So wie sich jetzt viele Genossen aufblasen, scheint es den meisten daran noch deutlich zu fehlen. Anders dagegen auch der pragmatische Kreis in der SPD und es scheint als gäbe es wieder den alten Kampf zwischen USPD und MSPD in den Flügeln dieser unreifen Partei, in der sich zu viele Ideologen noch immer finden, die das Land grundsätzlich ändern wollen, als sei ihre Aufgabe nicht einzig und allein einen Kompromiss zu finden und das Land so zu verwalten, wie es ist.

Demokratie heißt nicht Kulturrevolution und Durchsetzung einer Ideologie sondern das Bohren dicker Bretter auf der Suche nach irgendwie Kompromissen. Wer nicht kompromissfähig ist, hat in einer Partei und in der Demokratie nichts verloren. Darum wird auch das Gastspiel des AfD ein kurzes bleiben und die SPD sich auflösen, wenn sie nicht wie immer nur laut brüllt, um am Ende leise zu kriechen. Organisierter Lärm der Basis nennt sich so etwas und bei der SPD übernehmen die Veranstaltung dieser Partie meist die Jusos. So auch dieses mal.

Vor vier Jahren gegen eine große Koalition zu sein, war noch vertretbar, auch wenn ich aus heutiger Sicht sage, Blödsinn, was ich damals dachte. Merkel ist fair, die beste Pragmatikerin Europas und ein Glück für unser Land, momentan schlicht alternativlos. Aber vor 4 Jahren gab es auch keine AfD im Parlament, hatte eine große Koalition noch eine riesige Mehrheit, gab es nahezu keine Opposition - heute ist die SPD realistisch geschrumpft, darf Mehrheitsbeschaffer der Kanzlerin sein wie einst die FDP für Kohl, mehr nicht.

Klug beraten wäre die SPD, wenn sie nun so geräuschlos wie möglich einen Kompromiss schließt, mit dem sie gerecht und gut bedient ist und die Beteiligten dann endlich ihrer Arbeit nachgehen, dieses Land vernünftig zu verwalten. Die Zeit der großen Ideologien ist vorbei - der Sozialismus hat sich real existierend auch als großer Alptraum entpuppt. Betrachten wir es pragmatisch und fragen wir uns statt nach dem wahren Weg zu suchen, welcher Kompromiss am besten für die größte Menge ist und auf wen wir für seine pragmatische Durchsetzung hoffen sollten.

Lieber hätte ich die FDP in der Regierung gesehen, weil es nach Jahren der damals noch Großen Koalition etwas mehr Pragmatismus und liberaler Ideen bräuchte. Insofern fand ich Lindners Rückzug enttäuschend. Er ist nicht gewählt worden, eine Ideologie durchzufechten, sondern um liberale Ideen in einem überverwalteten Staat pragmatisch durchzusetzen. Ob dies mit den sehr ideologischen Grünen und ihren vielen Glaubenssätzen möglich gewesen wäre, scheint auch mir inzwischen fraglich, vor allem, da Merkel sich zunehmend in der Rolle der guten Mutti gefällt, die von allen geliebt werden möchte.

Die Verteidiger der Freiheit haben es schwer in einem Land, in dem sich die Politiker gern mit sozialen Wohltaten gegenseitig überbieten. Das ist nervig und lässt jeden kritisch denkenden Menschen am Verstand der also nur bestechlichen Mehrheit zweifeln, aber es ist derzeit so und jeder versucht für sein Klientel, den besten Deal mit dicken Milliarden zu kaufen.

Dabei redet keiner von Steuersenkungen oder den zunehmenden Beschränkungen der Freiheit durch die permanente Überwachung unserer Kommunikation. Die Bürger werden in Angst vor Terror gehalten, statt sich Gedanken über die realistische Angst im Straßenverkehr lieber zu machen oder zu fragen, warum werden die Abgaben nicht endlich gesenkt, wenn der Staat die höchsten Einnahmen erwartet?

Es ist dies längst der normale Wahnsinn geworden und die Große Koalition wird nichts dafür tun, diesen Wahnsinn zu beenden, im Gegenteil. Dafür kann eine liberale Opposition zumindest die Fahne der Freiheit noch hochhalten und wird dadurch erkennbar wertvoll.

Früher gab es den Zehnten, nach dem 1/10  der Einnahmen an den Fürsten oder die Kirche gingen. Heute hat kaum einer noch die Hälfte seines Verdienstes nach allen Abgaben und sonstigen staatlich erzwungenen Versicherungen übrig. Arbeit lohn kaum noch, auch wenn die Angebotsindustrie es noch schafft, den gegenteiligen Eindruck bei vielen Menschen zu erwecken, die das Hamsterrad am Laufen halten.

Schätze Merkel, weil sie eine unideologische und pragmatische Politik der schlichten Verwaltung betreibt, nicht mehr verspricht, als sie umsetzen kann und eine typische höchste Beamtin ist, die auch nicht mehr sein will. Dass sie dabei noch über diplomatisches Talent verfügt und manche Kompromisse schon international erreichte, spricht genug für sie, für meinen Geschmack.

Habe sie nie gewählt und werde sie vermutlich nie wählen, weil ich als alter Laizist finde, dass ein C nichts im Staat verloren hat. Darum kann ich dennoch nüchtern sagen, so wie die Dinge sind, ist sie der bestmögliche Kompromiss, ist zuverlässig und immer fair, spielt mit offenen Karten, erledigt ihrer Tätigkeit als oberste Verwalterin des Landes sauber und ordentlich, ohne jeden Glamour - aber wir haben schließlich auch keine Königin gewählt sondern nur die Spitze der Verwaltung mit der jeder danach arbeiten muss.

Hoffentlich hören die ideologisch verbohrten Sozen endlich mit ihrem Gejammer über gefundene Kompromisse auf und gehen sauber an die Arbeit. Es geht nur darum, die Verwaltung des Landes zu leiten, auch wenn darum viel Show gemacht wird. Keiner kann sich ganz durchsetzen. Die Zeit der großen Sprüche könnte ein Ende haben und die Beteiligten dafür still und sauber ihre Arbeit erledigen. Dann wüsste der Wähler in dreieinhalb Jahren auch wieder, was er honorieren soll.

Wir leben im postideologischen Zeitalter. Merkel ist die Verkörperung davon. Daran ändert sich nichts, wenn Linke nun alte Marx Bärte ausgraben. Lass sie ihre Arbeit machen und wenn sie sich wieder der Wahl stellen, können wir darüber reden, wie sie das mögliche realisiert haben. Der Rest ist überflüssiger Popanz um schlichtes Verwaltungshandeln unter Anleitung.

jens tuengerthal 12.1.2018

Perfektionsgrad

Meine Frau ist einfach perfekt
Sie ist schöner als je geträumt
Heißer dabei als immer gehofft
Und liebt Bücher so sehr wie ich

Könnte noch vieles anführen dazu
Ins Detail gehen für die Genießer
Unter den Kennern der Schönheit
Doch wäre es immer zu wenig noch

Natürlich ist ihr Busen vollkommen
Rund und zugleich fest da stehend
Vollkommene Spitzen in seiner Mitte
Nie sah ich irgend einen schöneren

Ihre Lippen vollkommen geschwungen
Zum Küssen gemacht hier wie dort
Auch geschmacklich mein Paradies
Machen mich vollkommen selig stets

Ihr perfekt runder Po ist ein Traum
Mag es ja gern mal etwas runder
Brauche keine Modells dachte ich
Bis ich diese Vollkommenheit küsste

Rund wie fest klein und doch groß
Zierlich passend zu ihren Linien die
Weniger als meine Hälfte an Masse
Harmonisch zur schmalen Taille auch

Doch all dies Perfektion der Natur
Wöge wenig wäre sie nicht die Hülle
Des schönsten Herzen das je liebte
Jung und doch klug wahrhaft echt

Nie ahnte ich in meinen Träumen
Wie vollkommen die Natur sein kann
Welch vollendete Wesen sie schuf
Nun darf ich ein solches auch lieben

Der Perfektionsgrad meiner Frau hat
Alles bereits überstiegen so freut mich
Jeder Fehler der die Himmlische wieder
Ein wenig menschlich mir näher macht

Was wollte so eine Göttin mit mir sonst
Fragte ich mich sie anbetend schon oft
Noch suche ich den großen Fehler an ihr
Bisher fand ich noch nicht mal kleine

Es gibt Vollkommenheit denke ich nun
Zumindest für mich ist sie vollendet
Was könnte besser und schöner sein
Nichts und also genieße ich verliebt

jens tuengerthal 11.1.2017

Donnerstag, 11. Januar 2018

Nebelwanderer

Wie ich mit Umweg um Museumsinsel und Humboldthain einmal im Nebel um den Helmholtzplatz lief

Die Wanderung begann mit einem Schock. Dass es diesig war, hatte ich auch im Hof schon geahnt, zumindest nicht sternenklar wie noch die Nacht zuvor - aber so eine Suppe hatte ich nicht erwartet, wie sie mir vom Platz entgegen schlug, als ich die Haustür öffnete. Die Suppe legte sich auf alles, es war stehend feucht, wenn auch nicht so kalt wie die letzten Tage - was an Frost fehlte, ersetzte die  kriechende Feuchtigkeit.

Noch unentschlossen, was ich in diesem Nebel wollte, begann ich den Weg mit einem sehr erfreulichen Telefonat mit meinem Vater, der eben aus dem Krankenhaus zurückgekehrt war und dessen Herz spürbar in alter Frische schlug in der voll guter Laune schon wieder große Pläne schmiedete. Freudig nahm ich seinen verbesserten Zustand zur Kenntnis, er stieg sogar schon wieder ohne zu schnaufen Treppen und fühlte sich wie neu geboren. Schön, so etwas zu erleben, wenn du nach dem letzten Besuch schon dachtest, es könnte auch jederzeit zu Ende gehen, seine blauen Lippen gar nicht gut aussahen. Zwar war sich meine Liebste sicher, dass er noch viele Jahre hat, unseren Kindern noch ein guter Großvater sein wird, aber wie weit diese Meinung von Sachverstand oder mehr von schnöder Hoffnung getragen war, wusste ich auch nicht.

Jedenfalls begann der Spaziergang bis zum Göhrener Ei so mit einem emotional sehr erfreulichen Telefonat und so rief ich gleich danach beschwingt die Liebste in Dublin an und marschierte beflügelt vom guten Zustand des Herrn Papa der Suppe zum Trotz gen Mitte. Durch den Kollwitzkiez, die Schönhauser Allee hinunter, über die Torstraße und weiter die Alte Schönhauser entlang - zugegeben sehr einfallsreich ist diese Namensgebung nicht aber zumindest historisch wertvoller als die Frankfurter Allee nach Karl Marx zu nennen, bis zum Hackeschen Markt, den überquerend und die S-Bahn unterlaufend kam ich am DGB-Haus und, was mir wesentlich wichtiger ist, dem schönen Buchladen vorbei zur Museumsinsel.

Und welch Glück und Gnade gewährte mir die hiesige Suppe dort, der gruselige Berliner Dom, dieses Sinnbild des deplatzierten und protzigen Wilhelminismus, dessen endlich Sprengung wirklich ein ästhetischer Verdienst wäre, den sich die Regierung Ulbricht ans Rever hätte heften können und dann hätte ich großer Schlossbefürworter mich sogar für den Erhalt des rotfaschistischen Palastes der Republik ausgesprochen, stünde er anstatt dieses furchtbaren Doms, dessen einziger Verdienst zu sein scheint, das seine Kuppel größer ist, als die des Petersdoms, warum es alle Berliner immer gern betonen, dieses Machwerk das Ende des 19. Jahrhunderts gebaut, heute unser Weltkulturerbe Museumsinsel verschandelt, verschwand weitgehend bis auf zart nur kaum sichtbare Umrisse im Nebel. Wie schön und wunderbar wirkte da der Gang über die Brücke mit dem weniger verschleierten Blick auf Alte Nationalgalerie, das benachbarte Neue Museum und das diesem gegenüberliegende Alte Museum. Es war wie verzaubert.

Auch die Pergamonbaustelle gegenüber dem Privatdomizil der wacker mit den unsteten Genossen verhandelnden Kanzlerin verschwand zwischen den die Flügel umwallenden Planen am Gerüst im dichten Nebel. Bis vorne zur Spitze der Insel lichtete es sich wieder ein wenig, auch wenn die Suppe relativ beständig blieb und das Atmen schwer machte. Dies sind immer die Tage, an denen du dir sicher bist, Morgen unbedingt mit dem Rauchen aufhören zu wollen, weil du ja so schon bei dem Wetter schlecht Luft bekommst und die Feuchtigkeit gemischt mit dem Dreck der Schornsteine schwer auf den belasteten Bläschen klebt.

Die Märchenhütte leuchtete nur in Konturen sichtbar aus der Suppe und der weitere Weg durch Mitte erinnerte immer wieder an den berühmten Film M eine Stadt sucht einen Mörder von Fritz Lang mit Peter Lorre in der Rolle des Kindermörders. Am Friedhof kurz vor der früher Mauer wurde es nochmal dank der dort Freiflächen ein wenig dichter in der Suppe und das Gruselfilmgefühl stieg wieder auf.

Fragte mich, wie es wohl nun würde durch Gesundbrunnen am Humboldthain entlang zu gehen und kann nachdem ich es erlebte sagen, es erinnerte an die Tatorts aus den frühen 70ern, die meine Mutter sah und bei denen ich manchmal heimlich spähte, wenn keiner was merkte. Eine Alle am Wald, den der Humboldthain dort birgt, auf der anderen Seite teilweise beleuchtete Industriebauten. Hässlich und zweckbestimmt, dazwischen einzelne Klinkerhäuser als Überbleibsel der Vorkriegsarchitektur, als hier noch AEG und Siemens Eisenbahnen und mehr bauten.

Ein gruseliger Weg und der Blick über die S-Bahn-Gleise am Ende entschädigte für das mulmige Gefühl nur wenig. Zum Glück hatte ich die Liebste im Ohr und konnte so die ganze Zeit auch vor mir selbst den Helden spielen, den das bisschen Wetter doch nicht tangierte. Dabei hatte ich die dickste Suppe noch vor mir.

Wie erwartet, war die Freifläche der Gleise hinter dem Bahnhof Gesundbrunnen, zwischen Prenzlauer Berg und Gesundbrunnen am tiefsten im Nebel verschwunden. Genoss es, wenn auch stark schnaufend, lief die sonst schon vom Center aus gut sichtbare Brücke hinauf, deren Lichter ich erst sah, als es schon zu ihr die Straße entlang bergauf ging. Es war ein wenig seltsam. Der Blick aus dem Westen in die Zone, über die Mauer hinweg, die einst dort stand - und alles im Osten verschwand im Nebel und was sichtbar in der Suppe blieb grau, wie es einst in Zeiten der DDR tatsächlich alles war, bevor die Diktatur des Pastell den Berg mit ihrer Sucht nach Harmonie überschwemmte.

Nun, ich fand nach Hause zum Platz, den ich von der Pappelallee kommend noch einmal fast umkreiste, aber ich konnte immer noch nicht von einem Ende zum anderen sehen und mich einfach für einige Stündchen verirrt haben. Lustig hörte sich das Pingpong der immer nächtlichen Spieler im Nebel auf dem Platz beim Vorübergehen an - es war ja nichts zu sehen und so kam das stete Plop aus dem irgendwo grau. Die Haare feucht wie den Bart kehrte ich schließlich heim und konnte nicht wirklich überzeugt von der guten Berliner Luft singen.

jens tuengerthal 11.1.2018